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Jeder Dritte sammelt in Obwalden zu viele Pilze

Pilzsammeln hat wieder Hochsaison – auch im Sarneraatal. Nicht alle nehmen es mit dem Gewicht genau. Das kann teuer werden.
Matthias Piazza
Der Obwaldner Naturaufseher Eugen Gasser wiegt Pilze. (Bild: Corinne Glanzmann, Giswil, 27. August 2019)

Der Obwaldner Naturaufseher Eugen Gasser wiegt Pilze. (Bild: Corinne Glanzmann, Giswil, 27. August 2019)

Regeln gelten auch im Wald. Das mussten kürzlich auch ein paar Pilzsammler am eigenen Leib erfahren. Sie wurden auf frischer Tat ertappt, als in ihrem Korb mehr Pilze waren als erlaubt. Die Kantonspolizei Obwalden, die mit der kantonalen Wildhut auf Patrouille war, kontrollierte 21 Pilzsucher (siehe Ausgabe vom 23. August). Bei einem Drittel wurde der Ausflug in die Natur teuer. Sieben Pilzler überschritten die erlaubte Obergrenze von zwei Kilo pro Person und Tag.

Bis zwei Kilo Übergewicht kostet 100 Franken, bis vier Kilo 200 Franken. Rund zehn Kilo Pilze wurden bei der Kontrolle total konfisziert, vor allem Steinpilze, wie Jagdverwalter Cyrill Kesseli auf Anfrage sagt. Diese Pilze würden aber nicht vernichtet, sondern hälftig dem Kantonsspital Obwalden und der Residenz Am Schärme in Sarnen gespendet.

Fairness dank Gewichtsbeschränkung

Mit Schikane habe dieses Gesetz und dessen Durchsetzung nichts zu tun. «Wir wollen damit verhindern, dass einige wenige Sammler die pilzreichen Stellen abgrasen und ihren Kollegen nichts mehr übrig lassen», erklärt Cyrill Kesseli. Auch könne man so das gewerbliche Sammeln unterbinden. «Mit der Gewichtsbeschränkung haben alle etwas von diesem Geschenk der Natur.»

Dass jeder dritte kontrollierte Pilzsammler die Gewichtslimite für Steinpilze und Eierschwämme nicht einhalte, sei zwar ein hoher Wert, aber entspreche in etwa den Werten früherer Stichkontrollen, ordnet Cyrill Kesseli ein. Unwissenheit könne kaum der Grund für den Verstoss sein.

«Die Regeln sind bekannt und sind auch auf Tafeln in der Nähe von Pilzplätzen aufgeführt. Die Erwischten reagieren denn auch nicht überrascht, sondern zeigen sich meist einsichtig. Sie bezahlen die Busse zähneknirschend, aber anstandslos.»

Ein geübter Pilzsammler könne das Gewicht seiner Ausbeute gut einschätzen, ansonsten könne eine mobile Federwaage wertvolle Dienste leisten, welche auch für die Kontrolle des Kantons verwendet werde.

Zwei Kilo Steinpilze sind laut Cyrill Kesseli übrigens mehr als genug für ein Steinpilzrisotto, das für eine ganze Familie reiche. Bei Morcheln, welche im Frühling Saison haben, liegt die Limite bei einem halben Kilo. Dies sei gerechtfertigt, weil der Pilz hohl und im Verhältnis zu seiner Grösse auch leichter sei. Ein halbes Kilo Morcheln sei sehr viel.

Eigenverantwortung vorausgesetzt

Seiner Wahrnehmung nach erfreut sich das Pilzsammeln steigender Beliebtheit. «Die Leute schätzen die Ruhe in der Natur», weiss Cyrill Kesseli. Allerdings wird Eigenverantwortung verlangt, die kantonale Pilzkontrolle wurde vor über 20 Jahren abgeschafft. Dazu Kesseli:

«Die Leute sammelten teilweise völlig unwissend beliebige Pilze und überliessen es dem Kontrolleur, die giftigen von den ungiftigen zu unterscheiden.»

Das notwendige Wissen könne man sich als Pilzsammler in Kursen oder selber beibringen.

In Nidwalden kennt man solche systematischen Kontrollen wie in Obwalden nicht, wie der kantonale Wildhüter Hubert Käslin auf Anfrage sagt. «Unser Kanton ist für Pilzler nicht so interessant wie Obwalden. Aufwendige Kontrollen wären darum nicht verhältnismässig.» Stichkontrollen würden etwa auf entsprechende Hinweise von Passanten durchgeführt.

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