KANTON OBWALDEN: Solarenergie wirft Schatten auf den Kanton

Eine Studie untersuchte die Förderung von Solarenergie in den einzelnen Kantonen. Obwalden kommt ganz schlecht weg, Nidwalden schneidet «mässig» ab.

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An solche Solaranlagen zahlt Obwalden keine Förderbeiträge. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

An solche Solaranlagen zahlt Obwalden keine Förderbeiträge. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Wer in Obwalden sein Heim mit einer Solaranlage ausbauen will, hat alles andere als sonnige Aussichten zumindest was die Unterstützung des Kantons angeht. Zu diesem Schluss kommt eine grosse Studie von WWF Schweiz. Die Umweltschutzorganisation hat die Solarenergieförderung in allen Kantonen analysiert und verglichen. Neun Kantone, darunter Nidwalden, haben nur die Wertung «mässig» erhalten. Obwalden indes steht allein an letzter Stelle. Mit der Gesamtwertung «schwach».

«Endlich mit der Energiepolitik vorwärts machen»
Baudirektor Matter lässt sich von der Studie jedoch nicht aus der Ruhe bringen. «Das ist eine zu einseitige Betrachtung», kommentiert er die Ergebnisse. Der Baudirektor räumt ein, dass Obwalden keine Förderbeiträge an Solaranlagen zahlte. «Auf Eigeninitiative hin ist aber bereits viel geschehen in Sachen Solarenergie. Auch das ist entscheidend.» Ruth Koch, Geschäftsführerin WWF Unterwalden, widerspricht: «Die Studie ist nicht einseitig. Es war ja gerade ihre Absicht, die Hilfestellungen der Kantone in Bezug auf die Solarförderung zu untersuchen. Und da steht Obwalden klar am schlechtesten da.»

In der Studie heisst es: «Aus den finanziellen Anstrengungen eines Kantons im Bereich thermische Solarnutzung kann noch nicht auf die Gesamtqualität des kantonalen energiepolitischen Programms geschlossen werden.» Doch auch hier liegen die Felder in Obwalden noch ziemlich brach. «Der Kanton muss in der Energiepolitik endlich vorwärts machen», fordert deshalb der SP-Kantonsrat Beat von Wyl.

Die Regierung hat sich viel Zeit gelassen 
Bereits vor zwei Jahren hatte von Wyl gemeinsam mit vier Vertretern der andern Kantonalparteien den Regierungsrat in einer Motion beauftragt, ein Konzept und einen Massnahmenplan für die Energiepolitik des Kantons auszuarbeiten. Im Januar 2008 machten die Motionäre nochmals Druck und stellten in einer Interpellation «mit Befremden fest», dass das Baudepartement «den Auftrag des Kantonsrats verschleppt». Die Regierung wies in ihrer Antwort vom 8. April darauf hin, dass der ihr zugestandene Zeitraum noch nicht ausgeschöpft sei und dass die Ziel- und Auftragsformulierung für die Erarbeitung eines Energiekonzepts verabschiedet worden sei.

Morgen Dienstag erhält die Regierung jenen Bericht zur ersten Lesung, den sie im Frühling einem externen Expertenbüro in Auftrag gegeben hatte. Kantonsarchitektin Françoise Ellenberger versichert, dass in diesem Bericht verschiedene Förderprogramme sowie «wenige, aber gezielte Massnahmen» zur Energiepolitik des Kantons vorgeschlagen würden.

Adrian Venetz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Obwaldner Zeitung.