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Jedem Kindergarten in Alpnach sein «kleines Häuschen»

Steigende Kinderzahlen erfordern mehr Platz in der Primarschule. Weil damit dort bisher für Kindergärtler genutzte Räume wegfallen, holt der Gemeinderat ein Neubau-Projekt wieder aus der Schublade.
Markus von Rotz
Der geplante Kindergartenneubau in der Mitte, dahinter die übrigen Schulanlagen. (Bilder: Visualisierung: Durrer Architekten Luzern)

Der geplante Kindergartenneubau in der Mitte, dahinter die übrigen Schulanlagen. (Bilder: Visualisierung: Durrer Architekten Luzern)

«Ich wäre stolz, wenn wir so ein schönes Gebäude realisieren könnten, und unsere Kinder verdienen das», sagte Gemeindepräsident Heinz Krummenacher am Infoabend vom Dienstag zur Vorlage für ein neues Kindergartengebäude für 5,6 Millionen Franken. Die Kosten hatten im Dorf und in sozialen Medien bereits zu reden gegeben. Der Gemeinderat ging auch offensiv darauf ein. Die Frage, warum der Neubau 0,7 Mio. Franken mehr kostet als noch vor einem Jahr, blieb jedoch unbeantwortet. Im November 2017 war in der Botschaft zum Planungskredit von 250000 Franken (73 Prozent Ja) von 4,9 Mio. die Rede.

Die Gemeinderäte betonten vor den rund 80 Anwesenden aber, Alpnach könne sich die Investition ohne Steuererhöhung leisten, aber auch nur, weil man früher diesen Schritt gemacht habe, betonte Krummenacher. Er erinnerte daran, dass man dadurch 2016 und 2017 ein Plus schreiben und auch grosse Rückstellungen für den Hochwasserschutz tätigen konnte. Zudem sei die Pro-Kopf-Verschuldung seit 2014 um einen Drittel gesunken. «Könnte die Gemeinde das Projekt nicht tragen, würde der Gemeinderat es nicht vorschlagen.» Schulvorsteherin Sibylle Wallimann betonte, Alpnach liege mit 786 Franken pro Kubikmeter im Rahmen vergleichbarer Bauten. Zudem seien in den Kosten Provisorien und der Abbruch des Schwesternhauses mit dabei.

Mehr Primarschüler verdrängen Kindergärtler

Zu den Provisorien der Vergangenheit für Kindergärtler gehörte auch die Umnutzung von Primarschulzimmern. Das geht nun nicht mehr: Aus 126 (2016/17) beziehungsweise 121 Kindergarten-Kindern (2017/18) werden nun mehr Primarschüler. Zudem wird ab 2019 erneut mit über 120 Kindern gerechnet. Die heutigen Räume für Schüler hingegen genügten. «Ich wage zu behaupten, dass wir den Bedarf auf zehn Jahre hinaus abzudecken vermögen», sagte Wallimann. Planen könne man aber «nur so weit, wie Kinder auf der Welt sind».

2012 hatte das Büro Durrer Architekten aus Luzern einen Wettbewerb gewonnen. Daniel Durrer stellte das inzwischen überarbeitete, von vier auf sechs Kindergärten erweiterte und vom Gemeinderat reaktivierte Projekt eingangs vor. Der Bau umfasst im Obergeschoss sechs Kindergärten und im Erdgeschoss mit viel Glasfassaden zwei Mehrzweck- sowie ein Lehrerzimmer und Nebenräume. Mit der Konstruktion schaffe man pro Kindergarten «ein eigenes kleines Häuschen» mit Giebeldach und erhalte «quasi gratis» im Erdgeschoss den gesetzlich vorgeschriebenen gedeckten Aussenplatz. Aussentreppen zu jedem Kindergarten dienen auch als Fluchtweg. Die Dächer will man begrünen. Das verbessere Wärme- und Schallschutz. Sommerlinde und Naturwiese bleiben erhalten, eine spätere optionale Erweiterung des Schulhauses 2003 werde durch den Neubau nicht tangiert.

Im Vordergrund sieht man den überdachten Vorplatz, links hinten sollen die Mehrzweckräume platziert werden.

Im Vordergrund sieht man den überdachten Vorplatz, links hinten sollen die Mehrzweckräume platziert werden.

Erst zwei Parteien nahmen Stellung

Bei einem Nein würden weiterhin Kosten für Provisorien oder externe Miete anfallen. Man müsste ein neues Projekt ausarbeiten und die bisherigen Planungskosten seien verloren, betonte Sibylle Wallimann. Zudem fielen im Schwesternhaus, in das man kaum mehr investiert habe, weiterhin hohe Heizkosten an. Die SVP, bis vergangenen Mai präsidiert von Gemeinderat Willy Fallegger, schrieb im «Alpnacher Blettli», man wisse noch zu wenig über die Vorlage, doch zeichne sich aufgrund dieser Fakten ein Nein ab. Einstimmig Ja sagt die CSP. Nach 60 Jahren mit diversen Provisorien sei es «an der Zeit, dem wichtigen Einstieg in die Schulzeit nachhaltige Räume zur Verfügung zu stellen». Beim Projekt handle es sich um «eine gefällige, kindgerechte und flexible Lösung». Parolen der anderen Parteien sind bisher nicht bekannt. An der Versammlung gaben neben den Kosten Details wie die Konstruktion oder der gedeckte Vorplatz, der nachts laute Jugendliche anziehen könnte, zu reden.

Abgestimmt wird am 25. November. Pläne und Modell sind bis 22. November im Gemeindehaus ausgestellt. Zur Abstimmung gelangen zwei weitere Vorlagen (siehe Kasten unten). Über diese informiert der Gemeinderat nach der Gemeindeversammlung vom 13. November, an der sonst nur Einbürgerungen anstehen.

Im Budget wird ein Defizit erwartet

Neben dem Kindergarten-Neubau (siehe Haupttext) kommen am 25. November auch das Budget 2019 und eine Umzonung in Alpnachstad zur Abstimmung.

Im Budget geht der Gemeinderat bei einem Gesamtaufwand von 24,4 Millionen Franken von einem Defizit von 366500 Franken aus. Dies trotz erwarteter leicht steigender Steuermehreinnahmen und einer erneuten Zahlung aus dem interkantonalen Finanzausgleich von einer Million. Letzteres darum, weil die Finanzkraft in Alpnach im Kantonsmittel weiterhin «unterdurchschnittlich» ist. Kostentreiber ist auch die Schule. «Jahr für Jahr müssen zusätzliche Klassen geführt werden», was laut Botschaft des Gemeinderats der steigenden Schülerzahl zuzuschreiben ist und mit ein Grund für den neuen Kindergarten ist. In der Investitionsrechnung ist eine erste Tranche von 2,3 Mio. für den Kindergarten eingesetzt. Total sind Bruttoinvestitionen von 5,5 Mio. (netto 3,5 Mio.) geplant. Darunter sind auch 60000 Franken für ein Parkplatzkonzept in Alpnachstad, für welches 2019 eine Abstimmung geplant ist.

Wegen der Pläne der Pilatusbahn für neues Rollmaterial und eine Verbreiterung der Perrons bei der Talstation in Alpnachstad ist eine Anpassung im Zonenplan nötig. Die Erweiterung nach Westen geht zu Lasten des angrenzenden Waldes, weshalb dafür teilweise Ersatz geschaffen werden muss. Der Kanton habe dem Vorgehen bereits zugestimmt. Ein massgeblicher Teil der Rodungsfläche sei übrigens «nackte Felswand» und «nachweislich seit Jahrzehnten nicht mehr bewaldet» gewesen. (mvr)

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