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Kernmattbach kostet Obwalden 1,5 Millionen

Die Baubewilligung ist erteilt, der Bundesbeitrag gesprochen. Nun beantragt die Regierung den Kantonsanteil.
Philipp Unterschütz
In Kerns und Sarnen sind beim Kernmattbach (hier bei der alten Teiggi) Schutzmassnahmen nötig. (Bild: Robert Hess, Kerns, 10. September 2014)

In Kerns und Sarnen sind beim Kernmattbach (hier bei der alten Teiggi) Schutzmassnahmen nötig. (Bild: Robert Hess, Kerns, 10. September 2014)

Mit dem Hochwasserschutzprojekt Kernmattbach sollen die Risiken im Sarner Industrie- und Gewerbegebiet Kernmatt beseitigt werden. Die Kosten für das Projekt betragen 7,1 Millionen Franken. Bezahlt werden sie gemeinsam von Bund, Kanton und der Gemeinde Sarnen. «Kerns, auf dessen Gebiet ebenfalls Teile des Projekts liegen, ist nicht an den Kosten beteiligt, weil die Gemeinde von diesen Massnahmen nicht profitiert», erklärt Baudirektor Josef Hess.

Der Bund beteiligt sich mit dem Höchstsatz von 65 Prozent an den Kosten. Der Kantonsanteil beträgt 21,5 Prozent, was rund 1,5 Millionen Franken entspricht. Die übrigen Investitionskosten sowie die nicht anrechenbaren Kosten werden durch die Gemeinde Sarnen als Hauptnutzniesserin der Schutzmassnahmen finanziert.

Die Regierung hat nun die entsprechende Vorlage erarbeitet. Am 12. September wird der Kantonsrat über den Kantonsanteil von 1,5 Millionen Franken entscheiden. «Die Notwendigkeit des Projektes ist unbestritten und der Handlungsbedarf gross», sagt Josef Hess.

Josef Hess: «Elegante und zweckmässige Lösung»

Für das Sarner Kernmattgebiet besteht ein grosses Schutzdefizit. Es reichen Unwetter, wie sie alle drei bis fünf Jahre auftreten können, dass der Kernmattbach, der oberhalb des Wichelsees in die Sarneraa mündet, über die Ufer tritt und massive Schäden verursacht. «Während meiner früheren Arbeit beim Kanton habe ich das zwischen 1988 und 2009 mehrfach erlebt», sagt der Baudirektor.

Das schweizweit anerkannte Schutzziel für Industriegebiete liegt bei einem 100-jährlichen Ereignis. Dafür müssten im Kernmattbach 22 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abfliessen können. Aktuell besteht aber nur eine Kapazität von 5 Kubikmetern. Die Synergien mit dem Projekt Sarneraa mit dem Hochwasserentlastungsstollen ermöglichen nun eine effiziente Behebung dieses Defizits. Ein vertikaler, etwa 80 Meter tiefer Schacht im Kernser Gebiet Laufholz wird bei Unwettern künftig Wasser vom Kernmattbach via Hochwasserentlastungsstollen aus dem Sarnersee leiten und Überschwemmungen verhindern.

Die laut Baudirektor Hess «elegante und zweckmässige Lösung» am Oberlauf des Kernmattbaches wurde als Bestandteil des Gesamtprojekts Hochwassersicherheit Sarneraatal im Dezember 2016 öffentlich aufgelegt und im September 2017 bereits bewilligt.

Die Bauherrschaft liegt, wie bei Gewässerverbauungen üblich, bei der Gemeinde – in diesem Fall bei Sarnen. «Nur beim Grossprojekt Sarneraa zwischen Sarner- und Vierwaldstättersee mit dem Hochwasserentlastungsstollen wurde die Bauherrschaft auf den Kanton übertragen, weil mehrere Gemeinden beteiligt sind», erklärt Josef Hess. Voraussichtlich noch dieses Jahr werden auch die Massnahmen im Unterlauf des Kernmattbachs genehmigt. Hier werden nebst dem Hochwasserschutz auch Massnahmen zur ökologischen Aufwertung des Kernmattbachs realisiert.

Vertikalschacht wird 
frühestens 2021 gebaut

Wann am Oberlauf des Kernmattbachs gebaut werden kann, steht in enger Abhängigkeit zum Baufortschritt des Hochwasserentlastungsstollens. «Dieser muss dort, wo der Fallschacht entsteht, ausgebrochen sein», erklärt Josef Hess. Aus heutiger Sicht würde mit den Massnahmen für den Vertikalschacht frühestens 2021 begonnen. Die Massnahmen im Unterlauf des Kernmattbachs werden koordiniert mit den Massnahmen an der Sarneraa etwa 2023/24 ausgeführt.

Beim Projektteil, der den Ausbau der Sarneraa zwischen Sarnersee und Wichelsee umfasst, sind noch vier Einsprachen offen. Drei sind laut Josef Hess auf dem Weg zur Klärung. «Eine vierte wird wohl nicht zurückgezogen, sodass die Regierung nach den Sommerferien darüber entscheiden wird.»

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