KERNS: Eierlikör-Streit: Gemeinde weist Kritik zurück

Auf Bitten seiner Schüler öffnete ein Lehrer eine Flasche Eierlikör. Deswegen ist er seinen Job los. Die Gemeinde weist die Kritik von sich, er sei wie ein Schwerverbrecher behandelt worden.

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Blick auf Kerns. (Bild Daniel Reinhard)

Blick auf Kerns. (Bild Daniel Reinhard)

Der Einwohnergemeinderat Kerns nimmt mit Befremdung zur Kenntnis, dass in der Samstagsausgabe der Neuen Obwaldner Zeitung vom 05. Juni 2010 Details der getroffenen Vereinbarung (siehe Kasten) an die Öffentlichkeit gekommen sind. Die Einwohnergemeinde und der Obenstufenlehrer, der «Zur Feier des Abends» Eierlikör an seine Schüler ausgeschenkt hatte, hatten vereinbart, dass gegen Aussen unter anderem nur kommuniziert werde, dass das Arbeitsverhältnis «in gegenseitigem Einvernehmen» per 31. Juli aufgelöst werde und der Lehrer für die verbleibende Zeit bis zum Arbeitsende von seinen Funktionen als Mitarbeiter der Schule Kerns befreit sei.

Verhalten verstosse gegen Vereinbarung
Wie die Gemeinde Kerns weiter schreibt, verstosse das Verhalten des Lehrers gegen die klare Vereinbarung zwischen den Parteien. Gegenüber der Neue Obwaldner Zeitung sagte der Lehrer, dass er «wie ein Schwerverbrecher» behandelt wurde. Er durfte das Schulhaus nicht mehr betreten, durfte keinen Kontakt zu Eltern und Schülern aufnehmen und musste die Schlüssel abgeben. Man habe ihn genötigt, die «Aufhebung des Arbeitsvertrags im gegenseitigen Einvernehmen» zu unterschreiben. Der Schulpräsident habe ihm gedroht, falls er nicht unterschreibe, werde er fristlos entlassen. Der Einwohnergemeinderat Kerns weist alle erhobenen Vorwürfe zurück.

Unterschriften halfen nichts
Der Einwohnergemeinderat Kerns stellt weiter fest, dass die Schulleitung mit den betroffenen Eltern, soweit möglich, schriftlich informiert und mit diesen das Gespräch gesucht habe. Das gelte auch für die
Lehrerschaft. Einige Eltern hatten am Elternabend gewünscht, dass die Kündigung zurückgenommen werde. Doch selbst eine Unterschriftensammlung und ein Antrag an die Schulleitung haben nichts genützt, wie «20 Minuten» am Mittwoch schrieb.

Eierlikör «zur Feier des Abends»
Der Oberstufenlehrer hatte anlässlich eines Klassenfestes «zur Feier des Abends» und zum Dessert den Schülern Eierlikör angeboten, welches die Schüler mindestens teilweise konsumiert haben. Das Verhalten verstosse unter anderem gegen das Schulleitbild und wird als schwerwiegend und nicht akzeptabel erachtet, schreibt die Gemeinde.

rem