KANTONSGERICHT: Die bedingte Strafe blieb ohne Wirkung

Das Kantonsgericht hat in Obwalden einen jungen Autofahrer zu einer Geldstrafe verurteilt. Er ist bereits mehrfach vorbestraft.

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Der heute 25-jährige Angeklagte hat «offensichtlich Mühe, sich an die Strassenverkehrsregeln zu halten», schreibt das Kantonsgericht Obwalden in seiner Begründung zum Urteil vom 7. Juli 2008. So war der Angeklagte bereits 2002 als damals 19-Jähriger wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln mit 1000 Franken gebüsst worden. Und Anfang 2005 wurde er vom Kantonsgericht Obwalden zu einer bedingten Gefängnisstrafe von zwei Wochen und einer Busse von 500 Franken verurteilt.

In Leitplanke gefahren und sich nicht gemeldet
Der bisher schwerste Fall ereignete sich Mitte Mai 2005 auf der Glaubenbergstrasse. Dem jungen Obwaldner wurde vorgeworfen, in eine Leitplanke gefahren zu sein. Dabei entstand massiver Sachschaden. Der Autofahrer entfernte sich vom Unfallort, ohne sich um den Schaden zu kümmern oder sich bei der Polizei zu melden.

Sowohl für die Staatsanwaltschaft wie fürs Kantonsgericht stand aufgrund der Indizien fest, dass der Angeklagte der Unfallverursacher gewesen sein musste. Er wurde wegen pflichtwidrigen Verhaltens nach einem Unfall mit Fremdschaden, der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit (zum Beispiel Blutprobe) sowie des Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeuges (Schäden nach der Kollision mit der Leitplanke) angeklagt.

Verurteilt werden konnte der Angeklagte dann allerdings nur noch wegen der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit. Die beiden anderen Straftatbestände waren zum Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung Anfang Juli 2008 bereits verjährt.

Auf dem Flugplatz Alpnach Rennen gefahren
Schuldig gesprochen wurde der Angeklagte zudem wegen einfacher Verkehrsregelverletzung durch Missachten von Verbotstafeln. Zusammen mit einem andern Autofahrer war der Angeklagte im Juli 2006 auf der Piste des Flugplatzes Alpnach Rennen gefahren. Dabei hatten sie zwei Abbiegeverbotssignale im Flugplatzgebiet missachtet. Und er war im Februar 2005 wegen Fahrens im angetrunkenen Zustand zu einer bedingten Gefängnisstrafe von zwei Wochen verurteilt worden.

Das Kantonsgericht verurteilte den Angeklagten zu einer unbedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 40 Franken und zu einer Busse von 500 Franken. Ausserdem hat er die Prozesskosten von rund 4400 Franken zu bezahlen.

Robert Hess

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Obwaldner Zeitung.