KERNS: 167 Jahre auf diese Feier gewartet

Die Harmoniemusik gab den Takt an, als der neue Ständerat Erich Ettlin in seiner Wohn­gemeinde einzog.

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Neu-Ständerat Erich Ettlin (links) und Nationalrat Karl Vogler im Gespräch mit einem Helmibläser. (Bild: Romano Cuonz)

Neu-Ständerat Erich Ettlin (links) und Nationalrat Karl Vogler im Gespräch mit einem Helmibläser. (Bild: Romano Cuonz)

Ein frischgebackener Staatsmann gibt sich die Ehre: Erich Ettlin beim Einzug in seine Gemeinde Kerns. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
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Regierungsrätlichen Trost für den fairen Verlierer: Hans Wallimann und André Windlin. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
Der neu gewaehlte Ständerat Erich Ettlin, CVP, am Sonntag in Kerns. In Obwalden muss die FDP den Ständeratssitz an die CVP abtreten. Im zweiten Wahlgang hat sich Quereinsteiger und Steuerexperte Erich Ettlin von der CVP gegen den Kernser Gemeindepräsidenten und Meisterlandwirt Andre Windlin von der FDP durchgesetzt. (Bild: Alexandra Wey /Keystone)
Der neu gewaehlte Ständerat Erich Ettlin bei der Wahlfeier in Kerns. (Bild: Alexandra Wey /Keystone)
Andre Windlin, FDP, der Kernser Gemeindepraesident, hat die Wahl zum Ständerat nicht geschafft. (Bild: Alexandra Wey /Keystone)
Der neu gewaehlte Ständerat Erich Ettlin bei der Wahlfeier in Kerns. (Bild: Alexandra Wey /Keystone)
Der neu gewaehlte Ständerat Erich Ettlin bei der Wahlfeier in Kerns. (Bild: Alexandra Wey /Keystone)
Der neu gewaehlte Ständerat Erich Ettlin bei der Wahlfeier in Kerns. (Bild: Alexandra Wey /Keystone)
Der faire Verlierer André Windlin war beim Einzug seines Gegners in seine Gemeinde mit dabei. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
Landammann Niklaus Bleiker, links, und der neugewählte Ständerat Erich Ettlin freuen sich über den Gesang der Jodler. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
Die Obwaldner Regierung erweist dem neu gewählten Ständerat die Ehre. Von links Paul Federer, Hans Wallimann, Franz Enderli und Landammann Niklaus Bleiker. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
Der Quereinsteiger mitten im Geschäft: Erich Ettlins erste Rede als Ständerat. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
Gemeinde-Vizepräsidentin Sonnie Burch-Chatti gratuliert dem Neugewählten. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
Als Geschenk von der Gemeinde gibt es Honig und Kernser Teigwaren - Gemeinde-Vizepräsidentin Sonnie Burch-Chatti gratuliert dem Neugewählten. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
Auch SP-Kantonsrätin Ruth Koch gratuliert dem neuen Ständerat herzlich. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
Unser Berner Duo unterhält sich mit dem Helmibläser. Ständerat Erich Ettlin mit Nationalrat Karl Vogler. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
Ein frischgebackener Staatsmann gibt sich die Ehre. Ständerat Erich Ettlin mit Nationalrat Karl Vogler. Im Hintergrund ihre Frauen Flavia und  Marlis. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
Ein frischgebackener Staatsmann gibt sich die Ehre: Erich Ettlin beim Einzug in seine Gemeinde Kerns. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
Der Unterlegene André Windlin, links, und der Sieger der Wahl, Erich Ettlin Sieger bei Interviews. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
André Windlin gibt Interviews nach der Wahlbekantgabe. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Karl Vogler, rechts,  gratuliert Erich Ettlin zur Wahl in den Ständerat. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Andrian Halter, links, gratuliert Erich Ettlin. Rechts Karl Vogler. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Erich Ettlin gibt Interviews. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
André Windlin gibt Interviews nach der Wahlbekantgabe. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Obwaldens Politier betrachten die Resultate. Links Regierungsrat Niklaus Bleiker und die beiden Co-Präsidenten der Obwaldner CVP, Bruno von Rotz und Christopf Amstad. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Der Sieger Erich Ettlin gibt Interviews. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Der Wahlverlierer André Windlin, links, neben dem Sieger Erich Ettlin und Bruno von Rotz,Co-Präsident der CVP Obwalden, rechts. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)

Ein frischgebackener Staatsmann gibt sich die Ehre: Erich Ettlin beim Einzug in seine Gemeinde Kerns. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)

«Ganze 167 Jahre hat Kerns auf seinen ersten Ständerat warten müssen, und so ist denn heute die Freude umso grösser», sagte der Kernser CVP-Parteipräsident und Kantonsrat Markus Ettlin an der gestrigen Wahlfeier. Wie gross, durfte der Neugewählte bereits beim schon fast triumphalen Einzug ins Dorf erfahren. Begleitet von vollbärtigen Helmibläsern schritt er durch die Dorfstrasse, grüsste dahin und winkte dorthin. Dass im Festzug auch Gemeindepräsident André Windlin als fairer Kämpfer und Verlierer mitlief, sorgte für viel spontanen Applaus. Und auch der Sieger dankte seinem Gegner schon in seiner ersten Ansprache als Ständerat für den fairen Wahlkampf unter Kernsern.

Namens der Gemeinde gratulierte Vizepräsidentin Sonnie Burch-Chatti dem Gewählten, seiner Frau Flavia und den Kindern Jana und Elias. Weil die Parlamentarier sie manchmal an Bienen erinnerten, wolle sie Ettlin zuerst ein Honigglas schenken. «Die können auch einmal ihren Stachel ausfahren, aber wenn sie fleissig arbeiten, kommt auch etwas Gesundes dabei heraus», meinte die Gemeinderätin. Damit er den künftigen Ratskollegen eine Kostprobe der Kernser Kraft und Energie geben könne, erhalte er noch 46 Rollen Kernser Teigwaren für den Weg ins Bundeshaus.

Immer auf die Regierung hören

Auf Ettlins Wunsch liess Kerns noch einen Geldbetrag der Winterhilfe Schweiz zukommen. Grosse Freude verspürte auch Landammann Niklaus Bleiker. Aber im gleichen Atemzug meldete er Wünsche an: «Natürlich möchten wir auch, dass Sie immer oder zumindest meistens auf die Regierung hören, wenn Sie im Ständerat Ihre Stimme abgeben.» Den ganzen Abend wurde immer wieder hervorgehoben, wie sehr der aus einer bäuerlichen Grossfamilie stammende Finanzfachmann mit Kerns verwurzelt sei. Dies unterstrich er in seiner humor- und gehaltvollen Dankesrede auch selber. Eigentlich werde er sich der Bedeutung und Verantwortung, die diese Wahl mit sich bringe, erst allmählich so richtig bewusst. Er versprach, sich mit voller Motivation für Land und Volk einzusetzen. «Gerade in Zeiten wie diesen, wo unsere Werte bedroht und in Frage gestellt werden, will ich für Offenheit und Toleranz eintreten», sagte er. Und zu den Kindern gewandt, die zuvorderst am Boden kauerten: «Eines meiner wichtigsten Anliegen in Bern wird sein, dafür zu sorgen, dass unsere Jugend Perspektiven hat.»

Romano Cuonz