In Obwalden sollen die natürlichen Personen mehr Steuern zahlen

Im Kanton Obwalden soll der Steuerfuss für natürliche Personen von 2,95 auf 3,25 Einheiten erhöht werden. Umgekehrt soll bei den Unternehmen die Kapitalsteuer von 2 auf 0,01 Promille gesenkt werden.

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(sda)

Der Regierungsrat hat am Mittwoch die geplante Steuerreform veröffentlicht. Diese setzt unter anderem die Steuer- und AHV-Vorlage des Bundes (Staf) um, die nötig wurde, weil Holdings und andere Statusgesellschaften nicht mehr bevorzugt besteuert werden dürfen.

Bislang wurde das Eigenkapital dieser Gesellschaften privilegiert mit 0,01 Promille besteuert. Bei ordentlich besteuerten Firmen beträgt der Steuersatz 2 Promille. Neu soll die Kapitalsteuer für alle Unternehmen auf den tieferen Satz gesenkt werden. Weiter sollen die Unternehmen von weiteren Massnahmen wie der Patentbox oder einem zusätzlichen Abzug für Forschungsausgaben profitieren können.

Mit diesen Massnahmen könne Obwalden sein Position als attraktiver Standort behalten, teilte die Staatskanzlei mit. Es könne nicht nur der Wegzug von bestehenden Statusgesellschaft verhindert werden, sondern es könnten auch neue, kapitalstarke Firmen angezogen werden.

Allerdings muss Obwalden auch seinen Finanzhaushalt stabilisieren. Deswegen sollen die natürlichen Personen mehr Steuern zahlen als bisher. Der kantonale Steuerfuss soll demnach von 2,95 auf 3,25 Einheiten steigen. Auch die Grundstückgewinnsteuer soll erhöht werden. Diese Massnahmen seien mit Blick auf das strukturelle Defizit unumgänglich, schreibt die Staatskanzlei.

Insgesamt rechnet der Regierungsrat so mit Mehreinnahmen von 11,1 Millionen Franken.

Steuervorteile für Firmen entzweien Obwaldner Parteien

Im Rahmen der Umsetzung der nationalen Steuer-AHV-Vorlage (Staf) will die Regierung Unternehmen steuerlich entlasten. Der grösste Teil der Massnahmen dürfte im Kantonsrat Mehrheiten finden, wie die Vernehmlassungsantworten zeigen.
Franziska Herger

Steuererhöhung bleibt in Obwalden umstritten

Trotz Anzeichen von Kompromissbereitschaft sind sich die Parteien auch über die diesjährige Steuervorlage der Regierung uneinig. Den Linken greift sie zu wenig weit, SVP und FDP wollen die Erhöhung dagegen auf fünf Jahre befristen.
Franziska Herger