KANTON OBWALDEN: «Wir brauchen ein neues Funknetz»

Die Kantonspolizei wird 200-jährig. Im Interview erklärt Sicherheitsvorsteherin Esther Gasser Pfulg, warum es ein neues Polizeigesetz braucht.

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Die Obwaldner Sicherheitsvorsteherin Esther Gasser Pfulg. (Archivbild Manuela Jans/Neue LZ)

Die Obwaldner Sicherheitsvorsteherin Esther Gasser Pfulg. (Archivbild Manuela Jans/Neue LZ)

Als die Obwaldner Kantonspolizei am 7. Mai 1808 mit zwei Landjägern gegründet wurde, war ihr Hauptauftrag die systematische Bekämpfung des Bettler- und Vagantenunwesens. Welchen Herausforderungen muss sich das 50-köpfige Polizeikorps 2008 stellen?
Esther Gasser Pfulg: Die Aufgaben werden immer komplexer und vielfältiger. Ich denke da insbesondere an Internetkriminalität, Wirtschaftsdelikte, häusliche Gewalt. Auch sind die Ansprüche der Bevölkerung gestiegen, das Freizeit- und Ausgehverhalten hat sich gewandelt. Man geht erst um 23 oder 24 Uhr in den Ausgang, die Ausübung von Risikopartnerschaften hat zugenommen. Dieses veränderte Freizeitverhalten bildet sich in der Sicherheit ab. Es ist aber nicht so, dass wir in Obwalden mehr Probleme haben als in anderen Kantonen.

Beat Hensler, Präsident der Schweizer Polizeikommandanten-Konferenz, sagte unlängst in einem Interview in der «Zentralschweiz am Sonntag», dass derzeit bewilligte Stellen nicht besetzt werden könnten, bedingt unter anderem durch die gute Konjunktur. Trifft dies auch in Obwalden zu?
Gasser Pfulg: Bei Ausschreibungen melden sich tatsächlich weniger Bewerber als früher. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Kandidaten die notwendigen Voraussetzungen nicht erfüllen. Doch von einem akuten Nachwuchsproblem möchte ich nicht sprechen. Wir konnten die fluktuationsbedingt freien Stellen bisher immer besetzen. Im Vergleich zu anderen Kantonen ist unser Bedarf kleiner, wir nehmen pro Jahr etwa ein bis zwei neue Korpsangehörige auf.

Diesen Samstag feiert die Kantonspolizei ihren 200. Geburtstag – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Warum?
Gasser Pfulg: An diesem Anlass geht es uns in erster Linie darum, den jetzigen und ehemaligen Polizeiangehörigen für ihren teilweise jahrzehntelangen Einsatz zu danken. Viele Polizisten bleiben ihrer Stelle bis zur Pensionierung treu. Zudem haben wir bei der Polizei in den letzten Jahren einen Tag der offenen Tür durchgeführt und festgestellt, dass das Interesse dazu spürbar nachgelassen hat und der Bedarf gedeckt ist.

Noch ein Blick in die Zukunft. Welche Herausforderungen und Veränderungen kommen auf die Kantonspolizei in den nächsten Jahren zu, abgesehen vom neuen Polizeigesetz?
Gasser Pfulg: Zwei Schwerpunkte zeichnen sich klar ab: Zum einen ein starkes Bedürfnis der Bevölkerung nach mehr Polizei vor Ort, das heisst, es wird mehr Polizeipräsenz in den Gemeinden gefordert. Zum anderen wird die interkantonale Zusammenarbeit immer wichtiger, beispielsweise die Unterstützung bei Grossanlässen wie der Euro 08. Weiter stehen Investitionen im Kommunikationsbereich an. Wir brauchen beispielsweise ein neues, effizientes Funknetz. Ein entsprechender Kreditantrag an den Kantonsrat ist in Vorbereitung. Auch die laufend notwendigen Anpassungen und Aufrüstungen der elektronischen Datenverarbeitung sind kostenintensiv, aber unerlässlich.

Interview Matthias Piazza

Das ausführliche Interview lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Obwaldner Zeitung.