KÄGISWIL: Nach dem Überfall geht die Angst um

Der ungewöhnlich brutale Raubüberfall in Kägiswil schockt die Cabaret-Szene. Ging es um Bargeld, oder gings um mehr?

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Das «Dollhouse» in Kägiswil. (Bild André Albrecht/Neue LZ)

Das «Dollhouse» in Kägiswil. (Bild André Albrecht/Neue LZ)

«Plötzlich standen maskierte Leute mit Pistolen im Club und prügelten auf die Gäste ein. Die drei Männer verlangten Bargeld», sagt Raffaele Raiola, Geschäftsführer des Cabarets The Dollhouse in Kägiswil, gestern Morgen. Er ist müde, kann das Geschehene noch nicht fassen. Der Überfall auf sein Lokal, bei dem in der Nacht auf Samstag drei Personen verletzt wurden (unsere Zeitung berichtete), steckt ihm noch tief in den Knochen. Er hat die Table-Dance-Bar erst dieses Jahr neu übernommen.

Auch ein Mitarbeiter, der den Überfall hautnah erlebte, hat an der Geschichte noch zu kauen. «Was gibt es dazu zu sagen, ich habe keine Ahnung, was die wollten», sagt er und flucht leise vor sich hin, währenddem er im benachbarten Restaurant unruhig auf und ab geht.

Mit Glück
Am Abend des Überfalls war auch eine Frau aus Luzern im «Dollhouse». Sie arbeitet seit vielen Jahren im Cabaret-Geschäft und kennt den Betreiber. «Er hat mir seinen Club gezeigt. Rafi hatte so Freude an seinem neuen Plätzchen. Und dann dies», sagt sie.

Glücklicherweise habe sie das Lokal früh verlassen. «Als ich später vom Überfall hörte, gings mir durch Mark und Bein. Ich bin ein Glückspilz, dass ich früh nach Hause ging», sagt die Frau. Sie sei kein ängstlicher Typ, aber so eine Aktion mache ihr Angst. «Ich wüsste nicht, wie ich reagiert hätte. Diese Situation kenne ich nicht.» Es könne sein, dass die Täter jemanden einschüchtern wollten, mutmasst sie.

Die Obwaldner Kantonspolizei geht derzeit davon aus, dass beim Überfall Geld und Wertsachen der Besucher im Vordergrund stehen, wie Stefan Küchler, Kommandant der Kantonspolizei Obwalden, sagt. Die drei Täter haben mehrere tausend Franken erbeutet. Allerdings könne man auch Motive wie Abrechnung oder Einschüchterung nicht ausschliessen.

Roger Rüegger / Neue Luzerner Zeitung