KANTONSRAT: Obwalden führt Gästepatent für Fischer ein

Im Kanton Obwalden sollen Fischer, die über ein Jahrespatent verfügen, künftig ein Zusatzpatent für Gäste lösen können. Weiter erlässt Obwalden als letzter Vierwaldstättersee-Kanton ein generelles Verbot für lebende Köderfische.

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Ein Fischer bei der Arbeit auf der Melchsee-Frutt. (Bild: Keystone)

Ein Fischer bei der Arbeit auf der Melchsee-Frutt. (Bild: Keystone)

Die Gäste können vom selben Boot aus mitfischen, ohne sich um ein eigenes Patent bemühen zu müssen. Der Gebührenrahmen für das Gästepatent liegt bei 50 bis 100 Franken pro Jahr. Dies hat der Obwaldner Kantonsrat einstimmig mit einem Nachtrag zur Fischereiverordnung beschlossen.

Zusatzpatente für Gäste entsprächen dem Wunsch vieler Anglerinnen und Angler, sagte Josef Bucher (CVP), Präsident der vorberatenden Kommission. Da Gäste beim Fischen beaufsichtigt werden müssten, würde ein Gästepatent zudem eine fach- und tierschutzgerechte Fischerei erlauben.

Im Herbst 2013 hatte der Landrat des Kantons Nidwalden der Einführung eines Gäste-Zusatzpatents zugestimmt. Bereits länger gibt es solche Patente in den Kantonen Schwyz und Luzern.

Verbot für lebende Köderfische

Weiter erlässt Obwalden mit dem Beschluss als letzter Vierwaldstättersee-Kanton ein generelles Verbot für lebende Köderfische. Bisher waren diese ausnahmsweise an Stellen mit vielen Wasserpflanzen in der Uferzone des Sarnersees, im Sewensee sowie im Wichelsee erlaubt.

Alle Fraktionssprecher und der Regierungsrat waren sich einig, dass die Verwendung von lebenden Köderfischen aus Tierschutzgründen gänzlich verboten werden soll. In den vergangenen Jahren seien geeignete Kunstköder entwickelt worden, sagte Kommissionspräsident Josef Bucher.

Entgegen der Absicht der Regierung wird der Fischereiaufseher in Obwalden künftig nicht nur vom Amt für Landwirtschaft und Umwelt angestellt sondern auch vom zuständigen Regierungsrat vereidigt. Der Kantonsrat sprach sich einhellig für einen entsprechenden Antrag der vorberatenden Kommission aus. Eine Vereidigung soll dem Amt und der Person des Fischereiaufsehers mehr Gewicht verleihen.

Der Regierungsrat hatte eine Vereidigung für falsch gehalten. Es gebe in der Verwaltung auch andere Positionen mit verantwortungsvollen Aufgaben, die ebenfalls nicht vereidigt würden, sagte Volkswirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker (CVP). (sda)