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In Obwalden sind Parzellen verrutscht

Der Boden ist in Bewegung. Das hat auch einen Einfluss auf den Plan für das Grundbuch. Nun werden die Grundstücke wieder neu vermessen.
Matthias Piazza
Trigonet-Geomatiker Philipp Sidler an der Arbeit. (Bild: PD)

Trigonet-Geomatiker Philipp Sidler an der Arbeit. (Bild: PD)

Beschädigte oder zerstörte Häuser, Ställe, Wege und Strassen: Die massiven Rutschungen im Gebiet Hintergraben ob Sarnen hielten seit 2010 und vor allem im Frühling 2013 Anwohner und Behörden in Atem. Bis zu 20 Zentimeter pro Tag bewegte sich der Hang Anfang Mai 2013 talwärts – normalerweise ist dies dort weniger als einen Millimeter pro Tag.

Das hat auch einen direkten Einfluss auf den Plan für das Grundbuch. Parzellengrenzen haben sich im Gebiet Schlimbach ob Sarnen um bis zu 30 Meter verschoben. Fachleute haben zwischen 2016 und 2018 in Sarnen diese Grundstücke neu vermessen. Infolge weiterer dauernder Bodenverschiebungen in einzelnen Gebieten stehen auch in anderen Obwaldner Gemeinden Erneuerungen der Vermessungswerke an. Zurzeit sind die Arbeiten in Giswil im Gange. Dieses Jahr wird auch in Lungern mit Vermessungsarbeiten gestartet, wo sich der Boden in den vergangenen Jahrzehnten bis zu einem Meter verschoben hat.

Dafür werden Grenzpunkte, die oft mit Steinen gekennzeichnet sind, mit einem GPS-Gerät neu vermessen. «Damit können wir die im Gelände vorhandenen Fix- und Grenzpunkte ermitteln und mit den Koordinaten des Planes für das Grundbuch vergleichen – und zwar fast zentimetergenau», erklärt der zuständige Nachführungsgeometer Hans Estermann. Damit werde die allfällige Differenz ermittelt und so das Obwaldner Vermessungswerk sozusagen zentimetergenau wieder auf den neusten Stand gebracht. In vielen Gebieten des Kantons wird diese präzise Nachführung das erste Mal vorgenommen. «Erst mit der modernen Technik ist es uns überhaupt möglich, Abweichungen festzustellen.» Er könne sich vorstellen, dass solche präzise Vermessungen künftig alle zehn bis zwanzig Jahre durchgeführt werden.

Wenn alles mitrutscht, muss ja auch nichts nachgetragen werden, sollte man meinen. Hans Estermann erklärt: «In den elektronischen Kartenverzeichnissen sieht man deutlich, dass die abgebildeten Häuser und Strassen nicht mehr zu den eingezeichneten Linien ‹passen›, welche die ursprüngliche Position darstellen.» Es ist, als ob die transparente Folie mit den eingezeichneten Linien leicht verrutscht ist, die auf der Landkarte liegt.

Auch im Interesse der Grundstückeigentümer

Für die aufwendigen Vermessungsarbeiten müssen die Mitarbeiter teilweise auch private Grundstücke betreten. Die Korrekturen des Planes für das Grundbuch sind gemäss Hans Estermann auch im Interesse der Grundstückeigentümer. «Es kann zu Rechtsstreitigkeiten kommen, wenn es etwa darum geht, eine neue Leitung zu bauen, wenn die Parzellengrenzen nicht mehr stimmen.» Auch in Landwirtschafts- und Bauzonen sei eine korrekte Grundstückgrenze wichtig, um Unsicherheiten zu vermeiden.

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