KÄGISWIL: Rätsel über Ursache des Flugzeugabsturzes

Der Absturz eines Kleinflugzeugs in der Nähe des Flugplatzes Kägiswil bei Sarnen hat ein drittes Todesopfer gefordert. Die Behörden gehen nun der Frage nach, ob das heftige Gewitter eine Rolle gespielt hat.

Rem/sda
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Was die Unfallursache ist, wird nun durch die Behörden abgeklärt. (Bild: Kapo OW)

Was die Unfallursache ist, wird nun durch die Behörden abgeklärt. (Bild: Kapo OW)

Die Ursache für den Flugzeugabsturz, bei dem drei Personen, ein Pilot aus Nidwalden und zwei Passagiere aus Obwalden ums Leben gekommen sind, ist auch am Mittwochmittag noch unklar. Es würden alle Informationen etwa zum Flugzeug, den Piloten, zum Flugverlauf und dem Wetter gesammelt, sagte Jean Roulin, Untersuchungsleiter der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (SUST) am Mittwoch auf Anfrage.

Gewitter als Ursache?

Laut Augenzeugen gewitterte es zum Unfallzeitpunkt über dem Flugplatz Kägiswil stark. Wann dieses genau niedergegangen sei, und ob es einen Zusammenhang gebe mit dem Unglück, werde nun abgeklärt, sagte Roulin weiter.

Mit diesem Flugzeug (Aufnahme aus dem Jahr 2012) verunfallten am Dienstagabend drei Personen tödlich. (Bild: Robert Hess / Neue OZ)

Mit diesem Flugzeug (Aufnahme aus dem Jahr 2012) verunfallten am Dienstagabend drei Personen tödlich. (Bild: Robert Hess / Neue OZ)

Obduktion des Piloten am Mittwoch

Die Experten der SUST nahmen noch am Dienstagabend vor Ort das Flugzeugwrack unter die Lupe. Dieses wird gemäss Jean Roulin für weitere technische Abklärungen nach Pfungen im Kanton Zürich gebracht. Im Verlaufe des Mittwochs soll zudem die Leiche des Piloten obduziert werden.

Die Unfalluntersuchungsstelle SUST klärt zurzeit die Unfallursache ab. Der Bericht dazu soll in einigen Monaten vorliegen. Dann wird entschieden, ob ein Strafverfahren eröffnet wird. Zuständig ist in diesem Fall je nach Unfallursache die Bundesanwaltschaft oder die Staatsanwaltschaft des Kantons Obwalden, wie die beiden Behörden auf Anfrage erklärten.

Bei Bauernhof abgestürzt

Das Flugzeug stürzte am Dienstag um 17.25 Uhr in der Nähe des Flugplatzes Kägiswil bei Sarnen auf eine Wiese. Die Absturzstelle befindet sich zwischen der Autostrasse A8 und dem Flugplatz in der Nähe eines Bauernhofs. Der Pilot und ein Passagier starben gemäss Obwaldner Polizei auf der Unfallstelle. Der zweite Passagier wurde mit einem Rettungshelikopter ins Kantonsspital nach Luzern geflogen und erlag dort in der Nacht auf Mittwoch seinen Verletzungen, wie die Obwaldner Oberstaatsanwältin Esther Omlin am Mittwoch sagte.

Piper Cadet

Bei der Maschine handelt es sich um ein Propellerflugzeug Piper Cadet des Typs PA-28-161. Das Kleinflugzeug mit vier Sitzen hat Baujahr 1989 und wiegt rund eine Tonne. Die Unglücksmaschine gehört gemäss Luftfahrzeugregister der Flugbetriebs AG Sarnen-Kägiswil.

Heimbasis von 350 Piloten

Der Flugplatz Kägiswil ist Heimbasis von vier Motor- und Segelflugvereinen mit rund 350 Piloten und wird von Motor- und Segelfliegern genutzt. Im März 2013 entschied das Obwaldner Stimmvolk, dass der der Armee gehörende, aber zivil genutzte Flugplatz vorläufig nicht geschlossen werden soll.