KANTONSSCHULE SARNEN: Die Matura im Sack, hier und in Kiew

Vasilisa Golovatyuk ist eine von 61 erfolgreichen Maturanden. Für die Ukrainerin war es aber nicht das erste Abitur.

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Die Ukrainerin Vasilisa Golovatyuk strahlt: Sie hat soeben ihr Maturazeugnis mit der Note 5,22 erhalten. (Bild Izedin Arnautovic/Neue OZ)

Die Ukrainerin Vasilisa Golovatyuk strahlt: Sie hat soeben ihr Maturazeugnis mit der Note 5,22 erhalten. (Bild Izedin Arnautovic/Neue OZ)

Auf den ersten Blick wirkt die zierliche Vasilisa Golovatyuk eher distanziert. Ihre Haltung ist aufrecht, die langen blonden Haare liegen ruhig auf ihren Schultern. Doch spätestens wenn man das Wort an sie richtet, beginnt die Ukrainerin zu lächeln, öffnet sich ihrem Gegenüber und gibt geduldig und gerne Auskunft.

Vasilisa ist 18 Jahre alt, kommt aus Kiew und hat eben ihr Maturazeugnis mit der Note 5,22 erhalten – in Sarnen. Hier geht sie seit 2003 zur Schule, als sie mit ihren Eltern in die Schweiz kam, weil ihr Vater eine Stelle bei der Firma Maxon Motor angetreten hatte.

Immer wieder nach Kiew gereist
Ihr schulisches Talent stellte sie auch in Obwalden, das auf einmal zur neuen Heimat wurde, eindrücklich unter Beweis. Probehalber besuchte sie einige Wochen die erste Klasse des Gymnasiums, doch mit ihren Leistungen konnte sie bald in die zweite Klasse aufsteigen. Vasilisas Ziel war es, parallel zur Schweizer Matura auch das ukrainische Abitur zu schaffen, damit ihr alle Wege für ein Studium in der Schweiz oder in ihrem Heimatland offen stehen. «Der damalige Rektor Constantin Gyr hat dies meiner Tochter ermöglicht. Dafür sind wir ihm sehr dankbar», meint Mutter Anna, und Vasilisa ergänzt: «Ich bin immer vor den Oster- und den Herbstferien für einige Wochen nach Kiew gereist und habe dort die Prüfungen am Gymnasium abgelegt. Gewohnt habe ich dann bei meiner Grossmutter.» Wie in Sarnen hatte sie auch in Kiew allen Grund zur Freude. Im vergangenen Jahr bestand sie das Abitur.

Monik Barth

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Obwaldner Zeitung.