Böse Steuerüberraschung für die Kernser 

Am Schluss der Gemeindeversammlung vom Dienstag und nach Genehmigung des Budgets 2020 hatte Gemeindepräsident André Windlin noch eine unangenehme Weihnachtsbotschaft.

Markus von Rotz
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Das Gemeindehaus in Kerns. (Bild: Markus von Rotz, 26. November 2019)

Das Gemeindehaus in Kerns. (Bild: Markus von Rotz, 26. November 2019)

Die Gemeinde Kerns muss ihre Steuern für 2020 erhöhen, und das bis Ende Jahr. Darum kündigte Windlin für Freitag, 27. Dezember, eine ausserordentliche Gemeindeversammlung an.

Der Kernser Gemeindepräsident André Windlin. (Bild: Romano Cuonz)

Der Kernser Gemeindepräsident André Windlin. (Bild: Romano Cuonz)

Der Grund dafür liegt im innerkantonalen Finanzausgleich. Hat eine Nehmergemeinde einen tieferen Gesamtsteuerfuss als eine Gebergemeinde, verliert sie den ganzen Betrag. Sachseln mit dem genau gleichen Steuerfuss könnte für 2019 und 2020 Gebergemeinde werden. Schlimmstenfalls würde Kerns somit zweimal rund 4 Millionen Franken verlieren. Um das zu verhindern, muss die Gemeinde den Steuerfuss um 0,01 auf 4,71 Einheiten anheben.

Der Gemeinderat weiss das seit 15. November, als der Kanton offenbarte, dass er die «Gesetzeslücke» anders als in einem Fall im Jahr 2017 für Lungern auslege. Kerns nähme so 35'000 Franken mehr ein, rund 5 Franken pro Steuerzahler, sichert sich aber den Finanzausgleich für 2020. 

An der Gemeindeversammlung informierte der Gemeinderat auch über Abklärungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit im Dorf.