KANTONSRAT: Stipendien auch für ältere Studenten

Der Kanton Obwalden wird künftig Stipendien für Studenten nach neuen Bestimmungen vergeben. Die bisherige Alterslimite von 30 Jahren für Antragsteller in einer Erstausbildungen wurde aufgehoben.

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Auch für ältere Studenten gibt es im Kanton Obwalden weiterhin Stipendien. Im Bild: Senioren an der Uni Luzern. (Archivbild Dominik Wunderli)

Auch für ältere Studenten gibt es im Kanton Obwalden weiterhin Stipendien. Im Bild: Senioren an der Uni Luzern. (Archivbild Dominik Wunderli)

Der Kantonsrat hat der geänderten Stipendien-Verordnung am Mittwoch ohne Gegenstimme und bei fünf Enthaltungen zugestimmt. Das Parlament sprach sich vorab für einen Systemwechsel bei der Berechnung der Beitragshöhe aus.

Heute vergibt Obwalden Stipendien und Darlehen nach einem Punktesystem, das sich unter anderem auf das steuerbare Einkommen der Antragsteller abstützt. Dieses System ist gemäss Regierung wenig transparent. Zudem würden immer wieder Personen Stipenden erhalten, die es wirtschaftlich gar nicht nötig hätten.

Neu werden die Kosten für die Ausbildung den finanziellen Mitteln der Studenten und ihrer Eltern gegenübergestellt. Der Fehlbetrag wird bis zum Maximalbetrag als Stipendium ausgerichtet. Die Höchstbeträge von 16'600 Franken (Tertiärstufe) und 12'000 Franken (Sekundarstufe) bleiben bestehen.

Daneben sprach sich der Rat für die Abschaffung der Altersgrenze aus. Bisher können nur Personen in einer Erstausbildung bis 30 Jahre ein Stipendium beantragen. Von dieser Grenze betroffen seien viele Frauen, die in fortgeschrittenem Alter etwa in der Pflege eine Ausbildung in Angriff nehmen würden, sagte Walter Wyrsch (CSP).

Neu haben auch Ausländer aus Nicht-EU/EFTA-Staaten mit einer B-Bewilligung Anspruch. Ein Antrag der SVP, jenen Ausländern sowie anerkannten Flüchtlingen und Staatenlosen keine Ausbildungsbeiträge zu zahlen, wurde vom Plenum klar abgelehnt.

2012 erhielten in Obwalden 247 Gesuchsteller Stipendien von total 1,5 Mio. Franken. Das durchschnittliche Stipendium betrug 5940 Franken. Vier Personen bekamen Darlehen von total 49'000 Franken.

Die Neuregelung führt gemäss Modellrechnung dazu, dass weniger Personen in den Genuss von Stipendien kommen, diese aber total mehr Geld erhalten dürften.

sda