Karl Vogler: «Ich bleibe Nationalrat»

In einer Medienmitteilung nimmt der Obwaldner Nationalrat Karl Vogler ausführlich Stellung zu den Beweggründen seines Suizidversuchs und zu seiner politischen Zukunft. Die Obwaldner Regierung zeigt sich erfreut über Voglers Entschluss, sein Amt in Bern weiterhin auszuüben.

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Nationalrat Karl Vogler. (Bild: Markus von Rotz / Neue OZ)

Nationalrat Karl Vogler. (Bild: Markus von Rotz / Neue OZ)

«Ich werde mein Mandat als Nationalrat des Kantons Obwalden weiterhin mit Engagement und viel Freude im Dienste unseres Kantons ausüben». Das schreibt Vogler, der Ende Januar einen Suizidversuch begangen hatte, in einer Medienmitteilung vom Donnerstag. Persönliche und politische, aber auch fachliche Unterstützung hätten wesentlich dazu beigetragen, dass er sich gut erholt und seine Handlung soweit verarbeitet habe, dass er seine berufliche und politische Arbeit wieder Schritt für Schritt und mit Bedacht aufnehmen könne. «Die Rücksprachen mit Exponenten der politischen Parteien des Kantons Obwalden, welche meine Wahl in den Nationalrat unterstützt haben, wie auch mit der CVP-EVP Fraktion im Bundeshaus haben ergeben, dass ich von den Parteien und der Fraktion, wie auch von vielen weiteren Persönlichkeiten weiterhin politisch unterstützt werde.»

«Der Regierungsrat hat mit grosser Freude von der Mitteilung von Nationalrat Karl Vogler Kenntnis genommen», heisst es in einer ersten Stellungnahme der Obwaldner Regierung. Der Regierungsrat dankt Vogler für seine Bereitschaft, sich auch weiterhin in Bern für die Belange von Land und Volk von Obwalden einzusetzen.

«Kurzschlussreaktion»

Vogler selber bezeichnet seine Handlung als eine Kurzschlussreaktion, die er sehr bedaure, hervorgerufen durch für ihn ungeheuerliche Unterstellungen. «Mir ist bewusst geworden, dass auch ich Grenzen der persönlichen und vor allem der psychischen Belastbarkeit habe.» Diese Grenzen gelte es anzuerkennen und die daraus notwendigen Schlüsse zu ziehen.

Vorhaltungen eines Journalisten als Auslöser

In seinem Schreiben gibt Vogler auch Auskunft über die Hintergründe seiner Handlung. Auslöser sei der Anruf eines Journalisten gewesen, der ihm mitgeteilt habe, dass es im bekannten Justizfall nun immer mehr Mosaiksteine gebe, die sich zu einem Puzzle zusammenfügen würden. «So hätte ich – wie der Journalist zu berichten wusste – mit meiner Familie und der Familie des damaligen Gerichtspräsidenten gemeinsame Ferien verbracht. Da sei es wohl naheliegend, dass man sich darauf geeinigt habe, die von den Gerichten angeblich begangenen Fehler und jetzt im ‹roten Buch› erhobenen Vorwürfe gegen die Justiz zu decken.»

Vogler weist Vorhaltungen von sich

Er sei, so Vogler weiter, «ein Mensch mit Stärken und Schwächen, wie wir alle. Mit Bestimmtheit sei er jedoch kein Mensch, der in einer Aufsichtsfunktion oder im Rahmen seiner politischen Tätigkeit irgendwelche ungesetzlichen «Machenschaften» decken würde. «Ein solches Verhalten liegt mir zutiefst fern. Integrität und Wahrhaftigkeit waren und sind Grundprinzipien meiner politischen Arbeit. Diese Prinzipien werden mich auch in Zukunft leiten.»

pd/zim