KERNS: Keine sechste Ferienwoche für Beamte in Kerns

Erfolg für die SVP: Als eine von noch zwei Gemeinde im Kanton Obwalden gibt Kerns seinen über 60-jährigen Angestellten keine sechs Wochen Ferien.

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Blick auf Kerns, im Bild der Foribach. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Blick auf Kerns, im Bild der Foribach. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Die Stimmbürger von Kerns haben das neue Personalreglement mit 1'317 zu 1'044 Stimmen abgelehnt. Das entspricht einem Nein-Anteil von rund 56 Prozent. Die Stimmbeteiligung liegt bei 57.49 Prozent.

Gegen den entsprechenden Nachtrag des Personalreglements der Gemeinde Kerns hatte die SVP im vergangenen Jahr das Referendum ergriffen. Von der neuen Regelung hätten im Jahr 2014 zwei Personen mit einem Gesamtpensum von 170 Prozent und im Jahr 2015 vier Personen mit einem Pensum von insgesamt 310 Prozent profitiert.

Alle Obwaldner Gemeinden ausser Lungern und Kerns bieten ihren Mitarbeitenden ab dem 60. Altersjahr eine sechste Ferienwoche. Auch 21 Kantone und der Bund kennen eine solche Lösung.

Steuerzahler wollen Kosten nicht übernehmen

Als Hauptargument führten Gegner der sechsten Ferienwoche im Vorfeld an, dass dieser Ausbau zu Lasten der Steuerzahler gehen würde. Zudem argumentierte die SVP in der Abstimmungsbotschaft, dass die Mitarbeiter der Einwohnergemeinde Kerns schon heute attraktive Anstellungsbedingungen hätten. Ein Ausbau, nur weil andere Gemeinden und öffentliche Körperschaften schon solche Regelungen hätten, sei kein Argument für diesen Ausbau der Sozialleistungen auf Kosten der Kernser Steuerzahler. Mit solchen Leistungsausbauten werde dann der Schrei nach einer Steuererhöhung immer lauter.

Benachteiligung von KMU

Private Kleinunternehmen (KMU) könnten ihren Mitarbeitenden aus personellen finanziellen Gründen keine
sechste Ferienwoche anbieten, schreibt das Referendumskomitee weiter. Die Mitarbeitenden der Einwohnergemeinde Kerns würden diesen gegenüber bevorzugt. Die KMU würden einmal mehr durch einen solchen Leistungsausbau beim Staat benachteiligt und gerieten unter Druck. KMU müssten solche Ausbauten über die Erträge finanzieren und nicht einfach über die Steuereinnahmen. In der Privatwirtschaft gebe es zudem immer mehr Personen, welche mit einem Alter ab etwa 55 Jahren kaum mehr eine Anstellung fänden.

rem/spe