KÄGISWIL: Eine defekte Treibstoffleitung war schuld

Vor acht Monaten musste ein Kleinflugzeug in Kägiswil notlanden. Grund: ein Leck in der Treibstoffleitung.

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Oktober 2007: Das Privatflugzeug landet mitten im Industriegebiet und richtet einigen Schaden an. (Bild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Oktober 2007: Das Privatflugzeug landet mitten im Industriegebiet und richtet einigen Schaden an. (Bild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Ein Flugunfall in Kägiswil sorgte am 10. Oktober 2007 für Aufsehen. Ein Kleinflugzeug hatte Totalschaden erlitten, nachdem der Pilot auf dem Gelände der Carrosserie Fanger hatte notlanden müssen. Zuvor hatte kurz nach dem Start auf dem Flugplatz Kägiswil der Motor zu stottern begonnen.

Der Pilot wendete die Maschine, um wieder zu landen. Dabei setzte der Motor ganz aus, was zur Bruchlandung geführt hatte. Es entstanden auch Schäden an mehreren Autos und am Gebäude des Carrosserie-Unternehmens. Beim zerstörten Flugzeug handelt es sich um einen Zweiplätzer des Typs Vans RV-9. Er war 2006 im Eigenbau aus einem Bausatz entstanden.

Luft im Einspritzsystem stellte den Motor ab
Nun liegt der Untersuchungsbericht des Büros für Flugunfalluntersuchungen (BFU) vor. Zur Notlandung geführt hat eine gerissene Treibstoffleitung, die nicht fachgerecht hergestellt worden war. Wegen der gerissenen Leitung sei beim Start Luft ins Einspritzsystem gelangt, was zuerst zu einer reduzierten Leistung des Motors geführt habe. Beim Umdrehen habe dieser ganz abgestellt, heisst es im Bericht.

Dem Eigenbauer des Kleinflugzeugs zur Seite gestanden hatte ein Bauberater der Experimental Aviation of Switzerland (EAS). Die EAS ist ein Verband rund um die Eigenbau- und Oldtimerfliegerei in der Schweiz. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) als Oberaufsichtsbehörde hat die Aufsicht über diesen Bereich der Fliegerei an die EAS delegiert.

Als Folge des Unfalls hat das Bazl die EAS-Aufsicht genauer unter die Lupe genommen. Bazl-Sprecher Anton Kohler: «Wir haben Verbesserungspotenzial entdeckt, und dieses werden wir von der EAS auch einfordern.» Bei der Abnahme des Flugzeuges hatte das Bazl keine Mängel festgestellt und das Flugzeug als «sauber gebaut» bezeichnet.

Geri Wyss

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Obwaldner Zeitung.