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Inder entdecken das Sarneraatal vermehrt

Wo es um die Gunst der Gäste geht, schlagen sich die Touristiker im Freizeit- und Erholungsraum Obwalden wacker. Schwierige Rahmenbedingungen wollen sie mit neuen Formen der Vermarktung meistern.
Primus Camenzind
Sie prägten die Versammlung: Christoph Zumstein, neugewählter Verwaltungsrat Obwalden Tourismus (OT), Otto Steiner, Referent, und Florian Spichtig, VR-Präsident OT (von links). (Bild: Primus Camenzind, Sarnen, 1. Mai 2019)

Sie prägten die Versammlung: Christoph Zumstein, neugewählter Verwaltungsrat Obwalden Tourismus (OT), Otto Steiner, Referent, und Florian Spichtig, VR-Präsident OT (von links). (Bild: Primus Camenzind, Sarnen, 1. Mai 2019)

«Obwalden der Geheimtipp», verspricht die Werbung. So weit, so gut, «aber unsere Gäste wollen wissen, wo sich die Geheimtipps befinden», erklärte Florian Spichtig in seinen Begrüssungsworten an der 6. ordentlichen Generalversammlung von Obwalden Tourismus (OT) in Sarnen. «Die Gäste wollen bei uns auch etwas lernen – käsen oder fischen zum Beispiel –, aber sie möchten auch die Einheimischen kennen lernen», führte Spichtig weiter aus. «Die Natur ist das A und O für die Ferienregion Obwalden», bekräftigte er.

Die stetige Zunahme der Temperaturen in den vergangenen 20 Jahren und – damit zusammenhängend – kürzere Winter und längere Sommer bezeichnet Spichtig visionär als «Der ewige Sommer». Auf diese Veränderung müssten die Touristiker eine Antwort parat haben, gab er zu verstehen.

Obwalden als Laufparadies verkaufen

Über die neuen Formen der Vermarktung sprach Stephan Lingertat, vollamtlicher Leiter Marketing und Innovation. «Die Digitalisierung wird auch für uns immer wichtiger», betonte er. Im Bereich Soziale Medien setzt OT vor allem auf Facebook, Instagram und die Website. Auf diesen Kanälen wurden im Berichtsjahr 2018 das Schwerpunktthema «Velo», eine Imagekampagne im vergangenen Herbst und zum Jahresende der Tourismus-Stammtisch lanciert. Er findet alle zwei Monate in einem Gastrobetrieb des alten Kantonsteils statt. Ab 25. Mai wird neu das Laufparadies Obwalden propagiert. Die Marke «Lets gOW» werde anschliessend mit diversen Events im Kanton auf Tour gehen, kündigte Lingertat an. Die Kooperation mit starken Partnern wie Luzern-Vierwaldstättersee verliere deshalb nicht an Bedeutung.

Über 50 Prozent mehr Gäste aus Indien

Die Logiernächte im Sarneraatal stiegen im Vorjahresvergleich um 2,3 Prozent – dies trotz Rückgang der Bettenzahl von 1,3 Prozent. Indische Gäste waren sprichwörtlich «im Kommen» (plus 51 Prozent), während viele Deutsche ausblieben (minus 22 Prozent). Schweizer Touristen (51 Prozent) bilden seit Jahren erstmals wieder die Mehrheit.

Bei den Logiernächten in den Gemeinden legten Sarnen, Alp­nach und Kerns moderat zu; Lungern gar um 25,7 Prozent. Giswil (minus 36,9 Prozent) und Sachseln (minus 11,9 Prozent) mussten wegen der Schliessung von Hotels schmerzliche Verluste hinnehmen. Aus dem Gesamtertrag von 1,3 Millionen Franken ergab sich nach sämtlichen Abzügen ein Jahresgewinn von 120000 Franken. Die Bilanzsumme per 31. Dezember 2018 beträgt 524800 Franken (plus 67'000). Der aus dem Verwaltungsrat austretende Marcel Frangi aus Giswil wurde einstimmig durch den Giswiler Hotelier Christoph Zumstein ersetzt.

Aus dem Reich der Mitte

(cam) An die Generalversammlung von Obwalden Tourismus (OT) war auch der weitherum bekannte Ausstellungsmacher Otto Steiner aus Sarnen eingeladen. Er ist seit geraumer Zeit dabei, das Riesenreich China zu entdecken. Dies mit beruflichen Absichten und konkreten Projekten. «Vor kurzem kamen wir aus China zurück und wir packen schon bald wieder unsere Koffer, um dorthin zurückzukehren», gab er den Aktionären von Obwalden Tourismus zu verstehen. Steiner weiter: «Wir lernen von China, und seither begegne ich auch unseren Feriengästen aus dem Reich der Mitte mit anderen Augen.»

Steiner und sein Mitarbeiter Sebastian Günther gelangen an Orte, an welche Touristen kaum hinkommen. «Wir positionieren uns in den Bereichen Natur, Geschichte, Geschichten, Wasser, Handwerk und Buddhismus.» Unter zahlreichen Projekten erwähnte der Referent die 1,4 Millionenstadt Liuyang in der Provinz Hunan. Bislang decken sich Steiners Ideen einer Stadtverschönerung noch nicht mit jenen des zuständigen Parteisekretärs. «Wir wollen, dass in unseren Plänen die eigene Kultur und Lebensform der Chinesen erhalten bleiben. Sie bevorzugen es, wenn wir ihnen ein Stück heile Schweiz erschaffen.» Spannende 45 Minuten mit dem unkonventionellen Referenten waren im Nu vorüber.

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