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In der Giswiler Kirche erstrahlt Goldenes Licht zum Genesis-Text

Der Kirchenchor Cantus Giswil geht neue Wege. Dieses Jahr organisiert und gestaltet er in der Pfarrkirche St. Anton im Grossteil eine besondere Osternacht, welche die Sinne der Gottesdienstbesucher ansprechen soll.
Marion Wannemacher
Die Männerscola des Kirchenchors Cantus Giswil im Altarraum der Pfarrkirche St. Anton, Grossteil. (Bild: Izedin Arnautovic (10. April 2019))

Die Männerscola des Kirchenchors Cantus Giswil im Altarraum der Pfarrkirche St. Anton, Grossteil. (Bild: Izedin Arnautovic (10. April 2019))

Mystisch sieht der Altarraum aus, wie er in Blau getaucht ist und mystisch wird auch die Osternacht in der Pfarrkirche St. Anton. «Der Kirchenchor wird singend das Gässli heraufkommen, aus der Dunkelheit der Nacht ans Feuer», erzählt Antonia Durrer, Leiterin des Kirchenchors Cantus Giswil. «Wir werden ‹Confitemini Domino›, einen Choral singen, der sich in acht Takten wiederholt, einem Mantra gleich». Die Vorfreude ist ihr anzumerken.

Dieses Mal soll die Osternacht anders ausfallen als die bisherigen. Lichtmalerei soll dem Kirchenschiff eine spezielle Atmosphäre verleihen. «Das Licht wird in bestimmten Phasen den Gottesdienst sinnlicher und erfahrbarer machen», gerät Hubert Baumgartner aus dem Vorstand des Kirchenchors ins Schwärmen. Er arbeitet als Lehrer für Bildnerisches Gestalten an der Höheren Fachschule für Technik und Gestaltung in Zug und ist für die Lichtregie zuständig. «Wir möchten auch einmal andere Leute ansprechen». Ausserdem erhoffe man sich, den Kirchenchor in ein neues Licht zu rücken.

Statt Kursprojekt nun Osternacht mit Illumination

Am Anfang der Idee mit der besonderen Osternacht stand eine Arbeitsgruppe. Diese hatte ursprünglich ein Kursprojekt im Sinn, das den Teilnehmern die Messe und deren Rituale im Jahreskreis wieder näherbringen sollte. «Zu aufwendig, zu kurzfristig», befanden die Verantwortlichen. Dann hatte Antonia Durrer den Einfall mit der Osternacht. Rundum stiess sie auf breite Unterstützung: «Die Pfarreigemeinde zeigte sich sehr positiv», freut sich die Chorleiterin. Selbst Pfarreileiter Gabriel Bulai habe sein Mitwirken zugesagt. Auch der Chor trage die Idee mit, wenn es auch nicht allen leicht falle, vor die Messebesucher zu treten, wo sie doch sonst in der Osternacht oben von der Empore sängen.

Professionelle Unterstützung fürs Lichtkonzept gibt es von der Sarner Firma Daniel Windisch. 24 Scheinwerfer werden die Pfarrkirche beleuchten. Gestern Mittwoch war die Hauptprobe mit Durchlauf. «Wir müssen alles üben, damit es gut daherkommt», findet Antonia Durrer. Musikalisch plant sie ein umfassendes Programm aus verschiedenen Epochen. Die Gesänge reichen vom gregorianischen Choral über Gospel bis hin zu modernen Kirchenliedern. Natürlich gehören auch die für eine Osternacht typischen liturgischen Gesänge dazu. Das Licht wird die Lesungen in Szene setzen: Ein Blau, das sich langsam vom Altarraum Richtung Kirchenschiff ausbreitet, steht für das Rote Meer, das Moses teilte, die Lesungen aus Genesis von der Erschaffung der Welt sollen mit paradiesisch goldigem Licht unterstrichen werden. Ein spezieller Moment ist dann, wenn die Orgel wieder spielt und die Kirchenglocken wieder läuten, die in den Kar­tagen schweigen.

Nach der Messe wird es zum Aufwärmen noch Punsch und zur Stärkung Schoggi-Eier geben. Früher hätten sich Gottesdienstbesucher glimmende Schwämme vom Osterfeuer zum Ausräuchern der eigenen vier Wände mitnehmen können, um böse Geister zu vertreiben. Dass der abergläubische Brauch heidnisch ist, stört Hubert Baumgartner nicht. Er rät aber davon ab, die Schwämme im Auto zu transportieren.

Osternacht, Samstag, 20. April, 22 Uhr, St. Anton, Giswil Grossteil

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