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Initiative fordert sichereren Schulweg in Alpnach

Kinder aus Alpnachstad sollen künftig nicht mehr auf dem Trottoir der Brünigstrasse zur Schule fahren müssen.
Franziska Herger
Wo Bruno Müller steht, beginnt der Wanderweg querfeldein über die Wiese Richtung Alpnach Dorf. (Bild: Franziska Herger, Alpnach, 16. August 2019))

Wo Bruno Müller steht, beginnt der Wanderweg querfeldein über die Wiese Richtung Alpnach Dorf. (Bild: Franziska Herger, Alpnach, 16. August 2019))

Die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Schulweg beschäftigt Obwaldner Eltern – so sehr, dass sie zu politischen Mitteln greifen. Nach der Petition in Giswil zur Tempobeschränkung auf einem Abschnitt der Grossteilerstrasse, der als Schulweg dient (siehe Ausgabe von gestern), verlangt nun in Alpnach eine Einzelinitiative sicherere Bedingungen für die Schulkinder aus Alpnachstad. Ab Montag nehmen diese wieder den Schulweg nach Alpnach unter die Füsse oder die Veloräder. Gerade velofahrende Kinder müssten aber auf den mehreren hundert Metern vor dem Abbiegen in Richtung Schulhaus das Trottoir der Brünigstrasse nehmen. Das sei zu gefährlich, findet Bruno Müller aus Alpnachstad.

«Erst gerade im März verunfallte ein Schüler auf dem Nachhauseweg Richtung Alpnachstad», erzählt der zweifache Vater. Der Bub, den er persönlich kennt, stürzte vom Trottoir auf die Fahrbahn der Kantonsstrasse und zog sich Schürfungen am ganzen Körper zu. Sein Helm zerbrach. Bruno Müller redet von einer erhöhten Unfallgefahr auf dem Strassenabschnitt. «Wenn nach Schulschluss zahlreiche Velofahrer auf dem Trottoir unterwegs sind, steigt das Risiko.»

Zumal das Trottoir nicht den Richtlinien entspreche. Die Steigung im oberen Teil der Strecke Richtung Dorf beträgt 3,3 Prozent. Die Schweizerische Velokonferenz empfiehlt bei kreuzendem Fahrradverkehr maximal 2 Prozent. Zudem ist das Trottoir nur 1,9 statt der empfohlenen 2,5 Meter breit.

Daran möchte Bruno Müller aber nichts ändern mit seiner Initiative, die er Ende August einreichen will. Stattdessen schlägt er vor, den bestehenden Wanderweg zwischen Rotenbächli und der Grunderbergstrasse auf einer Länge von 550 Metern zum velotauglichen Schulweg auszubauen. Momentan handelt es sich um einen ausgeschilderten Fusspfad über mehrere Wiesen. Damit entspreche er auch dem Verkehrsrichtplan Alpnach, der langfristig eine Entflechtung von Kantonsstrasse und Schulweg mit Verbesserungen für den Veloverkehr vorsehe, schreibt Bruno Müller im Initiativtext, den er auch an sämtliche Ortsparteien gesendet hat. Trotzdem sei er mit seiner Idee bei der Gemeinde bisher auf taube Ohren gefallen, sagt der Initiant.

Gemeinde möchte eher im Dorf optimieren

Die Prioritäten der Gemeinde lägen anderswo, sagt die zuständige Gemeinderätin Regula Gerig auf Anfrage. «Optimierungen wären viel eher im Dorf selber und auf der anderen Dorfseite auf der Brünigstrasse Richtung Sarnen angebracht, da hier neben den Schulkindern auch mehr Pendler zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sind», meint sie. Auf dem Wanderweg, dessen Ausbau Bruno Müller beantragt, habe die Gemeinde zudem nur das Fusswegrecht. «Ein Radfahrrecht durchzusetzen dürfte nur schon aus rechtlicher Sicht schwierig werden, da die Verhältnismässigkeit in so unmittelbarer Nähe zur Charrengasse mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht gegeben ist», sagt die Gemeinderätin.

Die Charrengasse, welche die Chälengasse nach dem Giessenbach mit der Brünigstrasse verbindet, habe man vor rund einem Jahr saniert und für Velos besser befahrbar gemacht, fährt Regula Gerig fort. «Es stimmt, kurz vor dem Dorf muss man dann trotzdem aufs Trottoir, das die Normen für einen Radweg nicht erfüllt. Aber es hat an der Stelle nur wenige Fussgänger. Wir halten den Abschnitt als Schulweg für zumutbar.»

«Es geht mir nicht darum, Angst zu machen»

Bruno Müller sieht das anders. «Wenn es um die Sicherheit von Schulkindern geht, gibt es für mich gar keine Diskussion. Das sollte selbstverständlich sein.» Wenn seine Tochter am Montag zum ersten Mal in den Kindergarten geht und sein Sohn in die Schule, wird Bruno Müller die beiden anfangs begleiten, abwechselnd mit anderen Eltern. «Es geht mir nicht darum, Angst zu machen, aber Vorsicht ist sicher angebracht», sagt der Alpnachstader.

Momentan sammelt er Unterschriften für sein Anliegen. Gezählt hat er sie noch nicht. Unterschriften wären bei einer Einzelinitiative, die jeder Bürger einreichen kann, zwar eigentlich nicht nötig. «Ich will aber zeigen, dass der sichere Schulweg ein breites Anliegen der Alpnacher Bevölkerung ist.»

Schliesslich sei Alpnachstad ein aufstrebender Ortsteil. «In den Quartieren Kapellemattli, Chälengasse, Rösslimatt und Chälemattli wurden oder werden über hundert neue Wohneinheiten realisiert. Das dürften gegen 150 zusätzliche Kinder sein, die nach Alpnach zur Schule müssen», rechnet Bruno Müller vor. «Es braucht eine Lösung für die Zukunft.»

Dass sich auch in Giswil Eltern über die Schulwegsicherheit Sorgen machen, sei auch ein Zeichen an den Kanton, meint Müller. «Hier bestünde Handlungsbedarf, auch wenn die Finanzen knapp sind.» Der Gemeinderat hat die Anträge der einmal eingereichten Einzelinitiative innert Jahresfrist zur Abstimmung vorzulegen.

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