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KÄGISWIL: Oldtimer-Liebe rostet nicht

Nachhaltigkeit statt Jubiläumsfest: Die Dillier AG hat ihre Oldtimer fachgerecht restauriert und zeigt sie dieses Wochenende am Oldtimertreffen in Sarnen.
Beppi (links) und Daniel Dillier sind stolz auf den restaurierten Saurer AD von 1921 (rechts). (Bild Corinne Glanzmann)

Beppi (links) und Daniel Dillier sind stolz auf den restaurierten Saurer AD von 1921 (rechts). (Bild Corinne Glanzmann)

Philipp Unterschütz

Daniel und Beppi Dillier strahlen mindestens so sehr wie ihre fünf polierten Oldtimer, die sie vor dem neuen Firmensitz an der Bahnhofstrasse in Kägiswil aufgereiht haben. Besonders stolz sind sie auf ihr neues Prunkstück, einen Saurer AD Gesellschaftswagen mit 16 Sitzplätzen, Baujahr 1921. Die beiden Brüder führen den Familienbetrieb nun bereits in der vierten Generation und können dieses Jahr das 175-Jahr-Firmenjubiläum feiern. «Wir haben lange diskutiert und uns dann entschlossen, anstelle eines grossen Festes in etwas Nachhaltiges zu investieren», sagt Daniel Dillier. So haben sie ihre vier Saurer- und einen MAN-Oldtimer saniert und in Schuss gebracht. Genau rechtzeitig, um mit diesen Raritäten am «Oldtimer in Obwalden (OiO)» dieses Wochenende teilzunehmen. «Seit zehn Jahren sind wir am OiO dabei. Die lachenden Gesichter der Leute, wenn man mit einem Oldtimer vorbeifährt, die Freude, die wir weitergeben können, das ist einfach toll», schwärmt Daniel Dillier. Bei vielen älteren Einheimischen kämen da Erinnerungen hoch. Die Fahrzeuge der Firma Dillier gehörten schliesslich früher zum Sarner Dorfbild, viele sind in der Jugend darin mitgefahren, sei es an Hochzeiten oder gar als Dreikäsehoch im Schulbus. Bei den Personenfahrten, die sie am Samstag anbieten, werden also etliche Sarner eine regelrechte Zeitreise erleben.

Leidenschaft für Motoren

Das Transportwesen liegt den Dilliers im Blut. Schliesslich war laut Chronik der Stammvater um 1415 bereits Fuhrmann des Klosters Engelberg. Die eigentliche Firmengeschichte begann aber erst 1840 mit einer Pferdefuhrhalterei in Sarnen. Mittlerweile hat sich die Firma aus dem Güter- und Personentransportgeschäft zurückgezogen und konzentriert sich heute auf den Verkauf, den Service und die Vermietung von Nutzfahrzeugen, Energie- und Antriebsanlagen. Die Freude und Leidenschaft an den Motoren ist geblieben. «Dass wir heute noch im Besitz der Oldtimer sind, ist unseren Vorfahren zu verdanken», erzählt Beppi Dillier. Das sei einerseits Weitsicht gewesen, anderseits aber auch ein anderes unternehmerisches Denken. «Man hat die Fahrzeuge viel länger repariert, anstatt immer wieder neue anzuschaffen.» Ihr neues Prunkstück, der Saurer AD von 1921, war bis Ende der 30er-Jahre im regelmässigen Einsatz. Bis 1990 wurde er immer mal wieder für Hochzeitsfahrten oder an Umzügen gebraucht. Zwischenzeitlich stand er sogar einige Zeit im Verkehrshaus. Danach fand er seinen Platz im früheren Ausstellungsraum in Sarnen. «Für uns sind die Oldtimer vor allem Erinnerung. Wir sind mit ihnen aufgewachsen», meint Daniel Dillier.

Knackpunkt waren die Räder

Die Restaurierung des Saurer Gesellschaftswagens von 1921 war eine aufwendige und kostspielige Sache. «Wir haben bestimmt doppelt so viel investiert, wie uns ein Jubiläumsfest für 200 Leute gekostet hätte», ist alles, was die Brüder zu den Kosten sagen wollen. Ein Jahr waren sie dran, Hunderte Stunden haben sie investiert. Knackpunkt waren die Vollgummi-Räder mit den Holzfelgen. «Schliesslich haben wir einen Wagner in Gstaad gefunden, der noch solche herstellen konnte», erzählt Beppi Dillier. Das Eschen- und Akazienholz war vier Monate im Trocknungsofen. Der Stahlring wurde in Österreich gefertigt, und gummiert wurden die Räder in Frankreich. Der Motor war noch in Ordnung. «Die hohe Qualität der früheren Saurer-Motoren zeigte sich beim Anlassen nach 15 Jahren. Innert Sekunden ist er gelaufen.»

«Wir werden weiter in die Nachhaltigkeit der Oldtimer investieren und noch dieses Jahr an unserem neuen Domizil eine Ausstellungshalle eröffnen», sagt Daniel Dillier. Hier erhalten die fünf Oldtimer ihren Ehrenplatz, bis sie dann wieder zu einem Treffen ausfahren dürfen und auch von den nächsten Generationen genutzt werden können.

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