Corona-Fachstelle ersetzt den Obwaldner Krisenstab

Der Obwaldner Führungsstab hat sich aufgelöst. Die Coronapandemie beschäftigt die Regierung aber weiterhin.

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Zwei bestätigte Coronafälle wurden in Obwalden am 20. Mai gemeldet, am Tag zuvor war es einer: Wie auch in der übrigen Schweiz ist auch in Obwalden die Zahl der Neuansteckungen stark zurückgegangen. Zum Vergleich: Am 9. März wurden in Obwalden neun Neuinfizierte gemeldet.

Ende Mai hat sich darum der kantonale Führungsstab aufgelöst, wie die Regierung gestern mitteilte. Der Obwaldner Regierungsrat hatte diesen am 16. März aufgrund der damaligen Entwicklung der Coronapandemie und der damit starken Arbeitsbelastung der gesamten Verwaltung eingesetzt. Der Führungsstab koordinierte als zentrale Anlaufstelle alle Arbeiten und Massnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Kanton Obwalden.

An seine Stelle tritt nun die Fachstelle Covid-19, welche beim kantonalen Gesundheitsamt angegliedert ist. Sie ist mit 100 Stellenprozenten dotiert und dient als zentrale Anlaufstelle für gesundheitliche Aufgaben in Sachen Coronapandemie.

Dadurch wird auch das Gesundheitsamt vom hohen Arbeitsaufwand entlastet und es kann dem Alltagsgeschäft wieder besser nachgehen, teilt die Regierung weiter mit.

Überwachen, kontrollieren, Auskunft erteilen

«Damit können wir den Gesundheitsschutz weiterhin sicherstellen», sagt auf Anfrage Landstatthalter Maya Büchi, welche als Vorsteherin des Finanzdepartementes auch das Gesundheitsamt unter sich hat. Zum Aufgabengebiet der neuen Fachstelle Covid-19 gehört auch das Contact-Tracing. «Wir werden auch weiterhin mit jenen Personen in Kontakt bleiben, welche sich in Quarantäne begeben mussten, weil sie selber erkrankt oder mit einer an Corona infizierten Person in Kontakt waren. Wir halten uns über ihren Gesundheitszustand auf dem Laufenden und verhindern weitere Ansteckungen», erklärt Maya Büchi.

Im Fokus steht auch das Überprüfen der Schutzkonzepte. Dabei kontrollieren Vertreter des Kantons etwa, ob sich die Wirte an die Vorgabe halten, zwischen zwei Tischen einen Abstand von zwei Metern einzuhalten oder eine Trennwand zu montieren. «Dabei gehen wir aber stets mit Augenmass vor, die Begleitung der Massnahmen steht im Vordergrund», stellt Maya Büchi klar. Auch das Betreiben der Auskunftsstelle hat die Covid-19-Fachstelle vom Führungsstab übernommen. «Die Auskunftsstelle wird noch immer rege benutzt. Besonders nach einem Lockerungsschritt tauchen jeweils viele Fragen auf», weiss Maya Büchi.

Appell ans Einhalten der Abstandsregeln

Die Fachstelle soll bis mindestens Ende Jahr bestehen. «Sollte sich im Herbst eine zweite Welle abzeichnen, könnten wir die Fachstelle noch länger aufrechterhalten. Das entscheiden wir im Oktober», so Büchi.

Eine Prognose zur weiteren Entwicklung zu stellen, wagt sie nicht. «Klar ist, dass jeder von uns etwas zum günstigen Verlauf der Pandemie beitragen kann, indem er weiterhin diszipliniert die Abstands- und Hygieneregeln einhält.» Diesbezüglich stellt sie den Obwaldnern bisher ein gutes Zeugnis aus. «Sie verhalten sich sehr vernünftig.»