Ist rot oder schwarz besser?

Redaktionsleiter Markus von Rotz nimmt sich in seinem «Blitzlicht» des Sparwillens im Kanton Obwalden an.

Markus von Rotz
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Markus von Rotz.

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Bild: Corinne Glanzmann

Drei Fraktionen kritisierten am Donnerstag das Budget 2020 des Kantons Obwalden, weil es nicht ausgeglichen abschliesst. Das hätten sie nun wirklich erwartet nach dem Ja des Volkes zur Steuererhöhung. Stattdessen sei ein Defizit in der Höhe von rund zwei Millionen Franken vorgesehen. Spätestens in einem Jahr müsse damit wirklich Schluss sein, wurde laut gefordert.

11 Millionen Franken fliessen dank Steuererhöhung neu in die Kantonskasse. Auf den ersten Blick könnte man annehmen, das müsste genügen für eine schwarze Null im Budget. Doch ist dieses geringe Defizit wirklich so schlimm? Aus psychologischer Sicht könnte es sogar ein Vorteil sein: Man weiss, um die Finanzen steht es noch immer nicht sehr rosig, der Nachholbedarf nach den mageren Jahren mit hohen Defiziten ist gross. Die Regierung hat denn auch bewusst auf die Auflösung von Reserven verzichtet, weil sie so Transparenz schaffen wolle.

Ein Budget soll ehrlich und korrekt sein. Doch bei einem 300-Millionen-Haushalt liegen 2 Millionen plus oder minus im Schwankungsbereich. Immer wieder schloss Obwalden wie andere Kantone am Ende in der Rechnung besser ab als budgetiert, weil nie alles vorausgesehen werden kann. Das zeigen auch die kurzfristigen Anpassungen und Verbesserungen, welche die Regierung noch angebracht hat. Letztlich ist der Sparwille viel entscheidender als eine rote oder eine schwarze Null. Und den müssen Regierung und Parlament zeigen.