Kein Variantenentscheid

Zur Abstimmung vom 26. September in Obwalden: «Hochwassersicherheit im Sarneraatal». Walter Wyrsch, Urs Keiser

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Im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz erlebe ich viel Verunsicherung und auch Vorstellungen, die schlicht nicht den Realitäten entsprechen. An allererster Stelle muss deshalb immer wieder betont werden, dass wir am 26. September nicht über eine Variante (weder Ost noch West noch sonst was) abstimmen, sondern schlicht und einfach darüber, ob die beiden Stollenvarianten mit dem vorliegenden Projekt «Tieferlegung und Verbreiterung der Sarneraa» auf den gleichen Stand gebracht werden soll. Nur darüber stimmen wir ab, über nichts mehr – nachdem der Kantonsrat (in den Augen vieler Sarner «endlich») entschieden hat, nicht nur die ursprüngliche Variante planungsmässig auf den höchsten Stand zu fahren, sondern auch die Stollenvarianten.

Dies ermöglicht uns nun einen ausgereiften Entscheid über den wirklich richtigen weiteren Weg. Genau deshalb stehe ich ein für den Gegenvorschlag von Regierung und Kantonsrat.

Walter Wyrsch, Kantonsrat, Alpnach

Vor rund 130 Jahren wurde die Melchaa in den Sarnersee umgeleitet. Seither war die Umgebung des Sarnersees mehrmals überschwemmt. Der bisherige Rekordhochstand von 1999 wurde im 2005 markant um 1,15 m übertroffen. Die Bevölkerung braucht einen adäquaten Hochwasserschutz. Ein langer und besonders für Sarnen ein schmerzhaft langer Weg politischer Entscheidungsfindung hat stattgefunden. Nach einigen Umwegen und unter Berücksichtigung der Begehren und Anregungen der IG Hochwasserschutz einigt sich die Regierung und der Kantonsrat auf eine einheitliche Stossrichtung. Für die Obwaldner ist wichtig zu wissen, dass wir aktuell über die Projektierung und nicht über die Varianten abstimmen. Alle wollen die bestmögliche Lösung. Aber die Behörden sind zusätzlich verantwortlich, dass die Finanzierung der Varianten letztlich maximal subventioniert werden. Angenommen, die Auswertung eines bewilligungs- und subventionsfähigen Stollenprojekts Ost ergibt, dass die Umsetzung des IG-Projekts 100 Millionen Franken kostet. Ich hätte dann grosses Verständnis für die Prüfung der Stollenvariante West. Daher ein überzeugtes Ja zum Gegenvorschlag. Vorteile: 1. Wir haben endlich verbindliche Zahlen für die Realisierung des Stollen-Ost-Projekts. Dieses muss bewilligungs- und optimal subventionsfähig sein. 2. Erst wenn man alle drei möglichen Varianten parallel vergleichen kann, wird man keine finanziellen Überraschungen erleben und ist in der Lage, postwendend einen Variantenentscheid zu fällen. 3. Die Sarner Bevölkerung kommt damit schneller zu dem längst herbeigesehnten Hochwasserschutz.

Fazit: Der Vorschlag der Regierung schafft die Grundlage, möglichst viele Bundesgelder zu erhalten, und müsste im Sinne aller Stollenbefürworter sein. Er ist der direkte Weg zum Hochwasserschutz und wird in der Endabrechnung Zeit und Geld sparen.

Urs Keiser, Sarnen