KANTONSRAT: Obwaldner Parlament pocht auf Ausbau der A8

Die Obwaldner Regierung muss den geplanten Ausbau der A8 bei Kaiserstuhl am Brünig nach einem Planungsstopp wieder in die Hand nehmen. Der Kantonsrat hat am Donnerstag mit 42 gegen 6 Stimmen eine entsprechende dringliche Motion überwiesen.

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Visualisierung des geplanten Südportals des Tunnels Kaiserstuhl. (Bild: PD)

Visualisierung des geplanten Südportals des Tunnels Kaiserstuhl. (Bild: PD)

Der Obwaldner Regierungsrat hatte sich im November 2013 in Absprache mit Bundesrätin Doris Leuthard für einen fünfjährigen Planungsstopp entschieden. Er wollte anstelle des geplanten vier Kilometer langen Nationalstrassenabschnitts samt Tunnel für 295 Millionen Franken günstigere Lösungen prüfen. Der Regierungsrat befürchtet nach einem Ausbau der A8 mehr Transitverkehr durch Obwalden und mehr Stau am Lopper.

Motionär Bruno Furrer (CVP, Lungern) sagte, sämtliche Verkehrsanalysen würden die Befürchtungen der Regierung entkräften. Zudem handle es sich in Bezug auf Sicherheit, Naturgefahren, Umweltverträglichkeit und Kosten um das beste Projekt.

Nichts zu unternehmen und die Planung zurückstellen, bringe nichts, sagte Josef Stalder (CSP, Lungern). Dies verteure das Projekt lediglich. Auch Leo Spichtig (CSP, Alpnach) sagte, das Projekt dürfe aus Sicherheitsgründen nicht hinausgeschoben werden.

Baudirektor Paul Federer lehnte die Motion ab. Es gehe darum, eine bestmögliche und allenfalls günstigere Lösung zu suchen. Es bestehe kein dringender Handlungsbedarf. Andere Strassenabschnitte wie etwa in Alpnachstad ständen in Bezug auf die Verkehrssicherheit stärker im Fokus, sagte er.

Unterstützung erhielt die Regierung unter anderem von Guido Cotter (SP). Rund 300 Millionen Franken für Probleme zwischen Giswil und Lungern sei eine „Luxuslösung“, sagte er. Obschon der Bund 97 Prozent der Kosten übernehme, sei der Beitrag Obwaldens von 9 oder 10 Millionen Franken nicht unerheblich.

Im Sommer 2013 hatte der Bundesrat das generelle Projekt genehmigt. Im Oktober sistierte der Regierungsrat die Vergabe des Bauingenieurauftrags. Die offerierenden Planungsbüros stimmten einer Verlängerung der Offertbindungspflicht bis Ende 2014 zu.

Das Bauvorhaben auf der Strasse am Brünig zwischen Giswil und Lungern will für 295 Millionen Franken eine 3,8 Kilometer lange Lücke im Nationalstrassennetz schliessen. Es sieht bei Kaiserstuhl eine 2,5 Kilometer lange Tunnelröhre zur Umfahrung einer S-Kurve auf der A8 vor. Dort kam es wiederholt zu Unfällen. Im neuen Abschnitt soll die Strasse zudem besser vor Naturgefahren geschützt werden.

Die neue Strasse besteht zwischen Lungern Nord und Kaiserstuhl aus einem offenen Abschnitt entlang des Lungerersees. Anschliessend folgt der Tunnel Kaiserstuhl bis zum Landhaus. Zwischen Landhaus und Giswil Süd ist auf einer neuen Aufschüttung bis zur bestehenden Buechholzbrücke erneut ein offener Abschnitt vorgesehen. (sda)