Kanton Obwalden
Versorgungsstrategie im Akutbereich: Tendenz geht Richtung Spitalregion mit Verbundpartnern

Die Taskforce sowie eine Projektgruppe haben die aktuelle Versorgungssituation in Obwalden im Akutbereich einer Prüfung unterzogen. Sie haben dem Regierungsrat einen umfangreichen Bericht mit Optionen zum Leistungsangebot am Kantonsspital Obwalden unterbreitet.

Martin Uebelhart
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Die Rahmenbedingungen im Spitalbereich seien einem ständigen Wechsel unterworfen. Die Anforderungen an Qualität, Ausbildungen und Spezialisierungen sowie absehbar auch betreffend Mindestfallzahlen veränderten sich laufend, schreibt der Obwaldner Regierungsrat in einer Mitteilung. Diesem Wandel könne sich auch der Kanton Obwalden mit seinem stationären Angebot im Kantonsspital (KSOW) nicht entziehen.

Im Rahmen der Versorgungsstrategie im Akutbereich und des Meilensteins «Leistungsangebot in Obwalden» haben die Taskforce und die Projektgruppe im Jahr 2020 die aktuelle Versorgungssituation einer kritischen Prüfung unterzogen und dem Regierungsrat einen detaillierten Bericht abgeliefert. In diese Arbeiten seien auch das Kantonsspital und eine Vertretung der Obwaldner Ärzteschaft miteinbezogen worden. «Die Taskforce kommt zum Ergebnis, dass das Angebot des Kantonsspitals Obwalden in seiner heutigen Ausgestaltung mit den aktuell gegebenen Rahmenbedingungen mittelfristig nicht erhalten werden kann», wird Landstatthalter Daniel Wyler, der Vorsitzende der Taskforce, in der Medienmitteilung zitiert. «Das bedeutet nicht zwingend einen Abbau», hält Wyler auf Anfrage fest. Es sei nicht das vordringliche Ziel Abteilungen zuzumachen. «Auch in Obwalden wird in gewissen Departementen sehr gute Arbeit geleistet. Da können wir potenziellen Partnern etwas anbieten und allenfalls Patienten zu uns holen.»

Regierung lotet verschiedene Möglichkeiten zur Zusammenarbeit aus

Auf der Suche nach möglichen Partnern ist der Regierungsrat. Längerfristig zeige die Tendenz in Richtung einer Spitalregion mit Verbundpartnern und Aufgabenteilungen, so die Mitteilung weiter. Dazu sei es notwendig, dass in naher Zukunft Gespräche mit möglichen Partnern geführt und potenzielle Zusammenarbeiten geprüft würden. Schon früher hatte Daniel Wyler dazu gesagt, dass eine Zusammenarbeit mit dem Spitalverbund Luzern/Nidwalden im Vordergrund stehe. «Das ist die naheliegende Lösung», hält er fest. Doch für eine Partnerschaft müssten alle Beteiligten einwilligen. Darum gelte es abzuklären, ob der Wille und auch die Kapazitäten für eine Zusammenarbeit überhaupt vorhanden seien. Es gebe ja auch noch weitere Möglichkeiten, etwa Privatspitäler. «Und angesichts der Tatsache, dass viele Obwaldnerinnen und Obwaldner für spezielle Eingriffe nach Zürich, Bern oder Basel gehen, könnte man sich auch in diese Richtungen orientieren», so Wyler.

Optimale medizinische Versorgung der Obwaldner Bevölkerung

Gleichzeitig müsse auch die Kostenstruktur im KSOW optimiert werden, schreibt der Regierungsrat in seiner Mitteilung weiter. Dazu seien in allen Bereichen die Kosten-Nutzen-Verhältnisse zu evaluieren. «Das ist eine Daueraufgabe jedes Unternehmens und das Spital macht das jetzt schon», betont Wyler im Gespräch mit unserer Zeitung. Man sei da gut unterwegs.

«Bei den ganzen Diskussionen ist mir wichtig festzuhalten, dass es nicht unser Ziel ist, das Kantonsspital zu Tode zu sparen»,

hält der Volkswirtschaftsdirektor weiter fest. Zuoberst stehe für den Regierungsrat eine optimale medizinische Versorgung der Obwaldner Bevölkerung. «Doch muss diese nicht zwingend vor Ort sein», räumt Wyler ein. Um dies zu gewährleisten, brauche es eine vernünftige und effiziente Zusammenarbeit mit Partnern. «Und letztlich muss das Ganze finanziell tragbar sein», sagt Wyler.

Jetzt gehe es darum, sich nach Partnern umzuschauen, die zu einer Zusammenarbeit gewillt seien. «Das muss dieses Jahr geschehen», umschreibt Wyler die Zielsetzung. Dann würden die Optionen zum zukünftigen Leistungsangebot bereinigt und gegebenenfalls angepasst. Für die Umsetzung einer Partnerschaft rechnet er mit einer Zeitspanne von drei bis fünf Jahren. Er verweist auf das Beispiel von Luzern und Nidwalden: «Sie brauchten Jahre, um das zu entwickeln und sind nach wie vor mit der Umsetzung beschäftigt.»