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KÄGISWIL: Ausflug in die bunte Welt der Fantasie

Urs Krähenbühl und seine Frau Simone verzaubern zurzeit den Kulturraum Kägiswil. Er fasziniert mit minutiösen Radierungen. Sie überrascht mit märchenhaften Pilzen, die sie in «Chnebelgrinde» verwandelt.
Romano Cuonz
Urs und Simone Krähenbühl vor einer speziellen Kugelbahn. (Bild: Romano Cuonz (Kägiswil, 28. Oktober 2017))

Urs und Simone Krähenbühl vor einer speziellen Kugelbahn. (Bild: Romano Cuonz (Kägiswil, 28. Oktober 2017))

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Urs Krähenbühl – auch wenn er mit seiner Frau Simone und den zwei Kindern in Kriens lebt – ist ein in Obwalden sehr bekannter Illustrator. Vor allem die Sarner Lällizunft, für die er nun schon sieben Mal eine Plakette entworfen und Jahr für Jahr den «Pranger» illustriert hat, kann sich eine Fasnacht ohne ihn fast nicht mehr vorstellen. Was hingegen in Obwalden noch weniger bekannt ist: Urs Krähenbühl ist mit Bildern in Öl, Aquarell, Tusche – und vor allem mit Radierungen – auch ein erfolgreicher Künstler. Selber bezeichnet sich der Krienser – der temporär als Monteur arbeitet – zwar eher bescheiden als «Herzblutkünstler».

Betrachtet man jedoch seine ebenso fantasievoll wie mit grösstem handwerklichem Geschick gefertigten Radierungen oder Bilder im Aquatinta-Verfahren, wird unweigerlich die Erinnerung an grosse Meister wie Dalí, Miró, Dürer oder Bosch wach. Urs Krähenbühl räumt auch gerne ein, dass genau diese Meister zu seinen Vorbildern zählen. Indessen: Der Luzerner geht bei seinem Schaffen durchaus eigene Wege. Seine Radierungen – dies attestiert ihm der Kunstsachverständige Alfred A. Steiner – könne man als Symbol für die Unsicherheit und Zersplitterung am Ende des 20. Jahrhunderts verstehen. In der Tat: Um das hohe Können – Kunst kommt ja von Können – und die geradezu minutiösen Einzelheiten seiner Kompositionen zu erkennen, muss man oft zwei und drei Mal hinschauen. In einer ganzen Anzahl Bilder lässt Urs Krähenbühl den für ihn so typischen Schalk aufblitzen. Und genau dies ist ohne Zweifel auch ein zweites Markenzeichen des gewieften Gestalters von zahlreichen Guugger-Porträts, Wandbildern, Buchillustrationen, Firmenlogos und Pokalen. Unbestritten ein Könner! Einer aber, der seinen Hang zum leicht verständlichen, angewandten Kunstschaffen nicht verleugnet. Ein frappantes Beispiel in der Kägiswiler Galerie ist etwa auch eine witzige, für Erwachsene wie für Kinder attraktive buntfarbige und mehrfach tönende Kugelbahn. Steht man vor ihr, kann man sich der Lust zum Spielen nicht entziehen.

Die Faszination von Pilzen

Simone Krähenbühl belebt ihren Raum in der Galerie mit Figuren und Köpfen, die Besuchern immer wieder einmal ein Schmunzeln oder Lächeln entlocken. Sie selber definiert ihre Kunst so: «Einem öden Klumpen Ton Form, Farbe und Ausdruck zu geben, fasziniert mich sehr.» Ihre Tätigkeit sei stets ein Spiel mit Materie, Vorstellungskraft, Herausforderungen, Planung, Spontanität, Sensibilität, Ausdruck und Überraschungen. Umfassender kann man ihre eigene Welt, die man in Kägiswil zurzeit entdeckt, kaum schildern. Die Ausstellung wird für die Krienserin zum Urknall. Für die Kreation märchenhafter Wesen nämlich.

Ausgehend von einem würzigen, mit Habichtspilzen gespickten Käse, der den Namen «Obwaldner Chnebelgrind» trägt, schafft sie eine ganze Serie von witzigen «Grinden» mit Pilzhut statt Haarschopf. Jeder ist anders, und die Künstlerin spricht denn während der Vernissage – nicht ohne ein Augenzwinkern – einen Toast auf alle Pilzkenner aus. «Ein Hoch auf die Leute, die mit Wissen Schlimmes vermeiden und teuflisches Gift von himmlischem Genuss unterscheiden», ruft sie den Leuten zu.

Hinweis

Ausstellung von Simone und Urs Krähenbühl im Kulturraum Kägiswil, Kreuzstrasse 30. Öffnungszeiten: Freitag, 3. November, 18 bis 21 Uhr. Wochenende vom 4. und 5. November, je 14 bis 18 Uhr.

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