JUSTIZ: Sportlehrer zu recht fristlos entlassen

Die fristlose Entlassung eines Sportlehrers, der an einer Schule in Obwalden seine Klasse beim Unterricht filmte, war nicht willkürlich. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Das Vorgehen des Lehrers habe nicht länger toleriert werden müssen.

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Das Bundesgericht lehnte die Beschwerde des Sportlehrers ab. (Bild: PD)

Das Bundesgericht lehnte die Beschwerde des Sportlehrers ab. (Bild: PD)

Dem Sportlehrer war 2011 fristlos gekündigt worden. Der in einem Schulzentrum in Obwalden tätige Lehrer war im Juni 2011 mit Vorwürfen einer Schülerin konfrontiert, anzügliche und sarkastische Bemerkungen gemacht zu haben und ungefragt während des Sportunterrichts zu filmen.

Der Lehrer unterschrieb daraufhin eine Vereinbarung mit der Schulleitung, die insbesondere sein Verhalten gegenüber weiblichen Lernenden im Sportunterricht zum Gegenstand hatte.

Im September des Jahres filmte der Sportlehrer wieder eine seiner Unterrichtsstunden mit seinem privaten Handy. Die Schulklasse beanstandete sein Verhalten erneut: Er habe zudem Frauen auf den Busen gestarrt und unangebrachte Sprüche gemacht.

Sportlehrer stritt Vorwürfe ab

Nach den Herbstferien führte der Rektor eine Anhörung mit den Schülern durch und gab dem Lehrer Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äussern. Nachdem dieser die Vorwürfe bestritten hatte, schlug ihm die Schulleitung die Auflösung des Arbeitsverhältnisses bis spätestens Ende Januar 2012 vor und gab ihm eine Bedenkzeit, eine sogenannte Sozialfrist. Der Lehrer lehnte eine vorzeitige Auflösung des Arbeitsverhältnisses ab, worauf dieses gleichentags schriftlich fristlos gekündigt wurde.

Der Lehrer legte Beschwerde ein - der Entscheid zur fristlosen Entlassung habe bereits vor der Anhörung festgestanden. Das Verwaltungsgericht des Kantons Obwalden wies die Beschwerde ab.

Bundesgericht gibt der Schule recht

Der entlassene Sportlehrer ging daraufhin mit seiner Beschwerde vor Bundesgericht und forderte einen Lohnersatz in der Höhe von 103'155 sowie 68'770 Franken Schadenersatz.

Insbesondere, dass ihm ursprünglich eine Sozialfrist gewährt wurde, um das Arbeitsverhältnis zu einem späteren Zeitpunkt zu beenden, beweise, dass es keinen triftigen Grund für seine Entlassung gegeben hätte.

Das Bundesgericht folgte der Argumentation des Beschwerdeführers nicht. Es äusserte sich dabei auch  erstmals zur Frage, ob eine Sozialfrist im öffentlichen Personalrecht zulässig ist: Im Fall des Sportlehrers liegt gemäss dem Bundesgericht ein wichtiger Grund für eine fristlose Entlassung vor. Die Grundvoraussetzung für die Gewährung einer Sozialfrist sei damit erfüllt. Der Beschwerdeführer trägt damit die Kosten des Verfahrens.

<em>Zum vollständigen Bundesgerichtsurteil&nbsp;8C_340/2014 </em>

pd/uus/sda