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Jodlermesse berührt Besucher von überall

Jodlerklub Flüeli-Ranft singt die Bruder-Klaus- Jodlermesse initiiert von Dirigentin Silvia Windlin (Bild Marion Wannemacher)

Jodlerklub Flüeli-Ranft singt die Bruder-Klaus- Jodlermesse initiiert von Dirigentin Silvia Windlin (Bild Marion Wannemacher)

Flüeli-Ranft Die Autos auf dem Parkplatz stammen aus der ganzen Zentralschweiz, aber auch aus Bern, St. Gallen und dem süddeutschen Raum. Alle Bänke auf dem Feierplatz in Flüeli-Ranft sind besetzt, unkompliziert nehmen viele beim Waldhügel hinterm Schulhaus und auf den Mauern rundherum Platz. Die Sonne strahlt am gestrigen Bruder-Klaus-Tag mit den Besuchern um die Wette. Pater Klaus Renggli aus der heimischen Franziskaner-Gemeinschaft spricht in seiner Begrüssung wohl vielen aus der Seele: «Ich bin froh, dass wir hier oben diesen Gottesdienst feiern dürfen, unter uns gewöhnlich Sterblichen, ohne den Rummel von Würdenträgern und Politikern.» Es sei für ihn eine Ehre, der Bruder-Klaus-Jodlermesse vorstehen zu dürfen. Auch für den Jodlerklub Flüeli-Ranft ist es ein besonderer Moment, noch einmal mit Gastsängern zusammenzukommen. «Wir haben die Messe den ganzen Sommer nicht gesungen, es läuft einfach harmonisch mit den Gastjodlern», erzählt Präsidentin Janine Omlin. Anekdoten würden ausgetauscht, da kämen Erinnerungen auf an ein besonderes Jahr, sagt sie: das 50-Jahr-Jubiläum des Klubs, die Audienz beim Papst, der Besuch in der Sixtinischen Kapelle, in der sie das «Sanctus», das Lied «Der Friede ist allweg in Gott» aus der Messe gemeinsam sangen. Das «Sanctus» sorgt denn auch auf dem Festplatz im Flüeli bei vielen für Gänsehaut. «Es ist der einzige Jodelkanon bisher. Komponist Heinz Willisegger hat die Messe mit einem Riesenengagement geschrieben», freut sich Initiantin und Dirigentin Silvia Windlin. Mittlerweile verkaufen sich die CDs bis nach Neuseeland.

Auf den zentralen Gedanken nach der Sinnsuche des Einsiedlers richtet Pater Klaus Renggli seine Predigt aus. Er stellt die Frage, was Bruder Klaus eigentlich gesucht habe. Als Bauer mit Haus und Hof, Soldat, Politiker, Ehemann, Familienvater und Richter habe er doch viel erreicht. Auch heute suchen Menschen immer mehr, gibt Pater Klaus zu bedenken. Viele litten unter einem Burn-out. Bruder Klaus sei in seiner Krise auf der Suche nach einer Lösung fast krank geworden. «Er brauchte noch mehr, als alles zu haben.» Er habe «ein einig Wesen» mit diesem Gott werden wollen. «Für diese grosse Sehnsucht im Menschen ist Bruder Klaus ein Zeichen geworden.» Er habe sich führen lassen und auf die innere Stimme gehört, alles losgelassen und seinen Frieden auf dem eigenen Grund und Boden gefunden. «Er hat sich ganz Gott überlassen und nur auf ihn vertraut.» Sein Leben im Ranft sei kein Egotrip gewesen. Er habe im Dienst der Suchenden gestanden. «Denn der Mensch findet Gott und seine alles umfassende Liebe nur über den Menschen.»

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ obwaldnerzeitung.ch

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