KANTONSRAT OW: Biken in Obwaldner Wäldern wird eingeschränkt

In Obwalden dürfen sich Biker und Reiter in den Wäldern grundsätzlich nicht mehr abseits der Wege fortbewegen. Dies hat das Parlament in einem neu geschaffenen Waldgesetz festgelegt. Die Bestimmung soll Konflikte zwischen Sportlern und Waldbesitzern entschärfen.

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Das Bild entstand höchstwahrscheinlich im "Natural Bikepark" in Emmetten, also auf einem speziell für Biker erstellten Weg. Das Bild ist also auch als Symbolbild schlicht nicht geeignet und irreführend. Deshalb fordere ich Sie auf, dass Sie zukünftig bei der Auswahl der Bilder mehr Sorgfalt walten lassen. Edwin Steiner, Einsiedeln (Bild: Archiv Neue NZ)

Das Bild entstand höchstwahrscheinlich im "Natural Bikepark" in Emmetten, also auf einem speziell für Biker erstellten Weg. Das Bild ist also auch als Symbolbild schlicht nicht geeignet und irreführend. Deshalb fordere ich Sie auf, dass Sie zukünftig bei der Auswahl der Bilder mehr Sorgfalt walten lassen. Edwin Steiner, Einsiedeln (Bild: Archiv Neue NZ)

Die Fraktionen stellten sich am Donnerstag im Kantonsrat klar hinter die Schaffung eines eigenen kantonalen Gesetzes zum Wald. Dieses ersetzt eine Forstverordnung von 1960. Die Bestimmungen in 38 Artikeln sind wesentlich knapper abgefasst als die Verordnung und orientiert sich bezüglich der Gliederung und der Systematik am entsprechenden Bundesgesetz.

Kommissionspräsident Albert Sigrist (SVP) wies darauf hin, dass rund 40 Prozent der Fläche Obwaldens von Wald bedeckt sei. Er betonte die Bedeutung des Waldes für den Schutz vor Naturereignissen, die Erholung sowie die Wirtschaft. Ambros Albert (SP) sagte, es solle ein Nebeneinander von verschiedenen Waldbenutzern möglich sei.

In der geltenden Waldverordnung fehlen auf Freizeitsportler wie Biker und Reiter zugeschnittene Regelungen. Das Parlament legte nun fest, das Velofahren, Mountainbiken und Reiten im Wald grundsätzlich auf Waldstrassen und -wege sowie spezielle Pisten zu beschränken.

Ausnahmen durch Waldbesitzer

Gleichzeitig sorgte das Parlament dafür, dass Waldeigentümer unkompliziert selber Ausnahmen zulassen dürfen. Sie können in ihren Waldstücken Sportlern erlauben, sich auch abseits von Strassen und Pisten zu bewegen.

Es gehe dabei darum, die Rechte der Waldeigentümer zu stärken, sagte Kommissionspräsident Albert Sigrist. Marcel Jöri (CVP) ergänzte, dass die Eigentümer am besten wüssten, was sie in ihren Wäldern zulassen wollten und was nicht.

Die Regierung hatte zunächst vorgeschlagen, dass Ausnahmen nur auf einen eingereichten Antrag hin bewilligt werden können. Der Kantonsrat hielt das aber für zu umständlich. Dies sei unnötige Arbeit für die Verwaltung, sagte Daniel Wyler (SVP).

Auch für Grossveranstaltungen im oder am Wald müssen Organisatoren künftig ausdrücklich das Einverständnis der betroffenen Waldeigentümer einholen.

Neue Definition des Waldes

Eine weitere Neuerung ist die Definition, was überhaupt als Wald zu gelten habe. Das Parlament lockerte den bisherigen, strengen Waldbegriff, weil dieser einschränke, und viele Hecken bereits als Wald eingestuft werden müssten.

Das Parlament vergrösserte die Mindestfläche von heute 200 auf 800 Quadratmeter. Angehoben werden auch die Mindestbreite und das Mindestalter der Bestockung. Eine Zusatzregelung, dass nicht allein quantitative Kriterien massgebend sind, soll ermöglichen, dass in bestimmten Fällen auch kleinere Flächen als Wald definiert werden können.

Die Schlussabstimmung über das Gesetz findet in der zweiten Lesung statt. (sda)