KANTONSRAT OW: Einmaliges Campieren ohne Bewilligung bleibt erlaubt

Das Obwaldner Kantonsparlament bleibt dabei: Touristen auf der Durchreise dürfen weiterhin ohne Bewilligung einmalig ausserhalb von Campingplätzen übernachten. Der Kantonsrat hat am Donnerstag zwei Volksmotionen für eine Regeländerung abgelehnt.

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Touristen auf der Durchreise dürfen weiterhin ohne Bewilligung einmalig ausserhalb von Campingplätzen campieren. (Symbolbild) (Bild: Romano Cuonz / Neue OZ)

Touristen auf der Durchreise dürfen weiterhin ohne Bewilligung einmalig ausserhalb von Campingplätzen campieren. (Symbolbild) (Bild: Romano Cuonz / Neue OZ)

Der Kantonsrat hatte erst im vergangenen Dezember 2014 ein neues Campinggesetz beschlossen. Dieses lässt neu einmaliges Übernachten in Zelten oder Wohnwagen auch ausserhalb von Campingplätzen ohne Bewilligung zu.

Im Frühling wurden zwei Volksmotionen eingereicht. Drei Campingplatzbetreiber verlangten die Aufhebung der Möglichkeit. Sie fürchteten weniger Gäste auf ihren Plätzen und kritisieren eine Ungleichbehandlung durch das neue Gesetz. Eine weitere Volksmotion der IG Übernachten im Freien forderte eine Möglichkeit für zweimaliges Übernachten ohne Bewilligung. Die Ausnahmeregelung sollte für ein ganzes Wochenende gelten.

Der Kantonsrat sprach sich für die Beibehaltung der geltenden Regeln aus. Er lehnte beide Motionen mit 42 gegen 1 Stimme und 6 Enthaltungen ab.

Einmaliges Übernachten sei nur gestattet, wenn keine öffentlichen oder privaten Interessen tangiert seien, sagte Markus Ettlin (CVP), Sprecher der vorberatenden Kommission. Gegen den Willen des Eigentümers könne nicht campiert werden.

Auch Max Rötheli (SP) sah keinen Handlungsbedarf. Die gegenwärtige Regelung habe laut Polizei zu keinen Problemen geführt, sagte er.

Cornelia Kaufmann (CVP) hingegen hatte Sympathien für das Anliegen der Campingbetreiber. Sie warnte von Freizeitcampierern, die gezielt Plätze suchten, wo wildes Campieren erlaubt sei. Solche Touristen wolle Obwalden nicht, sagte sie. Durchreisende könnten laut Gesetz in einer Ausnahmesituation weiterhin straffrei im Freien übernachten. (sda)