Kantonsrat entscheidet gegen Willen der Bauern

Der Obwaldner Kantonsrat hat die kantonale Naturschutzzone Hanenried und die Gewässerraumzone Kleine Melchaa in den Gemeinden Sachseln und Giswil verabschiedet - gegen den Willen von Bauernvertretern.

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Das Naturschutzgebiet Hanenried am Sarnersee in Giswil. (Bild: Adrian Venetz/Neue OW)

Das Naturschutzgebiet Hanenried am Sarnersee in Giswil. (Bild: Adrian Venetz/Neue OW)

Obwohl das Moorgebiet Hanenried seit 1994 provisorisch unter Schutz steht, wurde bis jetzt keine Schutz- und Nutzungsplanung erstellt. Dieser Mangel wird nun behoben. Als Folge der Beeinträchtigung des Flachmoores muss gemäss Bundesamt für Umwelt (BAFU) die doppelte der betroffenen Fläche ausserhalb des Schutzgebietes extensiviert werden. Diese 428 Aren werden heute landwirtschaftlich genutzt.

Von diktatorischen Machenschaften die Rede

Das erregt den Unwillen der Landwirte. Sie betrachten das als Eingriff und Schmälerung ihrer Rechte. Im Kantonsrat war von diktatorischen Machenschaften, von einem arroganten Vorgehen und einem ideologischen Vorgehen des BAFU die Rede. Ein Kantonsrat meinte, wenn auch ein wenig Gülle in den See geschwemmt werde, so sei das weniger schlimm als Heizöl.

Mehr Raum für die Kleine Melchaa

Ein Vertreter der SP hielt dagegen, dass die Kleine Melchaa in ein zu enges Korsett gezwungen worden sei. Nun gehe es, darum ihre wieder ein wenig mehr Raum zu geben. Das sei auch im Interesse des Hochwasserschutzes.

Auch Regierungsrat Paul Federer wies die bäuerlichen Vorwürfe zurück. Es geht nicht um Ideologie, das BAFU halte sich einfach an die Gewässerschutzverordung. Eine Rückweisung, wie von Bauernvertretern gefordert, mache keinen Sinn.

Der Kantonsrat folgte dieser Argumentation, lehnte die Rückweisung ab und verabschiedete die Vorlage mit 37 zu 9 Stimmen, bei 3 Enthaltungen.

sda/ks