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Kari Feierabend ist der Jäger der stählernen Kolosse

Der Engelberger Kari Feierabend ist Leiter des Holcim-Schotterwerks in Kehrsiten und fotografiert gigantische Baumaschinen in den grössten Minen der Welt. Für seine Leidenschaft reist er um die ganze Welt.
Philipp Unterschütz
Chile 2011: Da hilft Kari Feierabend auch kein Spinat; neben dem 4 Meter hohen Rad wird jeder zur Ameise. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2011: Da hilft Kari Feierabend auch kein Spinat; neben dem 4 Meter hohen Rad wird jeder zur Ameise. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2012. Die produktivste Kupfermine der Welt, Escondida. Die südliche Abbaugrube hat ca 5 km Durchmesser und ist rund 600 m tief. Pro 24 Stunden Schicht werden hier eine Million Tonnen Gestein bewegt. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2012. Die produktivste Kupfermine der Welt, Escondida. Die südliche Abbaugrube hat ca 5 km Durchmesser und ist rund 600 m tief. Pro 24 Stunden Schicht werden hier eine Million Tonnen Gestein bewegt. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2012. Aus dem Dipatch-Raum der Mina Escondida wird der gesamte Material- und Fahrzeugverkehr gesteuert. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2012. Aus dem Dipatch-Raum der Mina Escondida wird der gesamte Material- und Fahrzeugverkehr gesteuert. (Bild: Kari Feierabend)
USA 2013. Die weltgrösste noch im Einsatz stehende Dragline in der Black Thunder Mine in Wyoming. (Bild: Kari Feierabend)USA 2013. Die weltgrösste noch im Einsatz stehende Dragline in der Black Thunder Mine in Wyoming. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2011. Zirka 400 Pick-Up's sind auf dem Abbaugelände der Mina Radomiro Tomic unterwegs. Gerne lassen sie den gewaltigen, mit 400 Tonnen Gestein beladenen Mining Trucks mit ihren 4 m hohen Rädern den Vortritt, respektvoller Abstand ist oberste Pflicht. Die Dumperfahrer sehen im Staub oft nur den 4 Meter hohen Wimpel an den Kleinfahrzeugen, somit ist er die Lebensversicherung. Wer vergisst seinen Wimpel zu montieren ist mit einer fristlosen Kündigung konfrontiert. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2011. Zirka 400 Pick-Up's sind auf dem Abbaugelände der Mina Radomiro Tomic unterwegs. Gerne lassen sie den gewaltigen, mit 400 Tonnen Gestein beladenen Mining Trucks mit ihren 4 m hohen Rädern den Vortritt, respektvoller Abstand ist oberste Pflicht. Die Dumperfahrer sehen im Staub oft nur den 4 Meter hohen Wimpel an den Kleinfahrzeugen, somit ist er die Lebensversicherung. Wer vergisst seinen Wimpel zu montieren ist mit einer fristlosen Kündigung konfrontiert. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2011. Ohne Sprengen geht nichts: Tagebaubohrgerät von Atlas Copco im Einsatz. Bohrraster 9 Meter, Bohrlochtiefe 15m, Durchmesser 33cm. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2011. Ohne Sprengen geht nichts: Tagebaubohrgerät von Atlas Copco im Einsatz. Bohrraster 9 Meter, Bohrlochtiefe 15m, Durchmesser 33cm. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2012: Einer der 40 Grossdumper in der Mina Esperanza. 600 Tonnen Gesamtgewicht mit rund 65km/h auf dem Weg zur Aufschüttung des erzlosen Gesteins. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2012: Einer der 40 Grossdumper in der Mina Esperanza. 600 Tonnen Gesamtgewicht mit rund 65km/h auf dem Weg zur Aufschüttung des erzlosen Gesteins. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2012: Mit vier Ladespielen ist dieser Cat 797 der älteren Generation in der Mina Esperanza voll beladen. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2012: Mit vier Ladespielen ist dieser Cat 797 der älteren Generation in der Mina Esperanza voll beladen. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2012: 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Eine Mine schläft nie. Geschäftig drehen die Trucks pausenlos ihre Runden, hier vor der spektakulären Kulisse eines Sonnenuntergangs, am trockensten Ort der Welt, der berühmten Atacama Wüste. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2012: 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Eine Mine schläft nie. Geschäftig drehen die Trucks pausenlos ihre Runden, hier vor der spektakulären Kulisse eines Sonnenuntergangs, am trockensten Ort der Welt, der berühmten Atacama Wüste. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2012: Bis zur Kippstelle kann die Fahrt in den grössten Minen über eine Stunde dauern. (Bild: Kari Feieraabend)Chile 2012: Bis zur Kippstelle kann die Fahrt in den grössten Minen über eine Stunde dauern. (Bild: Kari Feieraabend)
Chile 2012: 800to Kupferhaltiges Gestein stürzen fast gleichzeitig in einen der gewaltigen Vorbrecher der Mina Radomiro Tomic. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2012: 800to Kupferhaltiges Gestein stürzen fast gleichzeitig in einen der gewaltigen Vorbrecher der Mina Radomiro Tomic. (Bild: Kari Feierabend)
Schweden 2014: In der Aitik Kupfermine läuft kurz nach dem Nachmittags-Schichtwechsel die Förderung wieder auf Hochtouren. Die riesigen Trucks befinden sich praktisch vollständig in schwedischer Frauenhand. (Bild: Kari Feierabend)Schweden 2014: In der Aitik Kupfermine läuft kurz nach dem Nachmittags-Schichtwechsel die Förderung wieder auf Hochtouren. Die riesigen Trucks befinden sich praktisch vollständig in schwedischer Frauenhand. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2012: Überall praktiziert, auch in der Mina Escondida: Double-Side-Loading; keine Sekunde Wartezeit für den 1500to schweren Bagger. Die Leistung des Baggers wird rein von dessen Fahrer vorgegeben, weshalb die geschickten und talentierten Könner zu den Top-Verdienern in der Branche zählen. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2012: Überall praktiziert, auch in der Mina Escondida: Double-Side-Loading; keine Sekunde Wartezeit für den 1500to schweren Bagger. Die Leistung des Baggers wird rein von dessen Fahrer vorgegeben, weshalb die geschickten und talentierten Könner zu den Top-Verdienern in der Branche zählen. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2012: Shop werden die gewaltigen Wartungshallen genannt. Wie in jeder Mine werden auch in der Escondida sämtliche Arbeiten ausgeführt, vom Wechsel eines Scheibenwischerblatts bis zur Totalrevision. Akribisch geplant, Stillstandzeiten werden in Minuten erfasst. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2012: Shop werden die gewaltigen Wartungshallen genannt. Wie in jeder Mine werden auch in der Escondida sämtliche Arbeiten ausgeführt, vom Wechsel eines Scheibenwischerblatts bis zur Totalrevision. Akribisch geplant, Stillstandzeiten werden in Minuten erfasst. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2012: Beeindruckende Schwertransporte prägen das Strassenbild der Minenregion um Calama in der Atacama Wüste. Es wird möglichst am Stück transportiert, weder Gesetze noch Hindernisse sind im Weg. Sie brauchen die ganze Strasse, Autos weichen in die Wüste aus. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2012: Beeindruckende Schwertransporte prägen das Strassenbild der Minenregion um Calama in der Atacama Wüste. Es wird möglichst am Stück transportiert, weder Gesetze noch Hindernisse sind im Weg. Sie brauchen die ganze Strasse, Autos weichen in die Wüste aus. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2011: Ein Motiv für die Ewigkeit, ein ausrangierter 180to Caterpillar Radlader am Strassenrand von La Negra wird wohl auch kommenden Generationen noch für ihr Hobby zur Verfügung stehen. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2011: Ein Motiv für die Ewigkeit, ein ausrangierter 180to Caterpillar Radlader am Strassenrand von La Negra wird wohl auch kommenden Generationen noch für ihr Hobby zur Verfügung stehen. (Bild: Kari Feierabend)
USA 2013. Blankpoliert vom Verlad Hunderttausender Tonnen bester Kohle. Schwarzes Gold, beeindruckendes Kohleflöz in der Buckskin Mine nördlich von Gillette, Wyoming. (Bild: Kari Feierabend)USA 2013. Blankpoliert vom Verlad Hunderttausender Tonnen bester Kohle. Schwarzes Gold, beeindruckendes Kohleflöz in der Buckskin Mine nördlich von Gillette, Wyoming. (Bild: Kari Feierabend)
USA 2013: Da Kohle sehr leicht ist haben die Coal-Trucks riesige Mulden, fast doppelt so gross wie für Abraum. Dieser Caterpillar 795 in der Black Thunder Mine, Wyoming, nimmt pro Fuhre knapp 300m3 Kohle mit. (Bild: Kari Feierabend)USA 2013: Da Kohle sehr leicht ist haben die Coal-Trucks riesige Mulden, fast doppelt so gross wie für Abraum. Dieser Caterpillar 795 in der Black Thunder Mine, Wyoming, nimmt pro Fuhre knapp 300m3 Kohle mit. (Bild: Kari Feierabend)
USA 2013: Unerschöpflich die Ressourcen in einem der weltgrössten Kohleabbaugebiete, dem Powder River Basin in Wyoming. Gewaltige Draglines legen die Kohle frei, mit dem umgelagerten Abraum wird paralell zum Abbau sofort wieder rekultiviert. (Bild: Kari Feierabend)USA 2013: Unerschöpflich die Ressourcen in einem der weltgrössten Kohleabbaugebiete, dem Powder River Basin in Wyoming. Gewaltige Draglines legen die Kohle frei, mit dem umgelagerten Abraum wird paralell zum Abbau sofort wieder rekultiviert. (Bild: Kari Feierabend)
USA 2015: Kein Alter kennen die Elektro-Shovels im Kohleabbau. Diese alte Dame in der Eagle Butte Mine in Wyoming dürfte in den 70er Jahren erbaut worden sein und daher mehrere Hunderttausend Betriebsstunden auf dem Zähler haben. (Bild: Kari Feierabend)USA 2015: Kein Alter kennen die Elektro-Shovels im Kohleabbau. Diese alte Dame in der Eagle Butte Mine in Wyoming dürfte in den 70er Jahren erbaut worden sein und daher mehrere Hunderttausend Betriebsstunden auf dem Zähler haben. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2011: Allgegenwärtig die Sicherheitsschilder in der gewaltigen Mina Radomiro Tomic. Die Fahrer werden an jeder Ecke an die wichtigsten Dinge ihrer monatelangen Einschulung erinnert. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2011: Allgegenwärtig die Sicherheitsschilder in der gewaltigen Mina Radomiro Tomic. Die Fahrer werden an jeder Ecke an die wichtigsten Dinge ihrer monatelangen Einschulung erinnert. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2011: Ein 800to schwerer Hochlöffelbagger beim Beladen eines Muldenkippers. Die dieselbetriebenen Giganten sind viel flexibler einsetzbar als ihre elektrisch betriebenen Brüder, und haben auch wesentlich höhere Ausbrechkräfte. Für jeden Einsatz die richtige Maschine am richtigen Ort. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2011: Ein 800to schwerer Hochlöffelbagger beim Beladen eines Muldenkippers. Die dieselbetriebenen Giganten sind viel flexibler einsetzbar als ihre elektrisch betriebenen Brüder, und haben auch wesentlich höhere Ausbrechkräfte. Für jeden Einsatz die richtige Maschine am richtigen Ort. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2011: Bei Finning in La Negra steht ein Caterpillar 797F zur Auslieferung bereit. Der C306 hat bis heute wohl gegen 60'000 Arbeitsstunden geleistet, etwa 48 Pneus verschlissen und über 12 Millionen Liter Diesel verbraucht. Jedoch auch Millionen von Tonnen Gestein transportiert mit lediglich ein paar Rappen Kosten pro Tonne. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2011: Bei Finning in La Negra steht ein Caterpillar 797F zur Auslieferung bereit. Der C306 hat bis heute wohl gegen 60'000 Arbeitsstunden geleistet, etwa 48 Pneus verschlissen und über 12 Millionen Liter Diesel verbraucht. Jedoch auch Millionen von Tonnen Gestein transportiert mit lediglich ein paar Rappen Kosten pro Tonne. (Bild: Kari Feierabend)
USA 2013: Die Cripple Creek Gold-Mine in Colorado ist zu klein für Elektro-Shovels. Hier wird mit 550to Hydraulikbaggern Goldhaltiges Gestein verladen. (Bild: Kari Feierabend)USA 2013: Die Cripple Creek Gold-Mine in Colorado ist zu klein für Elektro-Shovels. Hier wird mit 550to Hydraulikbaggern Goldhaltiges Gestein verladen. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2011: Der Liebherr T282 wartet in der weltgrössten Kupfer-Mine, der Chuquicamata, auf die vierte und letzte Schaufel, um dann in einer rund einstündigen Fahrt seine 400to Erz aus über 900 Meter Tiefe zum Vorbrecher zu befördern. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2011: Der Liebherr T282 wartet in der weltgrössten Kupfer-Mine, der Chuquicamata, auf die vierte und letzte Schaufel, um dann in einer rund einstündigen Fahrt seine 400to Erz aus über 900 Meter Tiefe zum Vorbrecher zu befördern. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2011: In der trockensten Wüste der Welt gab es seit Jahren keine nennenswerten Niederschläge, weshalb die Staubentwicklung in den Minen enorm ist. (Bild: Kari Feierabend)Chile 2011: In der trockensten Wüste der Welt gab es seit Jahren keine nennenswerten Niederschläge, weshalb die Staubentwicklung in den Minen enorm ist. (Bild: Kari Feierabend)
Chile 2012: «Eines meiner absolut besten Bilder», sagt Kari Feierabend. «Es spricht für sich.» (Bild: Kari Feierabend)Chile 2012: «Eines meiner absolut besten Bilder», sagt Kari Feierabend. «Es spricht für sich.» (Bild: Kari Feierabend)
USA 2015: Ein besonders Privileg für Kari Feierabend: Besuch auf einem 1600 Tonnen schweren Elektroseilbagger P&H4100 in der Eagle Butte Mine in Wyoming. (Bild Kari Feierabend)USA 2015: Ein besonders Privileg für Kari Feierabend: Besuch auf einem 1600 Tonnen schweren Elektroseilbagger P&H4100 in der Eagle Butte Mine in Wyoming. (Bild Kari Feierabend)
USA 2015: Tolles, seltenes Fotomotiv, jedoch von schlechter Einsatzplanung zeugend: Kolonnenweise Trucks die in der Eagle Butte Mine auf ihre Beladung warten. (Bild: Kari Feierabend)USA 2015: Tolles, seltenes Fotomotiv, jedoch von schlechter Einsatzplanung zeugend: Kolonnenweise Trucks die in der Eagle Butte Mine auf ihre Beladung warten. (Bild: Kari Feierabend)
USA 2015: Bald wohlverdienter Feierabend: Zum abendlichen Schichtwechsel bringt der Bus den Baggerführer für die Nachtschicht und nimmt jenen der Tagschicht mit, fliegender Wechsel, wir konnten kaum einen Stillstand des Baggers feststellen. In der Eagle Butte Mine, Wyoming, beginnt die lange Nacht. (Bild: Kari Feierabend)USA 2015: Bald wohlverdienter Feierabend: Zum abendlichen Schichtwechsel bringt der Bus den Baggerführer für die Nachtschicht und nimmt jenen der Tagschicht mit, fliegender Wechsel, wir konnten kaum einen Stillstand des Baggers feststellen. In der Eagle Butte Mine, Wyoming, beginnt die lange Nacht. (Bild: Kari Feierabend)
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Gigantische Baumaschinen in den grössten Minen der Welt

Wie ein Spielzeugauto wirkt der Pick-Up vor dem gewaltigen Dumper. Allein die Räder der gigantischen Maschine haben eine schon fast furchterregende Dimension und sind gut dreimal so hoch wie das Auto. Die Abgase des Riesen lassen die staubige Luft vor Hitze flirren – man hört im Kopf das Dröhnen des Fahrzeugs und kann die Vibration, welche die brachiale Kraft auslöst, fast körperlich fühlen. Das dynamische Bild, das beim Betrachten zum Leben erwacht, ist nur eines von rund 30'000 Sujets, die der Engelberger Kari Feierabend (57) bereits geschossen hat.

Seine grosse Leidenschaft sind die kolossalen Baumaschinen, die weltweit in den grössten Erz- und Kohleminen eingesetzt werden. Es sind ungleich grössere Geräte, als diejenigen, welche Kari Feierabend täglich selber umgeben. Der Obwaldner SVP-Kantonsrat ist Leiter des Holcim-Schotterwerks in Kehrsiten. «Ich suche eben das Besondere; gewaltige Maschinen in beeindruckenden Landschaften.» Die Affinität zu Baumaschinen habe ihn sein ganzes Leben begleitet. So habe seine Mutter erzählt, dass sie Klein-Kari nur in sicherem Abstand zu einem Bagger habe abstellen müssen, und dann hätte sie einkaufen gehen können. «Und wenn sie zurückkam, stand ich immer noch am gleichen Fleck und staunte. Und dieses Staunen habe ich nie verlernt – es ist der Antrieb für mein Hobby», sagt Kari Feierabend, der sich als 20-Jähriger seine erste Spiegelreflexkamera zulegte, mit einem Lächeln.

Dass die Maschinen in dieser Branche so gross sind, erklärt er damit, dass die geringe Erzhaltigkeit der meisten Gesteine eine hohe Effizienz und ausgeklügelte Logistik erfordere, damit sich der Abbau noch lohne.

Bilder wecken das 
Kino im Kopf

In den Jahren bis 2016 machte er acht Reisen nach Amerika und Chile und besuchte dort über 30 Erzminen und Kohleabbaugebiete. Dazu kommen mindestens 20 Touren in Europa, vorwiegend in Frankreich und Deutschland und Skandinavien. 14 Bücher mit jeweils Hunderten von Bildern hat er bereits gestaltet – und noch warten die Bilder der letzten Reisen. Dass er seit drei Jahren nicht mehr auf «Fotosafari» war, liegt daran, dass er den Grossteil der Maschinen, die heute im Einsatz stehen, schon vor der Linse hatte. «Die sichtbare Entwicklung geht sehr langsam voran, deshalb besteht die Gefahr, dass ich mit den gleichen Bildern zurückkomme, die ich schon habe», meint Feierabend. «Die Fotos sind aber eigentlich nur ein Abklatsch, die richtigen Eindrücke hat man halt nur, wenn man dabei war.» Er schaue die Bücher öfters an, und dann kämen auch immer wieder alle Erinnerungen als Kopfkino zurück. «Wenn ich in den Minen war, hatte ich kaum Zeit, richtig zu staunen. Man sieht alles nur durch den Sucher.»

Einen weiteren Teil seiner Faszination sieht Kari Feierabend im Umstand, dass die Bilder in Minen entstanden sind, wo Besucher normalerweise nicht zugelassen werden. Sogar er, der ja auch vom Fach kommt, erhielt auf Anfragen rund 80 Prozent Absagen. Oft halfen ihm nur Beziehungen zu befreundeten Baumaschinenherstellern, die Kontakte zu ihren Vertretungen vor Ort spielen liessen. Er verstehe die Zurückhaltung der Minenbetreiber, im Vordergrund stünden meist Sicherheitsgründe. «Das ist bei uns in Kehrsiten nicht anders. Ich sage auch bei rund 60 Prozent der Anfragen ab.» Die Besucher werden sorgfältig ausgesucht.

Und die Sicherheitsvorschriften seien insbesondere in Chile viel strenger als in der Schweiz. In einem Beitrag über einen Besuch dort, den Kari Feierabend 2015 für den Newsletter des Sprengverbands Schweiz verfasste, beschreibt er unter anderem, wie nur schon ein falsch parkiertes Auto zur fristlosen Entlassung führt. «Einerseits ist die Arbeit sehr gefährlich, anderseits hat das schon auch mit der Mentalität der Leute dort zu tun». Wenn da ein Unfall passiere, bleibt es meist nicht bei Verletzungen. So hängt an seiner Bürowand in Kehrsiten ein Spruch, der auf unzähligen Schildern in den Abbaugebieten zu sehen war: «Das Wichtigste, was aus der Mine kommen muss, sind die Mineure.»

In der Schweiz finde man ja manchmal, es würde sicherheitstechnisch eher übertrieben. «Letztlich gaben mir die Besuche aber die Bestätigung, dass es nicht so ist. Schweizer Betriebe sind mit der Unfallverhütung schon auf dem richtigen Weg.»

Besichtigung Neuer Untertag Steinbruch der Holcim in Kehrsiten. Im Bild links Peter Schaufelberger und Kari Feierabend. Bild: Corinne Glanzmann (Kehrsiten, 16. Oktober 2018)

Besichtigung Neuer Untertag Steinbruch der Holcim in Kehrsiten. Im Bild links Peter Schaufelberger und Kari Feierabend. Bild: Corinne Glanzmann (Kehrsiten, 16. Oktober 2018)

Umweltschutz hat 
seinen Preis

Spricht man Kari Feierabend auf den Umweltschutz an, sagt er pragmatisch, dass die Minen nicht existieren würden, wenn die Menschheit nicht dringend auf die Rohstoffe aus dem Boden angewiesen wäre. «Aber die Umweltbemühungen haben auch ihren Preis, das müssen die Konzerne und Konsumenten bereit sein, zu zahlen.» Wichtig sei, dass technologisch auch dafür neue Wege gesucht würden. Und vor dem Hintergrund der Konzernverantwortungsinitiative, die 2020 zur Abstimmung kommen soll, sagt Kari Feierabend, es gebe auch Schweizer Konzerne, die nicht sehr geschickt agieren würden. «Ich selber bin auf meinen Reisen allerdings nie an Umweltverschmutzungen geraten, die mich schockiert hätten.» Das liege wohl auch daran, dass er als Fotograf sich natürlich attraktive Minen ausgesucht habe. Schwarze Schafe wüssten in der Regel genau, was nicht in Ordnung sei und würden sowieso den Zutritt verweigern.

Ob und wann er wieder auf eine Reise gehe, sei momentan offen, sagt Kari Feierabend. So bleibt ihm vorderhand mehr Zeit für seine zweite fotografische Leidenschaft: Schweizer Armee-Jets in Meiringen und auf der Axalp. Auch mit diesen Bildern hat er schon Bücher gefüllt, aber das ist eine ganz andere Welt.

Am Samstag, 7. September, findet ein Tag der offenen Tür im Schotterwerk Kehrsiten statt. Den Bericht über den Minenbesuch in Chile findet man hier ab Seite 24.

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