KERNS: Kabriizi mit K wie Kari und I wie Imfeld

Kerns hat Karl Imfeld für sein jahrzehntelanges Wirken den Kabriizi 2008 überreicht. Franz Enderli ging seinen Spuren nach.

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Der ehemalige Kernser Pfarrer Karl Imfeld (rechts) - auf dem Bild zusammen mit Laudator Franz Enderli und den Kernser Singbuben - hat den Kernser Kabriizi-Preis erhalten. (Bild Bea Zai/Neue OZ)

Der ehemalige Kernser Pfarrer Karl Imfeld (rechts) - auf dem Bild zusammen mit Laudator Franz Enderli und den Kernser Singbuben - hat den Kernser Kabriizi-Preis erhalten. (Bild Bea Zai/Neue OZ)

Kabriizi, ein dem Obwaldner Mundart-Wörterbuch von Karl Imfeld entnommener und heute fast vergessener Begriff, steht Pate für die zum vierten Mal verliehene Auszeichnung. Kabriizi, französisch Caprice, drückt Eigenschaften wie Keckheit, Mut und Ehrgeiz, gepaart mit einer Portion Eigensinn und Willkür aus.

Bevor am Samstag der Kernser Gemeindepräsident Noldi Wagner, zusammen mit Kulturkommissionspräsidentin Maria Käppeli, die kleine, bronzene Erinnerungstafel überreichte, hielt Franz Enderli eine denkwürdige Laudatio. Der Kantonsratspräsident und als Laientheologe langjähriger Weggefährte des weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannten Pfarrers, Schriftstellers und Volkskundlers hat nichts wiedergekäut, sondern die wirklichen Spuren, die Karl Imfeld in Kerns hinterlassen hat, mit dem ihm angeborenen Mutterwitz aufgezeigt.

Einige Neuerungen in der Gemeinde Kerns
Im Jahre 1962, Karl Imfeld kam damals als Kaplan nach Kerns, habe Papst Johannes XXIII. das 2. Vatikanische Konzil eröffnet. «Du hast die Aufbruchstimmung der Kirche gespürt und aus tiefster innerer Überzeugung mitgetragen. Mitgetragen auch als Kernser Pfarrer ab 1969 bis zur Pensionierung 1996», sagte Enderli.

«Wie ging Kari den Aufbruch an?», fragte Enderli. Kerns war die erste Obwaldner Gemeinde, die 1979 eine eigenständige Kirchgemeinde errichtete und den Ausländern das Stimmrecht erteilte. 1971 zogen erstmals Kinder ins Pfarreilager, 1977 war Kerns auch die erste Obwaldner Pfarrei, die in der Person von Peter Vogt einen Laientheologen anstellte. Eine weitere Premiere gabs 1981/82 mit dem eigenen Pfarreizentrum und der integrierten Gemeindebibliothek.

Eine trockene Bemerkung am Ende der Laudatio
Kari habe sich nie auf die Kirche und den Gottesdienst beschränkt, erzählte Enderli weiter. «Du hast Bemerkungen angebracht, du warst nicht immer ein bequemer Zeitgenosse. Du hast dich für den Lebensraum Obwalden eingesetzt, auf deine Weise.»

Karl Imfelds trockene Bemerkung zur Laudatio kam prompt: «Franz, ich bin froh, dass du nicht alles erzählt hast. Gras wuchs übers Jät – ich gehöre heute zu Kerns.» Passend dann das Ende der Preisverleihung: Die Kernser Singbuben sangen Jost Martys Lied «Der Chärnser isch ä ruichä Ma».

Bea Zai

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Obwaldner Zeitung.