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Kanton Obwalden verzichtet auf Sparübung

Der Beitrag des Kantons Obwalden an die Stiftsschule bleibt unverändert. Die vergleichsweise hohen Beiträge seien angemessen. Die Schule habe nicht nur eine bildungspolitische sondern auch eine volkswirtschaftlich und regionalpolitische Bedeutung.
Martin Uebelhart

Die Stiftsschule Engelberg erhält weiterhin 24000 Franken im Jahr pro Schüler aus dem Kanton Obwalden. Das legt die erneuerte Leistungsvereinbarung des Kantons Obwalden mit dem Kloster und der Schule fest. Sie tritt auf das Schuljahr 2019/2020 in Kraft.

Im Zuge der Überprüfung und Anpassung des Obwaldner Bildungsgesetzes für die Umsetzung einer entsprechenden Motion sei die Leistungsvereinbarung überprüft worden, schreibt der Regierungsrat in einer Medienmitteilung. Ziel sei es gewesen, die Kosten für den Kanton zu reduzieren. Die Stiftsschule ihrerseits habe gestiegene Pro-Kopf-Kosten sowie grosse Investitionen in die Schul- und Internatsräume für eine zeitgemässe Infrastruktur durch das Kloster geltend gemacht. «Die Überprüfung hat ergeben, dass wir hier in der Tat nicht sparen und den Beitrag senken können», sagt Bildungs- und Kulturdirektor Christian Schäli im Gespräch mit unserer Zeitung. «Mit den 24000 Franken sind wir bereits am untersten Limit», hält er fest. Letztlich gehe es darum, die Schule in Engelberg erhalten zu können. Im vergangenen Schuljahr 2018/19 besuchten 118 Schülerinnen und Schüler die Stiftsschule, 67 von ihnen kamen aus dem Kanton Obwalden.

Angebot und Kleinheit bringen höhere Fixkosten

Das Angebot der Schule aber insbesondere deren Kleinheit verursachten höhere Fixkosten, so die Mitteilung weiter. Schäli erwähnt als Beispiel die zweisprachige Matura mit Deutsch und Englisch sowie das International Baccalaureate. «Diese zwei zusätzlichen Qualifikationen hat man vor einigen Jahren eingeführt, um die Schule attraktiver zu machen», sagt Schäli. Nicht zuletzt auch, um auch ausserkantonale Schüler nach Engelberg zu holen.

Zusammenspiel von Internat und Externat

Ein interkantonaler Vergleich zeige laut der Mitteilung: Je dichter das Netz an öffentlichen Gymnasien, desto tiefer die Beiträge. Mit nur einem öffentlichen Gymnasium sei im Kanton Obwalden eine höhere «Versorgungsabhängigkeit» von privaten Gymnasien gegeben. Das bestätigte die Tatsache, dass rund die Hälfte der Studierenden an der Stiftsschule aus dem Kanton Obwalden stamme. Weder für sie noch für die Internatsstudierenden wäre die Führung eines je eigenen Gymnasiums finanzierbar, hält die Regierung weiter fest. Die Stiftsschule Engelberg sei nur im Zusammenspiel von Internat und Externat überlebensfähig. Für den Kanton habe die Stiftsschule indes nicht nur eine bildungspolitische, sondern ebenso eine volkswirtschaftliche und regionalpolitische Bedeutung, weshalb dem Regierungsrat die vergleichsweise höheren Schulgeldbeiträge angemessen schienen. «Die Schule ist ein guter Arbeitgeber. Auch darum ist der Erhalt wichtig.»

Neu soll der Kantonsbeitrag an die Teuerung angepasst werden. «Der Regierungsrat hält das für eine faire Regelung», sagt Christian Schäli. Die Diskussion um den jährlichen Beitrag werde so etwas entschärft.

Vereinbarung gibt es seit 40 Jahren

Die nun erneuerte Leistungsvereinbarung zwischen dem Kanton Obwalden und dem Kloster sowie der Stiftsschule Engelberg über die Aufnahme und Ausbildung von Schülern aus dem Kanton Obwalden besteht laut der Mitteilung bereits seit 40 Jahren. Die Stiftsschule ist verpflichtet, Obwaldner Gymnasiastinnen und Gymnasiasten aufzunehmen, im Gegenzug werden Aufwendungen für diese Ausbildung vom Kanton abgegolten. Die aktuell gültige Leistungsvereinbarung stammt aus dem Jahr 2012.

Abt Christian Meyer sagt auf Anfrage im Namen der Schule, er sei sehr froh und dankbar über das Ergebnis. Man habe in den Verhandlungen die klaren Kosten ausgewiesen. «Die Stiftsschule ist für den Ort und die ganze Region eine wichtige Institution», hält er fest. Er wertet den Abschuss der Leistungsvereinbarung auch als Zeichen, dass man zur Schule stehe und auch dazu, wie sie sich mit zusätzlichen Angeboten weiterentwickelt habe und zur Vielfalt der kleinen Obwaldner Bildungslandschaft beitrage.

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