Kanton Obwalden fragt: «Wie geht’s dir?»

Um die psychische Gesundheit in kontaktarmen Zeiten zu fördern, hat der Kanton Obwalden eine Kampagne lanciert. Im Zentrum steht dabei ein Abc der Emotionen, das die wichtigsten Gefühle benennt und mit dem sich die eigene Gefühlslage besser reflektieren lässt.

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Im Coiffeursalon von Dione Perotti in Sarnen hängt neu ein Plakat des emotionalen Alphabets.

Im Coiffeursalon von Dione Perotti in Sarnen hängt neu ein Plakat des emotionalen Alphabets.

Bild: PD

(sez) Im Oktober startete der Kanton Obwalden in Partnerschaft mit 25 lokalen Gastro- und Coiffeurbetrieben die Kampagne «Wie geht's dir?». Sie wird von den Kantonen und Pro Mente Sana im Auftrag der Gesundheitsförderung Schweiz seit 2018 durchgeführt. Erstmals wurde hierfür das Spektrum der Gefühlswelt der Deutschschweizer Bevölkerung untersucht. Über 9000 Personen haben 46 Emotionen beurteilt und so die Grundlage für einen neuartigen Atlas der Emotionen gelegt, der die wichtigsten Emotionen zeigt.

Dank diesem Atlas wird klar ersichtlich, dass wir unsere wahren Gefühle oft verschweigen. Mit dem emotionalen Abc – von A wie ausgebrannt bis Z wie zufrieden – soll die Sensibilisierung und somit die Wahrnehmung des eigenen Gefühlszustands unterstützt werden.

Information über neue App in diversen Geschäften

Mit der neuartigen «Wie geht’s dir?»-App kann die persönliche Gefühlslage reflektiert werden. Kathinka Duss, Programmleiterin des kantonalen Aktionsprogramms Gesundheitsförderung und Prävention, sagt denn auch:

«Wenn früh über Belastungen und Krisen gesprochen wird, wird Hilfe erleichtert, Erkrankungen können vermieden oder entsprechend behandelt werden.
Zudem werden positive Gefühle
und Erlebnisse gestärkt, was ganzheitlich im Sinne der Gesundheitsförderung ist.»

In mehreren Obwaldner Coiffeurgeschäften wird mit Plakaten des emotionalen Alphabets auf die Kampagne aufmerksam gemacht. Zudem werden «Wie geht’s dir»-Schöggeli und Informationen zum Thema «Ernährung, Bewegung und psychische Gesundheit» abgegeben. Es beteiligen sich bisher 17 Gastro- und 8 Coiffeurbetriebe.

Mehr psychische Gesundheit auch in Obwaldner Schulen

Um jüngere Menschen zu erreichen, ist auch die Aufnahme der Kampagne in den Weiterbildungskatalog für Lehrpersonen der Kantone Nidwalden, Obwalden und Uri (NORI) vorgesehen. Mit diesem Unterrichtsmodul sollen die Lehrpersonen der Sekundarstufe I darin unterstützt werden, die psychische Gesundheit im Unterricht vermehrt zum Thema zu machen und offen darüber zu sprechen.

Hinweis Auf www.wie-gehts-dir.ch finden sich konkrete Gesprächstipps und diverse Broschüren. Die App gibt es im App Store sowie im Google Play Store kostenlos.