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Jodlerabend in Sarnen packt Herz und Seele

Das Konzert des Jodlerklubs Sarnen geriet zu einem tiefen Erlebnis. Auch dank den archaischen Naturjuuz aus dem Muotathal und bezaubernden Zäuerlis aus dem Appenzell.
Kurt Liembd
Der Jodlerklub Sarnen begeistert vor traumhafter Kulisse. (Bild: Kurt Liembd, Sarnen, 26. April 2019)

Der Jodlerklub Sarnen begeistert vor traumhafter Kulisse. (Bild: Kurt Liembd, Sarnen, 26. April 2019)

Was der Jodlerklub Sarnen für sein Jahreskonzert auf die Beine stellte, ist höchst bemerkenswert. Die Konzerte vom Freitag und Samstag in der ausverkauften Aula Cher waren nicht nur musikalisch ein Erlebnis, sondern auch vom Ambiente her. Unter dem Motto «Sarner Wuchämärt» wurde das Foyer und die halbe Bühne in einen Wochenmarkt verwandelt, kombiniert mit einem riesigen Wandbild des Dorfplatzes. Aber es sollte akustisch noch viel stilvoller kommen. Dafür sorgten die Sarner Jodler schon zu Beginn mit dem «Älggi-Juiz» ihres legendären Mitgründers und Obwaldner Tonlyrikers Julius Stockmann. Vom ersten Ton an spürte man so etwas wie Heimat, ebenso beim «Älplertraum» von Emil Wallimann. «Ein Fest für die Sinne», brachte es Vereinspräsident Patrick Koch treffend auf den Punkt.

Einmal mehr ist es gelungen, attraktive Gastformationen zu gewinnen, so der Jodlerklub Illgau (Freitag), das Schötzechörli Stein aus Appenzell (Samstag) und die «Zellerbuabe» Oberstaufen aus dem Allgäu (D). Höhepunkt am Freitag bildeten die Muotathaler Naturjuuz. Diese sind einzigartig wie die Leute im Muotathal mit ihrer urchigen Sprache und ihrer kantigen aber liebenswerten Art. Genauso tönten ihre Juuz mit den für Laien schräg klingenden Tönen der Naturtonreihe, ähnlich dem Alphorn-Fa. Beim mehrstimmigen Singen erklangen zudem ungewohnte, für gewöhnliche Ohren dissonant klingende Intervalle. Aber genau diese urchige, kernige und gar archaische Art machte die Vorträge der Illgauer zu einem tiefen Erlebnis.

Zu einem weiteren Erlebnis für Besucher des Samstagsprogramms gerieten die «Zäuerli» der Gäste aus Stein (AR). Dieser spezielle Naturjodel mit seinen langsamen melancholischen Melodien war von ganz anderer Art als jener der Illgauer und zeigte eindrücklich die Modulationsfähigkeit der menschlichen Stimme. Volksmusik vom Feinsten boten die vier Musikanten «Zellerbuabe» aus dem Allgäu. Mit ihrer äusserst feinfühligen Spielweise brachten Sie ein Stück echten Brauchtums aus dem Allgäu nach Obwalden.

Steimanndli-Juiz darf nicht fehlen

Wieder zurück in heimische Gefilde boten das Quartett und das Sextett des Jodlerklubs Sarnen gepflegte und stilvolle Vorträge auf höchstem Niveau. Das gelungene Jodlerkonzert und die Begeisterung des Publikums kommen nicht von ungefähr, sondern tragen einen Namen und der heisst André von Moos. Der 62-jährige Dirigent und Komponist, der die Sarner Jodler seit 2007 dirigiert (und bereits von 1989 – 1993), ist der Baumeister des Erfolgs. Er gilt heute als einer der ganz Grossen in der Jodlerszene, auch dank seiner kürzlich erschienenen CD «Seelenspiegel». So konnte es das Publikum kaum erwarten, bis endlich seine Komposition «Steimanndli-Juiz» erklang, sozusagen das Markenzeigen von André von Moos. Nicht nur damit bewies er mit seinen Sarner Jodlern auf eindrückliche Art, wie innovativ zeitgenössisches Jodeln sein kann.

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