Kampf gegen Medien – Kontrapunkt zur SVP

SVP-Nationalrat Christoph von Rotz kritisierte am Wahlpodium der Neuen Obwaldner Zeitung auch die Medien. CSP-Mann Karl Vogler will «einen Kontrapunkt zur SVP» setzen.

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SVP-Vertreter Christoph von Rotz (links) und Karl Vogler (CSP). (Bild: Corinne Glanzmann/Neue OZ)

SVP-Vertreter Christoph von Rotz (links) und Karl Vogler (CSP). (Bild: Corinne Glanzmann/Neue OZ)

In einem Parlamentarier-Rating landete SVP-Nationalrat Christoph von Rotz auf Platz 177 von 193. Konfrontiert mit diesem eher mageren Abschneiden, sagte von Rotz, dass man in der ersten Legislatur grundsätzlich nur in einer Kommission sitze. Zudem stütze sich das Rating auch auf die Medienpräsenz in bestimmten Zeitungen – für Parlamentarier sei es oft Glückssache, ob sie es in den Blätterwald schafften oder nicht. «So ein Rating kann man anschauen, wie man will», zog Christoph von Rotz sein Fazit. Er wehrte sich auch gegen die Unterstellung, dass die SVP Obwalden momentan bewusst auf provokative Plakate verzichte, um ihm eine Wahl zu erleichtern. «Das ist keine Zurückhaltung.» Seine Partei wolle sich auf den Wahlkampf konzentrieren. «Deshalb bin ich auf unseren Plakatständern zu sehen.» Ebenfalls aus Platzgründen habe man bei der Propaganda hin und wieder auf das SVP-Logo verzichtet. «Ich stehe voll und ganz zu meiner Partei.» Einen Seitenhieb an die Medien gabs auf die Frage, wie er das damals im Parlament mit einer Spezialspur auf Autobahnen für Reiche gemeint habe. Von Rotz betonte, dass dies lediglich eine Interpellation gewesen sei. Dies, weil er gegen eine Preiserhöhung bei Autobahnvignetten sei. «Dann hiess es in einer Zeitung plötzlich: Christoph von Rotz fordert eine Spur für Reiche.» Wenn eine Zeitung solche Falschaussagen verbreite, habe man im Nachhinein keine Chance mehr, diese zu korrigieren. «Das ist brutal.»

Einen Kontrapunkt zur SVP setzen

Karl Vogler bestätigte eine seiner früheren Aussagen, wonach er «eher zufällig zur CSP gekommen» sei. Es habe sich damals so ergeben. «Ich fühle mich absolut wohl in der CSP», bekräftigte Vogler. Er sei einfach «nicht der typische Parteimensch», sondern entscheide, wie er es für richtig empfinde. Vogler trat 2009 aus dem Kantonsrat zurück und politisch in den Hintergrund. «War das damals eine Ermüdungserscheinung oder ist es jetzt eine Entzugserscheinung?», fragte Gesprächsleiter Markus von Rotz. Er habe über 30 Jahre lang Politik gemacht, so Vogler. Irgendwann wolle man sich wieder mehr auf den Beruf konzentrieren. «Ich habe diese Kandidatur nicht gesucht und mir das lange überlegt.» Letztendlich habe er aber gesagt: «Jawohl, ich bin bereit. Ich möchte einen Kontrapunkt setzen zur Partei von Christoph von Rotz.» Obwalden sei kein rechtsnationaler Kanton, sondern ein Mitte-Kanton. «Ich bin motiviert, das auch nach aussen hin zu zeigen.» Der Einwand von Christoph von Rotz, die SVP habe mehr Abstimmungen gewonnen als die anderen Parteien, liess Vogler nicht gelten. Die SVP habe vor allem bei spektakulären und emotionalen Abstimmungen das Zepter geführt. Bei Tausenden von anderen Entscheiden, die jedes Jahr in der Schweiz auf kommunaler, kantonaler und nationaler Ebene gefällt werden, gehe die SVP nicht als Siegerin hervor. «Wir müssen den Fokus auf wichtige Themen richten und nicht auf Scheinthemen», mahnte Karl Vogler.

Adrian Venetz / Neue OZ

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