Maxon Standortleiter: «Je aktiver wir handeln, desto besser schaffen wir es durch die Krise»

In Erwartung eines drastischen Auftragsrückgangs kündigte Obwaldens grösster Arbeitgeber Maxon Kurzarbeit ab 1. April an. Daniel von Wyl, Standortleiter Maxon Sachseln, erklärt im Interview, dass Prognosen im Moment unmöglich sind.

Interview: Adrian Venetz
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Blick in die Produktion von maxon Motors Sachseln.

Blick in die Produktion von maxon Motors Sachseln.

Bild: Dominik Wunderli (Sachseln, 27. Juni 2018)

Wie schwer ist Ihnen der Entscheid gefallen, Kurzarbeit anzumelden?

Daniel von Wyl: Selbstverständlich fällt uns ein solcher Entscheid nicht leicht. In einer Situation wie dieser ist es wichtig, das Heft nicht aus der Hand zu geben. Je aktiver wir jetzt handeln, desto besser schaffen wir es durch die Krise. Ich kann ein Beispiel geben: Die allermeisten unserer Grosskunden in Frankreich haben letzte Woche ihre Fabriken geschlossen. Da kann man sich etwa ausdenken, wie sich das bei uns auswirkt.

Wie will man an 5 Tagen pro Woche produzieren, wenn die «allermeisten» in Kurzarbeit gehen müssen?

Neben den Hygienevorschriften ist das Abstandhalten zwischen Mitarbeitenden die wichtigste Vorsichtsmassnahme im Kampf gegen das Coronavirus. Je weniger Personen wir in den Büros und den Produktionslinien haben, desto besser können wir das Social Distancing sicherstellen. Das ist der Hauptgrund, weshalb wir unsere Arbeit auf 5 Tage verteilen anstelle einer 4-Tagewoche.

Hat man schon einen Zeithorizont, wie lange die Kurzarbeit etwa andauert?

Wenn wir wüssten, wie lange die Coronakrise dauert und welches die Nachwirkungen sind, dann könnten wir die Dauer eventuell abschätzen. Das ist im Moment aber schlichtweg unmöglich. Ganz ehrlich, ich weiss nicht einmal, welche Hiobsbotschaften für morgen zu erwarten sind.

Kann man schon vorsichtige Schätzungen anstellen, was die Coronakrise finanziell für maxon bedeuten wird?

Spekulieren bringt nichts. Wichtig ist, dass unser Unternehmen weiter funktioniert und die Coronakrise übersteht. Deshalb haben wir auch per sofort ein weltweites Sparprogramm eingeleitet. Die Anmeldung zur Kurzarbeit in der Schweiz ist nur eine von mehreren Massnahmen. Noch wichtiger als die Finanzen ist die Gesundheit unserer Mitarbeitenden.

Wie haben die Mitarbeiter auf die Nachricht reagiert?

Kurzarbeit ist natürlich eine bittere Pille, aber unsere Mitarbeitenden zeigen Verständnis und den Willen, es gemeinsam durch diese Krise zu schaffen. Darüber hinaus sehe ich eine grosse Solidarität und Flexibilität. Viele Mitarbeitende sind bereit, in Abteilungen auszuhelfen, in welchen es wegen der aktuellen Situation zu Personalengpässen kommt.