KÄGISWIL: Es gibt wieder ein Lädeli im Dorf

Seit Mittwoch führen Monika und Daniel Godic den Dorfladen. Neben Gütern des täglichen Bedarfs gibts auch gebrauchte Spielzeuge und Kleider für Kinder.

Richard Greuter
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Monika Godic bedient eine Kundin im neu eröffneten Laden. Links Sohn Lenny und Tochter Amy. (Bild: Richard Greuter (Kägiswil, 1. Februar 2017))

Monika Godic bedient eine Kundin im neu eröffneten Laden. Links Sohn Lenny und Tochter Amy. (Bild: Richard Greuter (Kägiswil, 1. Februar 2017))

Richard Greuter

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Die kleinen Dorfläden decken ­einen Bereich ab, wo sich die Grossverteiler schon längst verabschiedet haben. Vielfach in Aussenquartieren oder in kleinen Gemeinden können sich Bewohner mit den Gütern des täglichen Bedarfs eindecken. Ältere Personen, welche nicht mehr mobil sind, aber auch jüngere Leute schätzen den «Einkauf vor der Haustür».

Allerdings wird bald einmal klar: Die Betreiber dieser sogenannten «Tante-Emma-Läden» essen hartes Brot. Preisgünstige Angebote von Grossverteilern und seit einigen Jahren auch von Billig-Discountern machen ihnen das Leben schwer. Das musste auch der Dorfladen in Kägiswil erfahren, der während zehn Jahren anderweitig genutzt wurde.

Seit gestern führen nun Monika und Daniel Godic den Dorfladen in Kägiswil und haben ihn nach einer rund zehnjährigen Pause zu neuem Leben erweckt. Noch wirkt der Laden etwas leer. Es ist auch eher ruhig. Für Leben sorgen Tochter Amy (5) und Sohn Lenny (3), während die zweijährige Lea schläft, als würde sie das gar nicht interessieren.

Sie wollen Synergien mit ihrem Restaurant nutzen

Das Angebot besteht derzeit noch aus Grundnahrungsmitteln und ist noch lange nicht so gross, wie es sich die beiden vorstellen. «Wir fangen sehr klein an, sind aber auch dankbar, wenn wir von der Bevölkerung Inputs erhalten», so Daniel Godic.

Doch er macht sich keine ­Illusionen: «Es braucht Zeit, ­Nerven und Geduld», und die 40-jäh­rige Mutter ergänzt, jeder Start sei schwer. Das zeige sich in zwei Jahren. «Wichtig ist», so ­Monika Godic weiter, «man muss Freude am Job haben.» Dies erzählt sie, während ab und zu Kunden hereinkommen, etwas fragen oder auch etwas einkaufen. Ein weiteres Standbein könnte die kleineren Kunden interessieren. In «Mugis-Zauberecke» können sich Knirpse nach geeigneten Spielsachen oder auch Secondhand-Kleidern umsehen.

Doch zurück zum Aufbau. Damit haben beide Erfahrung. Seit drei Jahren führen sie das Restaurant Dörfli, nur einige Schritte neben dem Dorfladen, welches sie aus einem Konkurs übernahmen. Gastwirt Daniel Godic weist darauf hin, wie schwierig es war, wieder etwas aufzubauen. «Im Moment sind wir zufrieden, sind aber immer noch am Kämpfen.»

Etwas «sportlich» zeigen sich die Öffnungszeiten des Dorfladens. Er ist während sieben Tagen geöffnet, und zwar bereits morgens um sechs Uhr. Die früheren Öffnungszeiten seien für Arbeiter, welche am Morgen noch schnell ihr Znüni oder etwas für den Mittag besorgen wollen. «Unser Ziel ist es, in den Sommermonaten Lunchpakete an­zubieten. Hier zeigen sich ­Synergien mit dem Restaurant. Während die Lunchpakete im Restaurant zubereitet werden, ist es durchaus denkbar, dass beispielsweise nicht verkaufter, frischer Salat im Restaurant zu einem feinen Salatteller zubereitet wird.