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KÄGISWIL: Letzter Vorhang für den Regisseur

Mit einer gelungenen Komödie verabschiedet sich Regisseur Ernst Imfeld nach 15 Jahren im Theater. Es sei Zeit, einen Schnitt zu machen. Derweil wird in seinem letzten Stück gegaunert, was das Zeug hält.
Marion Wannemacher
Felicitas alias Felix (mit Perücke, Thomi Imfeld) schlägt dem falschen Felix (ganz rechts am Tisch, Frank Rohrer) Geschäfte vor. (Bild: Marion Wannemacher (Kägiswil, 24. Februar 2018))

Felicitas alias Felix (mit Perücke, Thomi Imfeld) schlägt dem falschen Felix (ganz rechts am Tisch, Frank Rohrer) Geschäfte vor. (Bild: Marion Wannemacher (Kägiswil, 24. Februar 2018))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ obwaldnerzeitung.ch

Gelacht wird viel und gern im «kleinsten Volkstheater Obwaldens», wie es Ernst Imfeld selbst einmal bezeichnete. Mit der heiteren Gaunerkomödie «Frehlich i Knascht» verabschiedet sich der 59-jährige Regisseur nun nach 15 Jahren am Theater Kägiswil. Davor inszenierte er rund zehn Jahre am Gesellentheater Sarnen. «Es ist Zeit, mit 60 Jahren einen Schnitt zu machen, das tut auch dem Theater gut», findet er. Vizepräsidentin Silvia Koch wird künftig die Regie des Theaters übernehmen, das alle zwei Jahre eine Produktion auf die Bühne bringt und mit dem Gesellentheater alterniert.

Mit der Auswahl des Stücks sei er zunächst nicht ganz so glücklich gewesen, bekennt Imfeld. Den Schwank von Daniel Kaiser habe er ziemlich umschreiben müssen, erklärt der erfahrene Regisseur, um Längen zu vermeiden, eine Figur habe er dazu erfunden, Rollen komplett verändert.

Schillernde Gestalten in der Künstlerkneipe

Im Stück geht es um das Wirtepaar Lotti (Patrizia Burdi) und Emil Würmli (Gustav Ziegler, den die Kägiswiler Theaterkenner bereits in urkomischen Rollen erlebt haben). Beide wollen sich in den Frühruhestand nach Mallorca verabschieden. Doch der spontane Besuch des Neffen Felix mit dessen Freundin Jenny (Nicole Bucher) und Freund Max Grob (Stephan Lauener) macht den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Der vermeintliche Felix, der eigentlich ein Kunstdieb ist (Boris Klau alias Frank Rohrer), überredet seinen Onkel, aus der traditionellen Wirtschaft eine Künstlerkneipe zu machen. Dort will er eigentlich insgeheim vier von ihm gestohlene Bilder von Rembrandt und Van Gogh an Hehler weiterverkaufen. Schon nähern sich schillernde Gestalten wie die russische Hehlerin Alexa (Carla Serschen).

Dank des tatsächlichen Neffen Felix (Thomi Imfeld), der Onkel und Tante ins Bild setzt und als Felicitas getarnt dem Gauner auf der Spur ist, wird diesem das Handwerk gelegt. Boris Klau und mit ihm der Zuschauer erlebt noch andere Offenbarungen, mit denen er nicht gerechnet hat. Denn nicht jeder in seiner Umgebung ist, wofür der Kunstdieb ihn gehalten hat. Dass seine Rechnung nicht aufgeht, liegt nahe.

Witzig und meistens kurzweilig kommt die Komödie daher. Neu dazuerfunden hat der Regisseur den österreichischen Coiffeur Pankratius Aschenbrenner (Roger Serschen), der mit typisch österreichischem «Schmäh» in seiner Rolle überzeugt: «Mein Motto, das ist der Renner, Haare schneiden beim Aschenbrenner.» Die neue Küchenhilfe ist bei Imfeld keine Julia, sondern ein Julian Knall. Stefan Huser hat mit dieser Rolle die Lacher auf seiner Seite. Und auch Stephan Lauener als beschränkter Komplize Max Grob strapaziert die Lachmuskeln. Jeder im Ensemble holt das Beste aus seiner Rolle hervor.

Gemeinsam mit dem traditionellen Bühnenbild, mit solider Maske und Frisuren ist «Frehlich i Knascht» eine unterhaltsame Inszenierung. Beim Zuschauer springt der Funke über. Übrigens: Die vielen bunten Kunstwerke (60 an der Zahl) ab dem dritten Akt stammen von Kägiswiler Schülern, die diese an Theaterbesucher zum Aufstocken ihrer Klassenkasse zum Mindestpreis von 10 Franken verkaufen.

«Es ist eine super Truppe»

«Mit einem lachenden und einem weinenden Auge» verabschiedet sich Ernst Imfeld von der Bühne. «Es ist eine super Truppe. Vom Vorstand über die Spieler bis zu allen Helfern und Mitgliedern haben wir einen Zusammenhalt. Es ist eine schöne Zeit gewesen», schwärmt er. Einige Erlebnisse schrieben Vereinsgeschichte. Vergass doch Ernst Imfeld einst bei Proben den eigenen Sohn Thomi im Schrank. Wenn eine Aufführung gelang, sang der Regisseur nach dieser in der Garderobe «De Heiri het sis Kalb verchauft» aus der «Kleinen Niederdorfoper». «Die Währung liegt bei eineinhalb ‹Heiris›», erzählt er augenzwinkernd. Und was gab es wohl am Samstag nach der Premiere? «Na, ich denke doch sicher einen ganzen Heiri, oder?», schlägt Imfeld vor. Dem ist nichts entgegenzusetzen.

Hinweis

Weitere Termine und Informationen unter <i>theater-kaegiswil.ch</i>

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