KANTONSRAT: Kantonsangestellte: Mehr Vaterschaftsurlaub

Angestellte des Kantons Obwalden sollen in den Genuss eines bezahlten fünftägigen Vaterschaftsurlaubes kommen. Der Kantonsrat hat am Freitag eine entsprechende Motion einer SP-Parlamentarierin mit 29 zu 21 Stimmen überwiesen.

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(Symbolbild Keystone)

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Die Regierung unterstützte das Anliegen. Eine Verlängerung des Vaterschaftsurlaubs werde die Attraktivität des Kantons als Arbeitgeber erhöhen, hielt sie in ihrer Antwort fest. Positiv sei die Massnahme auch, weil es in den nächsten Jahren schwieriger werden dürfte, junge Arbeitskräfte zu rekrutieren.

Unmittelbar nach einer Geburt sei die ganze Familie gefordert, so die Regierung. Es sei deshalb begrüssenwert, wenn die Väter in dieser Zeit ihren Beitrag zu den Familienaufgaben leisten könnten. Auf die Arbeitsplanung dürfte die Massnahme keinen relevanten Einfluss haben, da in der Verwaltung pro Jahr im Schnitt nur fünf Mitarbeiter Väter würden.

Gegen den fünftägigen Vaterschaftsurlaub machten die SVP- und die FDP-Fraktion mobil. Er sei unnötig und ein falsches Signal, argumentierten sie. Benachteiligt würde so auch das Gewerbe, dass sich Vaterschaftsurlaube aus arbeitsorganisatorischen Gründen nicht leisten könne.

Keine Bestimmungen zur Zahlungsfrist für Kanton
Mit 44 zu 6 Stimmen abgelehnt wurde eine Motion der SVP. Die sonst gegenüber neuen Gesetzen restriktive Partei forderte gesetzliche Bestimmungen, die dem Kanton vorschreiben, Rechnungen innert maximal 30 Tagen zu bezahlen. Begründet wurde der Vorstoss mit Bedenken zur Zahlungsmoral in der Schweiz.

Die Regierung attestierte sich eine gute Zahlungsmoral und fand das SVP-Anliegen unnötig. Die durchschnittliche Zahlungsfrist des Kantons dürfte deutlich unter dem schweizerischen Schnitt von 48,7 Tagen für die öffentliche Hand liegen. Eine Stichprobe in der Finanzverwaltung habe ergeben, dass die Rechnungen durchschnittlich nach 27 Tagen bezahlt würden.

sda