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Ihr Atelier ist die Natur rund um Engelberg

Der Weg zwischen Eienwäldli und Wasserfall wurde zu einer Freiluft-Kunstgalerie. Aus dem, was die Natur hergibt, wurden Kunstobjekte. Strömender Regen tat dem Arbeitseifer keinen Abbruch.
Matthias Piazza
Die Land-Art-Künstlerin Vera Dzubiella (rechts) und ihr Sohn Aurel Fischer gestalten ihr Kunstwerk aus Ästen. (Bild: Dominik Wunderli, Engelberg, 23. Mai 2019)

Die Land-Art-Künstlerin Vera Dzubiella (rechts) und ihr Sohn Aurel Fischer gestalten ihr Kunstwerk aus Ästen. (Bild: Dominik Wunderli, Engelberg, 23. Mai 2019)

Spaziergänger, die auf dem Weg im Auenwald entlang der Engelbergeraa zwischen Eienwäldli und Wasserfall unterwegs sind, treffen seit dieser Woche Ungewöhnliches an. Zwar sind es alles Materialien, welche die Natur in unmittelbarer Umgebung hergibt. Und trotzdem wird bei genauerem Betrachten klar, dass hier der Mensch seine Finger im Spiel hatte. Genauer gesagt neun Künstler beziehungsweise Künstler-Teams aus dem Engelbergertal, der übrigen Schweiz, ja gar aus Süddeutschland und Norditalien. Sie haben sozusagen das Atelier oder die Kunstgalerie mit dem Auenwald am Ufer der Engelbergeraa getauscht, wo sie den 1,3 Kilometer langen Themenpfad «an der Aa» mitgestalten durften, mit der Natur als Werkstoff, eben Land-Art, wie sich diese Kunstform nennt.

Vera Dzubiella und ihr Sohn Aurel Fischer sind an diesem Donnerstagnachmittag noch mitten in der Arbeit. Aus Ästen gestalten sie Figuren, die aus dem Wasser steigen, wie die Baslerin ihr Kunstwerk beschreibt. Inspiriert dazu sei sie von ihrem letzten Besuch in Engelberg gewesen, im vergangenen November, als überall Schnee lag. «Dieser Platz erschien mir eine geeignete Bühne, beim Betrachten des Baches und des Waldes», erzählt sie.

An der Land-Art-Kunst schätzt die Künstlerin das Greifbare, das habe ihr früher bei der Malerei etwas gefehlt. Auch strömender Regen wie am Montag hielt sie nicht von der Arbeit ab. «Dem muss man trotzen, es war eine tolle Erfahrung», schwärmt sie, auch wenn die Kleider am Abend total durchnässt gewesen seien.

Natur fordert Kompromisse

Dass die Natur spezielle Arbeitsbedingungen bietet, erfuhr auch der deutsche Künstler Hama Lohrmann. Ihm schwebte ein Kunstwerk auf fünf Findlingen vor, die auf Baumstämmen liegen, umgehen von einem Rondell, gebildet aus Steinen aus der Engelbergeraa. Auf der Suche nach den Findlingen musste er kapitulieren, es waren keine in der Nähe aufzutreiben. «Mit solchen Unwägbarkeiten in der Natur muss man eben leben können», meint er dazu.

Erste Reaktionen zu den Kunstwerken blieben nicht aus. «Den Leuten gefällt mein Werk», sagt Hama Lohrmann zur Resonanz. Kopfschütteln oder schräge Blicke habe er nicht wahrgenommen und dies in einem Umfeld, wo bestimmt auch viele vorbeikommen, die mit Kunst nichts anfangen können. «Die Leute anerkennen, dass hinter meinem Kunstwerk viel körperliche Arbeit dahintersteckt», erklärt er sich diesen Umstand.

Genau dieses Niederschwellige erachtet Kuratorin Claudia Häusler als einen Vorteil von Land-Art. Angetan von der schönen Landschaft, kam der Zuger Kunstunternehmerin die Idee, Land-Art nach Engelberg zu holen und befreundete Künstler für einen «Auftritt» zu begeistern. «Auf dem viel besuchten Weg können wir mit unserer Kunst ein breites Publikum ansprechen. Die Leute müssen nicht in ein Museum gehen, sondern begegnen der Kunst auf ihrem Spaziergang, sozusagen auf Schritt und Tritt.» Die Künstler jedenfalls fühlten sich in Engelberg sehr wohl.

Der Themenpfad «an der Aa» ist vom 25. Mai bis Ende September zu bewundern. Weitere Informationen: www.kultur.spuur.ch/aktuell.

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