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KÄGISWIL: Neun Künstler bringen Farbe ins Spiel

Der Titel der neusten Ausstellung im Kulturraum lautet «Farbig». Neun Künstler bringen mit ganz unterschiedlichen Arbeiten zum Ausdruck, welch riesige Vielfalt hinter diesem Wort steckt.
Romano Cuonz
Farbig sind Künstler und ihre Werke zurzeit im Kulturraum Kägiswil (von links): Christa Booy-Rutgers, Miranda Comeaux, Steve Comeaux, Elionora Amstutz, José De Nève, Margrit Indermaur, Yvonne Gnos und Guschti Meyer. (Bild: Romano Cuonz (Kägiswil 15. September 2017))

Farbig sind Künstler und ihre Werke zurzeit im Kulturraum Kägiswil (von links): Christa Booy-Rutgers, Miranda Comeaux, Steve Comeaux, Elionora Amstutz, José De Nève, Margrit Indermaur, Yvonne Gnos und Guschti Meyer. (Bild: Romano Cuonz (Kägiswil 15. September 2017))

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Galerien, die selber regelmässig Ausstellungen organisieren, sind in Obwalden dünn gesät. So war denn der 2014 entstandene Kulturraum Kägiswil bei Kunstschaffenden auch mehr als willkommen. Nicht zuletzt, weil damit eine wertvolle Alternative zur renommierten Sarner Hofmatt und zum international bekannten Museum Bruder Klaus in Sachseln entstand. Seit der Lancierung dieser Galerie an der Kreuzstrasse haben Besitzerin Elisabeth Hartmann und Initiantin Yvonne Gnos regelmässig zu Ausstellungen eingeladen.

Dabei gab es ein gemeinsames Merkmal: Immer waren dazu Kulturschaffende aus verschiedenen Gegenden mit unterschiedlichem Bekanntheitsgrad, vor allem aber mit verschiedensten, farbig bunten Arbeitsweisen eingeladen. Es scheint fast, als wollte das Galerieteam mit der neusten Ausstellung genau diese Absicht noch pointieren. Ihr Titel lautet nämlich «Farbig».

Einige durchaus klingende Namen

An der gegenwärtigen Ausstellung begegnet der Besucher einigen Künstlerinnen und Künstlern mit bekannten Namen. An den grossen Schaufenstern fallen einem gleich Glasmalereien mit trefflichen Farben und kunstvollen Formen auf. Sie stammen von einem grossen Meister seines Fachs: vom 84-jährigen in Oberdorf lebenden Engelberger José de Nève. Nur schon wegen eines Bildes von ihm lohnt sich ein Besuch: Es ist ein Bruder-Klausen-Porträt, das er vor rund 60 Jahren als junger Mann geschaffen hat und das jüngst vom Museum Bruder Klaus angekauft worden ist.

Staunen löst auch die Ennetbürgerin Elionora Amstutz (1954) mit einigen, teils geradezu monumentalen Gebirgsbildern – strukturiert und gestaltet in unglaublich minutiöser Collagearbeit – aus. Die Farbigkeit und Hintergründigkeit ihrer Werke ist einzigartig. Für diese Ausstellung geradezu ein Glücksfall ist Guschti Meyer. Er selber sagt von sich: «In meinen Bildern verwende ich Farben und Formen als gleichwertige Elemente. Sie sind Partner, die sich gegenseitig befruchten.» In seinen Bildern schwingen trotz klarer, fast grafischer Strukturen zahlreiche Töne und Zwischentöne mit. Schöne Bilder, die man lange anschauen mag.

Einige lohnende Entdeckungen

Andere Künstler, die derzeit Farbe in den Kulturraum bringen, sind noch weniger bekannt. Gerade sie aber ermöglichen neue Begegnungen und Entdeckungen. Margrit O. Indermaur aus Altdorf benutzt Farben, die aus dem Pflanzenfärbegarten ihres Ehemanns Eduard stammen. Wolle färbt sie, und aus Wolle fertigt sie dann sehr lebendige Kunstwerke an. Märchenhafte Bilder, auf denen oft auch märchenhafte Sujets dominieren. Steve Comeaux ist ein Sarner Tätowierer. Seine mit Farben und Filzstift eben auch zu Blatt gebrachten Figuren sind meist skurril. Entwachsen einer eigenen, buntfarbigen Fantasie. Fremdartig, seltsam und doch ansprechend sind die sogenannten Stelzpuppen der gebürtigen Holländerin Christa Booy-Rutgers aus dem schwyzerischen Altendorf. In der Schweiz ist sie wohl eine der wenigen, die solche Puppen mit grosser Perfektion anfertigen. Jedes Detail – das Futter der Kleider, die Perlenketten, die Jeans – ist perfekt genäht und sorgfältig gestaltet.

Yvonne Gnos selber hat für diese Ausstellung eine neue Technik sozusagen erfunden. Sie pflückt auf Wanderungen Pflanzen, kocht sie mit Wasser auf, färbt mit dem Sud Stoff und Papier. Später fotografiert sie die mit solchen Farben entstandenen Bilder. «Was ich möchte», so Gnos, «den Weg zurück zu den Anfängen, zur Einfachheit finden!» Neben eigentlicher Kunst sind an Ausstellungen im Kulturraum Kägiswil sympathischerweise immer auch noch zwei andere Sparten beteiligt: Zum einen ist es die Grafik mit Miranda Comeaux. Sie macht jeweils die Einladungskarte zu einem kleinen Kunstwerk.

Und da ist die Buchhandlung Dillier (Claudia und Alban Dillier), die zum Thema – diesmal buntfarbig – eine Auswahl an Lesestoff zusammenstellt. Yvonne Gnos umriss denn ihre Ausstellungsidee auch mit einem Zitat von Picasso, das sie einem der Bücher entnommen hatte: «Wenn ich dann weiss, was Kunst ist, werde ich es niemandem verraten.»

Hinweis:Ausstellung «Farbig» im Kulturraum Kägiswil, Bushaltestelle Kreuzstrasse. Weitere Öffnungszeiten: 23. und 24. September von 14 bis 18 Uhr.

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