KERNS: Der Kindergarten kommt teurer zu stehen als geplant

Eine knappe halbe Million Franken mehr für den Kindergarten soll die Gemeindeversammlung genehmigen sowie eine Umzonung für die Kernser Edelpilz-Firma.

Martin Uebelhart
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Eröffnung des Kindergartens in Kerns im Juni dieses Jahres. (Bild Robert Hess)

Eröffnung des Kindergartens in Kerns im Juni dieses Jahres. (Bild Robert Hess)

Martin Uebelhart

2,7 Millionen Franken bewilligte die Gemeindeversammlung im Herbst 2013 für den neuen Kindergarten Schwesternhaus. Pünktlich auf den Beginn des laufenden Schuljahres konnte das neue Zentrum in Betrieb genommen werden. Zwar liegt laut Gemeindeversammlungsbotschaft die definitive Bauabrechnung noch nicht vor, dennoch zeigt die provisorische Bauabrechnung, dass das gesprochene Geld nicht reichen wird. Der Gemeinderat beantragt darum einen Zusatzkredit von 480 000 Franken.

Verhältnismässig hohe Differenz

Verschiedene Gründe hätten zu Mehrkosten geführt, schreibt der Gemeinderat. Zahlreiche Vergaben seien höher ausgefallen als im Kostenvoranschlag vorgesehen. Zur Zeit des Kostenvoranschlags seien zur Umgebungsgestaltung erst wenige Fakten vorgelegen. Die Platzverhältnisse auf dem Pausenplatz hätten für 124 000 Franken optimiert werden müssen. Der Minergiestandard sei von Beginn weg angestrebt worden. Der Gemeinderat hat sich für das Label «Minergie-A» entschieden und 42 000 Franken zusätzliche Kosten gegenüber dem Kostenvoranschlag genehmigt. Der Gemeinderat räumt ein, dass die zusätzlichen Kosten verhältnismässig hoch ausfielen, jedoch in der Kostengenauigkeitstoleranz von 20 Prozent lägen.

Spezialzone für Pilzproduzent

An die Gemeindeversammlung kommt auch eine Umzonung: Im Gebiet Rossfang will die Gemeinde eine Speziallandwirtschaftszone einrichten. Das soll der Kernser Edelpilze GmbH ermöglichen, den Betrieb zu erweitern. Die Firma produziert seit 1996 im umgenutzten Schweinestall im Steini Pilze. Die Speziallandwirtschaftszone Rossfang wird 7890 Quadratmeter gross. Dabei bleibt die Grundnutzung als Landwirtschaftszone erhalten. Daher ist laut den Unterlagen für die Gemeindeversammlung keine flächengleiche Auszonung erforderlich, wie bei Einzonungen vom Raumplanungsgesetz vorgeschrieben. Neben der Anpassung des Zonenplans braucht es auch eine für das Baureglement. Durch die Schaffung der Speziallandwirtschaftszone könne die Einwohnergemeinde Kerns zusammen mit der Korporation als Grundeigentümerin die Entwicklung eines bestehenden erfolgreichen Gewerbebetriebes sicherstellen, schreibt der Gemeinderat in der Botschaft.

Die Publikationsfrist des Teilzonenplans «Schaffung Speziallandwirtschaftszone Rossfang» läuft in diesen Tagen ab. Der Gemeinderat weist darauf hin, dass das Geschäft abtraktandiert würde, falls allfällige Einsprachen bis zur Gemeindeversammlung nicht vom Gemeinderat behandelt oder nicht zurückgezogen worden wären.

Weniger Geld für Entwässerung

Schliesslich muss die Gemeindeversammlung die Abrechnung des Rahmenkredits für die Generelle Entwässerungsplanung genehmigen. Dieser war für die Jahre 2003 bis 2014 mit 5 Millionen beschlossen worden. Ende des vergangenen Jahres waren Massnahmen mit Kosten von knapp 3,5 Millionen Franken umgesetzt. Der Gemeinderat will nun die Abrechnung für diese Periode vorlegen.

Der Rahmenkredit sei zwar um rund 1,5 Millionen Franken unterschritten worden, doch sei für den Bau von neuen und die Sanierung von bestehenden Leitungen in den kommenden fünf bis sieben Jahren mit einem Aufwand von 2,7 Millionen Franken zu rechnen. Rund 2 Millionen davon entfallen auf Sanierungen.

Über das Budget berichten wir später.

Gemeindeversammlung Kerns am Dienstag, 24. November, 20 Uhr, Singsaal