Hüetli-Mitarbeiter versüssen OKB-Versammlung

Auch an der Versammlung diesen Samstag werden die Partizipanten der Obwaldner Kantonalbank für ihre Teilnahme belohnt. Dazu tragen diesmal auch die Mitarbeiter der Stiftung Rütimattli wesentlich bei.

Matthias Piazza
Merken
Drucken
Teilen
Hüetli-Mitarbeiter Silvan von Rotz (links) und Teamleiter Christoph Eberli verpacken die Geschenke. (Bilder: Matthias Piazza (Sarnen, 3. April 2019))

Hüetli-Mitarbeiter Silvan von Rotz (links) und Teamleiter Christoph Eberli verpacken die Geschenke. (Bilder: Matthias Piazza (Sarnen, 3. April 2019))

Im Minutentakt füllen sich an diesem Mittwochnachmittag in der Sarner Hüetli-Werkstatt der Stiftung Rütimattli die Kartonschachteln mit Salatsauce (Bruno's Best), Raclettekäse (Seiler Käserei), Müesli (Bio-Familia), Pilzen (Kernser Edelpilze), Teigwaren (Pasta Röthlin) und Gewürzen (Nahrin). Fleissige Hände verpacken im Akkord Schachtel um Schachtel. 1500 Päckli werden es gegen Ende sein. Mit den Zutaten von sechs einheimischen Nahrungsmittelproduzenten beschenkt die Obwaldner Kantonalbank an der Partizipantenversammlung vom Samstag ihre Kunden.

Einer der rund zehn Mitarbeiter der Verpackungsabteilung, die mit vollem Elan zur Überraschung an der Partizipantenversammlung in Alpnach beitragen, die auch durch den Magen geht, ist Silvan von Rotz. Er steuert die Salatsauce und die Pilze bei, eine Arbeit, die ihm gefalle. Das Ergebnis überzeugt ihn: «Sieht gut aus», meint er, bevor er sich wieder an die Arbeit macht.

Die Kühlkette muss eingehalten werden

Teamleiter Christoph Eberli.

Teamleiter Christoph Eberli.

1500 Päcklein tönt nach viel, solche Mengen sind aber für die Hüetli-Mitarbeiter gemäss Teamleiter Christoph Eberli nichts Ungewöhnliches. «Wir haben viele solcher Grossaufträge unter dem Jahr. Die grosse Herausforderung diesmal ist das Einhalten der Kühlklette. Der Raclettekäse, die Salatsauce und die Pilze etwa müssen gekühlt bleiben.» Ein Kühlanhänger wurde dafür auf das Hüetli-Areal geholt. Wegen der beschränkten Haltbarkeit müsse auch alles in maximal drei Tagen abgewickelt werden.

«Doch wir schätzen sehr, dass die OKB mit diesem Auftrag auf uns zugekommen ist. Trotz Stammkunden sind wir immer auf solche Einzelaufträge angewiesen», erläutert Christoph Eberli.

«Eine sinnvolle Beschäftigung ist für unsere knapp 170 Leute mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen sehr wichtig.»

Eberli fährt fort: «Sie arbeiten in der Holzwerkstatt, in der Gärtnerei, in der Werkgruppe, in der Werkstatt Büntenpark oder eben in der Verpackungsabteilung und werden so optimal gefördert.»

Um nicht die Wirtschaft zu konkurrenzieren, werden marktübliche Preise verlangt und die Mitarbeiter entsprechend entlöhnt. «Unsere Leute arbeiten gerne und identifizieren sich voll mit ihrer Arbeit. Im Unterschied zum ersten Arbeitsmarkt werden sie allerdings intensiver betreut und haben weniger Leistungsdruck», erklärt Christoph Eberli den Unterschied. Ganz nach marktwirtschaftlichen Kriterien lief es diesmal allerdings nicht ab. Die sechs Produzenten spenden die Einnahmen der Stiftung Rütimattli. Sie erhält so zusammen mit den regulären Einnahmen für den Verpackungsauftrag 17000 Franken.

Von einem schönen Geschenk, bei dem die Produkte aus Obwalden gut zur Geltung kämen, spricht Rony Arnold, Geschäftsführer des Sarner Saucenherstellers Bruno’s Best. «Dass die Zusammenarbeit unter sechs Obwaldner Nahrungsmittelherstellern zu Stande gekommen ist, freut uns.» Mindestens so wichtig findet er aber das soziale Engagement. «Die Rütimattli-Mitarbeiter verdienen mit dem Verpacken des Geschenkes ihren eigenen Lohn.»

So präsentiert sich der Inhalt des Geschenks an die PS-Inhaber.

So präsentiert sich der Inhalt des Geschenks an die PS-Inhaber.

«Zeichen der Wertschätzung»

«Mit diesem Geschenk als Zeichen der Wertschätzung und des Dankes können wir unseren Partizipanten auch zeigen, wie stark Obwalden im Bereich der Nahrungsmittelproduktion ist», sagt dazu Bruno Thürig, Direktor der Obwaldner Kantonalbank:

«Einheimische Produzenten haben sich weit über die Kantonsgrenze und teilweise über die Landesgrenze hinaus einen Namen gemacht.»

Und weiter sagt Thürig: «Dieser Leistungsausweis hat den Respekt der OKB verdient. Darauf dürfen die Obwaldner stolz sein.» Dem Wunsch der Lieferanten, dafür die Stiftung Rütimattli einzuspannen, sei die Obwaldner Kantonalbank gerne nachgekommen, da die Stiftung schon mehrmals Aufträge für die OKB in Zusammenhang mit Partizipanten-Geschenken ausgeführt habe.