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Hunde sollen in Giswil an die Leine

Das neue Hundereglement schlägt hohe Wellen. Der Gemeinderat spricht von einem Schritt für mehr Sicherheit und weniger Hundetourismus. Für das Referendumskomitee geht das Gesetz zu weit.
Matthias Piazza
Ob er auch künftig in Giswil frei herumrennen darf, entscheidet sich am Sonntag an der Urne. (Bild: Corinne Glanzmann, 24. Oktober 2016)

Ob er auch künftig in Giswil frei herumrennen darf, entscheidet sich am Sonntag an der Urne. (Bild: Corinne Glanzmann, 24. Oktober 2016)

Hunde, die frei herumrennen, sind in Giswil ein gewohntes Bild. Als noch einzige Obwaldner Gemeinde kennt Giswil keine Leinenpflicht. Noch keine. Das soll sich mit dem neuen Hundereglement, über das die Giswiler am kommenden Sonntag an der Urne abstimmen, ändern. Bei Annahme müssen künftig die Hunde auf öffentlichen Plätzen und Anlagen, auf Strassen, Trottoirs und Spazierwegen in Wäldern, am Waldrand und auf Wanderwegen angeleint werden.

Gemeindepräsident Beat von Wyl verhehlt nicht, dass Giswil das lockerste durch das strengste Hundereglement Obwaldens ersetzen wolle. Denn dies sei nötig. Ausschlaggebend für die erste Überarbeitung des Reglementes nach 2006 ist eine Petition aus dem Jahre 2017, die eine Leinenpflicht verlangt, nachdem eine Familie mit Kindern von einem frei laufenden Hund angegriffen wurde. «Zudem erhalten wir immer wieder Rückmeldungen von Bürgern über streunende Hunde und gefährliche Situationen zwischen Mensch und Hund», begründet er die Verschärfung des Reglementes. Auch wolle man so dem Hundetourismus Einhalt gebieten, der in Giswil als einzige Obwaldner Gemeinde ohne Leinenpflicht entstanden sei.

Zudem soll die Hundesteuer nicht mehr für ein ganzes Jahr bezahlt werden, sondern nur noch für jene Zeit, in welcher sich ein Hund tatsächlich in Giswil aufgehalten und die Infrastruktur benutzt hat. Dies sei für die Hundehalter gerechter, schreibt der Giswiler Gemeinderat in der Botschaft.

Conny Dénervaud findet das neue Reglement zu streng und nicht tiergerecht. Die begeisterte Hundesportlerin und Besitzerin von zwei Hunden hat zusammen mit Inge Berchtold und Silvan Stucki von der IG Hundefreunde Giswil das Referendum gegen das neue Reglement ergriffen. Unterstützt werden sie durch den ehemaligen Giswiler Tierarzt Urs Schorno. «Das heisst im Grunde, dass wir die Hunde ständig an der Leine führen müssen. Das liegt nicht im Wesen des Hundes, der sich gerne bewegt und als soziales Tier den Kontakt zu Menschen und anderen Hunden sucht. Angeleint, wird er in seinem natürlichen Bewegungsverhalten und den Erkundungsmöglichkeiten stark eingeschränkt», führt Conny Dénervaud aus. Auch gibt sie zu bedenken, dass die Leinenpflicht auch für Hofhunde gälte.

Sarner Modell als Vorbild

Es sei ihr bewusst, dass es schwarze Schafe unter den Hundehaltern gebe, die ihre Hunde nicht im Griff hätten. Doch brauche es deswegen nicht einen solch radikalen Leinenzwang. «Mit dem Sarner Modell hätten wir sehr gut leben können.» Dort müssen Hunde im Gegensatz zum neuen Giswiler Reglement auf Wander- und Spazierwegen nur in dichtbewohntem Gebiet und im Waldgebiet nur im Winter und zwischen Dezember bis Ende Juni angeleint werden.

Für Beat von Wyl hinkt dieser Vergleich: «In Giswil mit seinen vielen Streusiedlungen ist eine Regelung, dass die Leinenpflicht nur in dicht besiedeltem Gebiet gilt, nicht tauglich.»

Angesprochen auf den Ausgang der Abstimmung meint Conny Dénervaud. «Es wird ein Krimi, wenn wir gewinnen, dann haarscharf.» Zuversichtlich stimmt sie die hohe Zahl von 291 Unterschriften, die für das Referendum zusammenkamen, erforderlich wären nur 50. Dies anerkennt auch Beat von Wyl an. «Die Vorlage ist sicherlich nicht unumstritten. Auf der anderen Seite fordern aber viele Giswiler eine generelle Leinenpflicht.»

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