KANTONSGERICHT: Mit Drogen den Ausgang finanziert

Ein heute 36-jähriger Mann hat 2004 im grösseren Stil mit Drogen gehandelt. Er muss dafür mit 16 Monaten Freiheitsstrafe büssen.

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Hanfpflanzen. (Symbolbild Keystone)

Hanfpflanzen. (Symbolbild Keystone)

Der Angeklagte, ein gebürtiger Nidwaldner, war im Zuge von Ermittlungen der Kantonspolizei Glarus am 20. September 2004 an seinem Wohnort im Kanton Obwalden verhaftet und bis zum 6. Oktober 2004 in Untersuchungshaft gesetzt worden. Bei der Hausdurchsuchung an seinem Wohnort waren verschieden Drogen und Drogenutensilien gefunden worden. Ausserdem stellte die Polizei drei selber gezogene Hanfpflanzen sicher.

3,4 Kilogramm Marihuana erworben und weiterverkauft
Vor Kantonsgericht gab der Angeklagte zu, von Januar bis Ende Juli 2004 insgesamt 28 Gramm Kokain, 1,6 Kilogramm Speed, 300 Stück Ecstasy-Tabletten, 2000 Stück LSD Trips, 2,9 Kilo Haschisch und 3,4 Kilo Marihuana erworben zu haben. Diese Betäubungsmittel habe er von insgesamt neun verschiedenen Lieferanten bezogen.

Davon habe er das Kokain selber konsumiert und einen Teil der übrigen Drogen an 24 dem Angeklagten namentlich bekannte Bezüger und an einige ihm nicht bekannte Personen verkauft, heisst es in der Anklageschrift.

«Zum Einstandspreis» die Drogen weiterverkauft
Laut Berechnungen der Kantonspolizei hat der Angeklagte mit dem Drogenhandel bei einem Umsatz von rund 100'000 Franken einen Gewinn von gut 9000 Franken erzielt. Er habe «weniger Gewinn gemacht», hielt der Angeklagte diesen Berechnungen entgegen. «Ich habe mit dem Erlös aus dem Betäubungsmittelverkauf lediglich ein Sackgeld für den Ausgang erwirtschaftet und meinen Eigenkonsum finanziert», meinte der Angeklagte. Er habe die Betäubungsmittel häufig «zum Einstandspreis» oder nur mit geringem Zuschlag weiterverkauft. Doch er zeigte Einsicht und Reue, was ihm strafmildernd angerechnet wurde. Seit Mai 2005 habe er keine Drogen mehr konsumiert. Damit angefangen hatte der Angeklagte 1991 in der Rekrutenschule.

In einem noch nicht rechtskräftigen Urteil hat das Kantonsgericht den Angeklagten unter anderem der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen. Der Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt. Davon sind 6 Monate unbedingt, das heisst dieser Teil der Freiheitsstrafe muss vollzogen werden. Die übrigen 10 Monate werden mit einer Probezeit von 5 Jahren aufgeschoben.

Robert Hess

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Obwaldner Zeitung.